Geflüchtete, Grenzstürmer und Geldgräber sowie Schüler und Studenten in die Produktion?

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Spargelstecher auf einem Feld. Quelle: Pixabay Foto: Gerhard Gellinger

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Immer häufiger und immer lauter fordern Männer und Frauen in Politik und Presse, dass die Gesetze geändert werden, damit Geflüchtete, Grenzstürmer und Geldgräber in der Produktion, vor allem in der landwirtschaftlichen Produktion eingesetzt werden können.

Manche meinen, dass das keine Kür sei, sondern Pflicht. Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag teilt per Pressemitteilung vom 26.3.2020 mit: „Solange Erntehelferinnen und Erntehelfer aus Gesundheitsschutzgründen nicht einreisen können, brauchen wir dringend eine Anwerbeoffensive für die Landwirtschaft. Die Arbeitsagenturen sind gefragt, die Arbeitssuchenden mit den Betrieben, bei denen Not am Mann ist, zusammen zu bringen. Es sollen alle mit anpacken können, die anpacken möchten. Das können auch Geflüchtete sein, denen aufgrund bestehender Beschränkungen bisher der Zugang auf den Arbeitsmarkt verwehrt wurde. Wenn Landwirte und adäquate Unterkünfte jetzt bereitstehen und ein fairer Lohn gezahlt wird, darf das nicht an einer fehlenden Arbeitserlaubnis scheitern. Der Gesundheitsschutz aller Beteiligten muss aber immer oberste Priorität haben. Und es muss eine klare Perspektive für diejenigen geben, die jetzt einspringen.“

Göring-Eckardt scheint keine Grenzstürmer und Geldgräber zu kennen, sondern nur Geflüchtete und für diese nur Recht und keine Pflichten. Da die Grenzstürmer und Geldgräber vom Steuerzahler alimentiert werden, bedürfe es keiner weiteren Entlohnung. Auch das ist eine Position, die in Politik und Presse vorgebracht wird.

Julia Klöckner (CDU) hatte als Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hatte „Asylbewerber“ als „Erntehelfer“, weil Saisonarbeitskräfte fehlen würden. Es ginge nicht nur um die Spargelernte, sagte sie in einer Pressekonferenz in Berlin, sondern auch „um die Aussaat“.

Götz Frömming, bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, teilt per Pressemitteilung vom 26.3.2020 mit, dass „der Vorschlag, Asylbewerber oder Arbeitslose zu verpflichteten, … weniger geeignet“ sei. „Zudem dürfte bei dieser Personengruppe die Motivation geringer sein und damit ist dann den Bauern auch nicht geholfen.“

In der Tat muss man diese Arbeit in der Landwirtschaft auch kennen und können. Wer nicht will und auch nicht kann, aber muss, der ist nicht zu gebrauchen. Viele Saisonarbeitskräfte, die nach der 70-Tage-Regelung schuften, sind „sozialversicherungsfrei“. Die Zeit wird wohl auf 150 Tage verlängert, um die Lage in der Landwirtschaft zu entspannen.

Auf absolut Freiwilligenbasis läuft das Projekt der Lohnarbeitsplattform www.daslandhilft.de, dort würden „suchende Landwirte und helfende Hände“ zusammengebracht, sagte Glöckner.

Frömming meint: „Schüler ab der 10. Klasse und Studenten sind bestens geeignet, um in der Landwirtschaft auszuhelfen. Wir haben damit in Deutschland gute Erfahrungen gemacht. Auch aus pädagogischer Sicht ist die Abordnung von Schülern unter Begleitung ihrer Lehrer zur Feldarbeit sinnvoll.

Durch die Schließung der Schulen und anderer Einrichtungen der Jugend- und Bildungsarbeit fällt vielen jungen Menschen zu Hause sprichwörtlich die Decke auf dem Kopf. Die Arbeit an der frischen Luft wäre eine willkommene Abwechslung. Außerdem ist die Ansteckungsgefahr im Freien und bei Einhaltung des Mindestabstands sehr gering. Zudem gelten jüngere Menschen als weniger gefährdet, an Covid-19 zu erkranken.“

Glöckner würde den Grundfreibetrag bei steuer- und sozialversicherungsfreier Lohnarbeit von Studenten, der 2019 bei 9.168 und 2020 bei 9.408 Euro liegen sollte, erhöhen.

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