Donnerstag, 20. Juni 2024
Reise Seite 206

Reise

Frankfurt (Weltexpress) - Ein Stilbruch. Ein absoluter Stilbruch, den Harry Kupfer sich da mit den zwei kurzbekittelten Krankenschwestern leistet, Assistenzfiguren, die auf Stöckelschuhen den fast schon debilen Prälaten im Rollstuhl zum Konzil zu Trient im Jahr 1563 führen. Denn Frauen kommen in dieser Oper nicht vor. Es sei denn sängerisch als Hosenrolle, wie Palestrinas Sohn Ighino (Britta Stallmeister) und sein Schüler Silla (Claudia Mahnke), die sich als Jungmänner von der gewaltigen Vielfalt der Bässe vom hellen Ton her einfach abheben müssen. Und es sei denn als Geist, die Erscheinung der Lukrezia, Palestrinas verstorbener Frau, deren Tod den alten Meister so in die Verzweiflung stürzte, daß sein Genius fortan ausgetrocknet blieb. Aber wie es mit den Frauen, dem Weggeschobenen und Verdrängten so geht, sie spielen in diesem reinen Männer- und Machtstück mit 40 Mitwirkenden dennoch die entscheidende Rolle. Denn so wie Lukrezias Tod den Komponisten schachmatt setzte, so kann er erst nach ihrem aufmunterndem, kraftgebenden postmortalem Erscheinen in der Gefängniszelle im ersten Akt wieder komponieren und notiert in einer einzigen Nacht die ganze, vom Papst von ihm geforderte Messe. Mensch und Genius sind wieder vereint, der Künstler neu geboren und gleichzeitig mit dieser heroischen Tat wieder geschieden. Der Leib des Palestrina wird in geschickter Regie von Harry Kupfer mehrdeutig mit einem schwarzen Tuch bedeckt, tot?
Wien (Weltexpress) - Na, das ist dann doch etwas salopp formuliert und macht den wirklich schönen und auch hinterfotzigen Zeichnungen und Stichen des wundersamen Löschenkohl zu wenig Ehre, die er zusammen mit Texten untern Volk brachte, diese also mit der Bild-Zeitung zu vergleichen. Aber die Funktion, die ist schon die gleiche. Denn man muß sich einmal vorstellen, wie in einer Zeit ohne Rundfunk, ohne Fernsehen, ohne Film, ohne Internet sich die Neuigkeiten in der Welt verbreitet haben? Ganz früher, im Mittelalter und noch lange danach, da gab es die Verkünder, die mit der Trommel über die Marktplätze zogen und die schaurigsten Geschichten gleich in Reimform der staunenden Bevölkerung boten. Das waren die Moritatensänger. Und Mord und Totschlag war besonders begehrt. Aber Löschenkohl, der machte etwas anderes, der nutzte die technischen Möglichkeiten der Zeit. Dazu gleich mehr.
Wien (Weltexpress) - Unglücke nämlich machten sich besonders gut. Und der gute Löschenkohl konnte sich gleichzeitig als Bewahrer des Fortschrittsglauben gerieren, denn Blanchards mißglückten Flugversuch untertitelt er nicht hämisch, sondern ehrerbietig: „Befiehlt das Element so muß die Kunst sich schmiegen./ Drum kann selbst Blanchard nicht in die hohen Lüfte fliegen./ Der Wind zerreißt den Ball, jedoch nicht Blanchards Ruhm/ Erfindung, Kunst und Muth verbliebt sein Eigenthum.“
Wien (Weltexpress) - Wenn man nicht ständig in Wien weilt, entgeht einem, daß es im Jüdischen Museum eine Reihe „musik im aufbruch“ überhaupt gibt. Aber wenn man in Wien ist, und von einer Ausstellung über Hanns Eisler hört, ist es selbstverständlich, sich diese anzusehen und auch anzuhören, wo auch Töne die vielen Fotos und schriftlichen Dokumente beleben. Was wissen Sie über Hanns Eisler. Das fragten wir Ausstellungsbesucher und die wenigstens hatten ihn vorher genau gekannt. Aber seinen Namen, den schon. Da kam „Jude“ genauso vor, wie „Komponist“ wie „Zwölftöner“ oder „politische Musik“ oder „Filmmusik“ und auch Hollywood und zwei wußten, daß Hanns Eisler die DDR-Hymne komponiert hatte, und die Zusammenarbeit mit Brecht spielte auch eine Rolle. Wenn man also auf diese Art mehrere Besucher bündelt, kommt als Basiswissen das heraus, was die Wiener Ausstellung dem staunenden Besucher dann explizit vorführt: ein Mensch, der mit seinen vielfältigen Begabungen nie am falschen Platz war, dem aber die Nazis unterbanden, am richtigen sein zu dürfen.
Hamburg (Weltexpress) - Die nordfranzösischen Departements Nord-Pas de Calais und Picardie mit kilometerlangen Stränden und naturgeschützten Dünenlandschaften, geschichtsträchtigen Städten, viel Wasser und Wald setzen auf Spaß in freier Natur und haben breit gefächerte Angebote für Familien
Stralsund (Weltexpress) - „Um die Ecke geht ´s zum Boot“, lautet die Kapitänsempfehlung an diesem Abend. Was hier scheinbar widersprüchlich daherkommt, ist durchaus ernst gemeint. Dahinter steckt ein besonderes Konzept. Dr. Peer Schmidt-Walther hat es zwischen Waren an der Müritz und Schwerin erlebt.
Stralsund (Weltexpress) - Ein Lebenstraum? Genauer gesagt sind es zwei: die eine Reise – für sie schwärmte schon Weltenbummler Hardy Krüger: „Einmal im Leben muss man da ´rauf!“ – führte über die längste Eisenbahnstrecke der Welt; die andere wurde fortgesetzt mit dem größten deutschen Containerschiff MS „CMA CGM Vela“.
Stralsund (Weltexpress) - Mit Spannung geht es über steile 72 Gangwaystufen an Bord. Der Megaliner MS "CMA CGM Vela" nämlich ist bei 347,48 Metern Länge, 45,20 Metern Breite, 15,5 Metern Tiefgang, 72 Metern Gesamthöhe (sieben Meter höher als das Riesenrad im Wiener Prater) und 130.700 Tonnen Ladefähigkeit für 11.800 Standardcontainer der größte und modernste deutsche Containerfrachter. Ende 2008 als “Conti Jupiter“ in Dienst gestellt, gehört er der Münchener Reederei Conti und wird bereedert von der Buxtehuder Reederei NSB.
Hamburg (Weltexpress) - Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Diesem wird die Finca Cortesí­n gerecht. Wie ein hochherrschaftlicher alter Landsitz, ist das 5-Sterne-Luxus-Hotel und Resort zwischen Marbella und Sotogrande an der südlichen Küste Spaniens doch heutigen Datums. Alle 67 Suiten, ja selbst die geräumigen Badezimmer haben so hohe Decken, wie man sie nur noch in der Architektur der Belle Époque findet. Die beiden Architekten Roger Torras und Ignacio Sierra haben das Hotel, Golf & Spa mit seinem Dach aus roten Ziegeln und weiß getünchten Wänden perfekt der mediterranen Landschaft Andalusiens angepasst – bei einem außergewöhnlichen Blick aufs Mittelmeer.
Hamburg (Weltexpress) - Es war einmal ein französisches Fischerdorf am Mittelmeer, benannt nach einem König, ja gar mehreren Königen. Le Grau du Roi wäre immer noch ein Fischernest, hätte es da nicht”¦ Aber davon später.

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