Mittwoch, 27. Mai 2026
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Katastrophale soziale Lage in Italien: Kündigungen für über zwei Millionen Beschäftigte, Kaufkraft seit 2019 um 8,6 % gesunken, 5,7 Millionen Menschen leben in absoluter Armut

Die Farben der Flagge der Republik Italien. Quelle: Pixabay, Foto: Valter

Berlin, BRD (Weltexpress). Die soziale Lage der arbeitenden Menschen in Italien ist von Wachsender Inflation, die zu Massenentlassungen, sinkender Kaufkraft und zunehmender Armut führt, gekennzeichnet. Selbst für viele, die Arbeit haben, ist das Überleben nicht mehr garantiert. Dieses düstere Bild ergibt sich aus dem Jahresbericht 2025 des Statistikamtes ISTAT vom 21. Mai 2026, den das Amt anlässlich seines 100-jährigen Bestehens vorlegte, wird im kommunistischen Magazin „Contropiano“ kundgetan und hervorgehoben, dass das „Kennzeichen eines gescheiterten Wirtschaftsmodells, das mit Gewalt durchgesetzt wird“, seien.

Die Kaufkraft ist seit 2019 um 8,6 % gesunken, die Beschäftigung ist weiterhin niedrig. Frauen verdienten im Durchschnitt 2.000 € weniger pro Jahr als ihre männlichen Kollegen. Istat prognostiziere, dass bei den Löhnen weiter keine  Fortschritte zu erwarten seien, was, so Contropiano, Ergebnis die kriegstreiberischen Politik der Regierung und ihrer Auswirkungen auf die Märkte, insbesondere auf die steigenden Energiepreise, zurückzuführen ist. Die Folgen sind direkt in den Haushaltsbudgets spürbar und betreffen sogar die Mittelschicht (die 61,2 % der Bevölkerung ausmacht). 16,1 % von ihnen geben an, Schwierigkeiten zu haben, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Bei armutsgefährdeten Familien steigt dieser Anteil auf 45 % und erreicht selbst bei Familien mit hohem Einkommen 5,2 %. Fast die Hälfte der Bevölkerung berichtete, im vergangenen Jahr nichts gespart zu haben, und ein Viertel wüsste nicht, wie es mit unerwarteten Ausgaben zurecht kommen soll. Absolute Armut ist nach wie vor eine Geißel für 5,7 Millionen Menschen (praktisch jeden Zehnten) und besonders in Süditalien verbreitet, vor allem unter kinderreichen Familien und von Ausländern. 

Italien verzeichnet derzeit auch einen historischen Tiefststand bei der Geburtenrate. 2025  sank  die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau auf 1,14 (gegenüber 1,18 im Jahr 2024), das waren  lediglich 355.000 Geburten. Dies ist jedoch kein Zeichen mangelnden Interesses am Familienleben – ganz im Gegenteil. Die Zahlen von ISTAT offenbarten eine soziale Tragödie: 6,6 Millionen Menschen wünschen sich ein Kind, entschieden sich aber bewusst dagegen. Von den Hochschulabsolventen fanden nur 85,3 % eine  Beschäftigung, was allein 2025  rund 21.000 veranlasste ins Ausland abzuwandern, weil sie dort bessere Arbeits- und Lohnbedingungen finden.

Wie zutreffend die Warnung vor Massenentlassungen ist, bestätigte am 2. Mai 2026 die Ankündigung des US-amerikanischen Konzern Meta Platforms, Inc., in seiner Niederlassung in Italien 7000 Beschäftigte zu entlassen. Die Kündigungen sind Teil einer umfassenden Unternehmensrestrukturierungsstrategie des Technologiegiganten, die darauf abzielt, den Fokus noch stärker auf die Automatisierung von Produktionsprozessen und die Entwicklung neuer KI-Tools zu legen. Mit den so erzielten Einsparungen soll ein Investitionsplan finanziert werden, der zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar für die Entwicklung neuer angeblicher Künstlicher-Intelligenz-Tools und also von Software betragen soll. „Wie immer tragen die Arbeitnehmer die Kosten für die Modernisierung der Produktionsprozesse“, so Contropiano.

Meta Platforms ist jedoch nur die Spitze des Eisberges. Laut einer Statistik der CGIL wurden 2025 über zwei Millionen Beschäftigte gekündigt und mussten Anträge auf Arbeitslosenunterstützung stellen. Betroffen waren vor allem strategische Sektoren wie Maschinenbau, Automobilindustrie, Stahlindustrie, Metallurgie, Basischemikalien, Haushaltsgeräte und -komponenten. In Industriedienstleistungen, Logistik, Beschaffung und Callcentern nahmen 2025 prekäre Arbeitsverhältnisse und die Instabilität zu. Selbst industriell historische Viertel, die einst als robust geltenden Gebiete wie Molise, Abruzzen, Basilikata und Sardinien verzeichneten einen dramatischen Anstieg der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung.

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