Mit MS „Cézanne“ auf der Seine durch die Normandie

Die Seine-Schleife bei Les Andélys

Nach einem umfangreichen Paris-Programm folgt die abendliche Ausfahrt auf der Seine mit unvergleichlichen Einblicken in die illuminierte französische Metropole. Ein romantischer Touch lässt sich nicht leugnen, wenn Eiffelturm und alle öffentlichen Gebäude festlich beleuchtet sind.

Am nächsten Tag erreicht die „Cézanne“ flussabwärts Les Andélys mit seinen Kreidefelsen. Höhepunkt ist dort die Ruine von Schloss Gaillard, das Richard Löwenherz 1196 mit mächtigen Befestigungen gegen den König von Frankreich errichten ließ. Am darauf folgenden Tag macht das Schiff in der Hafenstadt Le Havre, Wiege des Impressionismus, fest. Hier hatte Claude Monet mit seinem berühmten Gemälde vom Sonnenaufgang, „Impression soleil levant“, den impressionistischen Malstil begründet. Besuchen sollte man gleich hinter der großen Seinebrücke das malerische Fischerstädtchen Honfleur mit den historischen Fachwerkhäusern und der einzigartigen Holzkirche.

Dann geht es wieder flussaufwärts durch die Normandie vorbei an eindrucksvollen Zeugnissen normannischer Geschichte. Verträumte Landschaften mit Fachwerkdörfern, Laubwäldern und Apfelbaumwiesen gleiten vorüber – es ist das Land des Calvados. Erstes Ziel: die Kirche von Caudebec-en-Caux. Die Seine windet sich entlang kalkweißer Hochufer und sattgrüner Wiesen zur Normannenmetropole Rouen. Zum Verlieben ist ihre mittelalterliche Altstadt mit den verwinkelten Gassen und der Rue de Robec, dem „schmutzigen kleinen Venedig“ aus Flauberts „Madame Bovary“.

„Rouen ist entzückend. Ich hatt` es im Geiste immer nur im Qualm und Rauch jenes Scheiterhaufens gesehn, auf dem einst die lieblichste und zugleich erhabenste Gestalt aller Geschichte: `die Jungfrau` stand und ihre Treue besiegelte; – aber das wirkliche Rouen ist eine lachende Stadt: breit, heiter, königlich, liegt es hingestreckt an den Ufern der unteren Seine.“ Schwärmerische Ergüsse des deutschen Dichters Theodor Fontane. In 28 Gemälden hielt Claude Monet die gotische Kathedrale fest: zu unterschiedlichen Lichtstimmungen, Tages- und Jahreszeiten. Die Bilder sind heute in Museen rund um den Globus verteilt, eines hängt jedoch in Rouen, im Musée des Beaux-Arts. Während der Sommermonate wird die Fassade des Gotteshauses jeden Abend in den Farben angestrahlt, in denen Claude Monet sie verewigte.

Und dann noch der Höhepunkt schlechthin: Monets Seerosenteich in Giverny nahebei.

Über Vernon mit der wohl romantischsten Brückenmühle der Welt erreicht die „Cézanne“ nach sieben herrlichen Tagen wieder Paris.

Die Seerosen Monets in Giverny

Schwerelos ruhen sie auf dem Teich, als ob sie der Maler selbst hingetupft hätte. Samtpolstern gleich, wie sanfte Ruhekissen bedecken sie das Nass, formschön, mit großen glänzenden Blättern, herzförmig, rund: Water lilies, nymphéas, Nymphaea alba, Nymphaea rubra, Nymphaea candida, Weiße, Rote und Glänzende Seerose. Man kennt sie, schon bevor man sie an Ort und Stelle sieht. Claude Monet hat sie im Spiel der Farben und des Lichts auf Leinwand gebannt, immer wieder: die Seerosen seines Gartenteichs in Giverny. Der kleine normannische Ort Giverny an der Seine, nahe Vernon und unweit von Paris, und Monets Anwesen, in dem er von 1883 bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1926 lebte, sind das Sehnsuchtsziel von Pilgern aus aller Welt. Die Wiege seines künstlerischen Schaffens. Die Besichtigung seines Hauses vollziehen die Besucher im Eiltempo, denn Le Clos normand, der Garten vor dem Haus, zieht durch seine überbordende Fülle an Blüten und Farben die Blicke auf sich. Doch gleich danach streben alle zum Wassergarten mit den mythischen Seerosen, die den großen Impressionisten inspirierten und unsterblich machten. Ein verwunschenes Fleckchen Erde, gesäumt von golden glänzenden Trauerweiden, dichtem Bambuswald, üppiger duftender Blütenpracht. Eine Oase der Stille. Angelegt von einem Menschen, der von sich behauptete: „Außer fürs Malen und Gärtnern bin ich für nichts gut.“

Info Flusskreuzfahrt: Vom 4. bis 11.7.09 und vom 5. bis 12.9.09. Im Preis ab Euro 2.076 pro Person sind nicht nur die 2-Bett-Außenkabine, Vollpension und Sprachkurs eingeschlossen, sondern auch drei Ausflüge: ein fünfstündiger Ausflug tief in die Normandie nach Honfleur mit Besuch einer Calvados-Brennerei, ein Stadtrundgang durch die historische Innenstadt von Rouen. www.fondation-monet.com, www.normandy-tourism.org

Auskunft: Peter Deilmann Reederei in 23730 Neustadt/Holstein, Telefon: 04561/396-193 oder -276, Email: sabrina.weise@deilmann.de

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