Millionen Lohnarbeiter werden von Kapitalisten auf Kurzarbeit gesetzt, aber noch nicht vor die Tür

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Der Hammer, ein starkes Symbol für die Hand- und Lohnarbeit in der Industrie. Quelle: Pixabay, Foto: M W

Frankfurt am Main, Deutschland (Weltexpress). Nein, Daimler ist kein Kapitalist, sondern nur die Bezeichnung für die Daimler AG, die eine Kapitalgesellschaft ist. Die Kapitalisten waren, sind und bleiben die Eigentümer an den Produktionsmitteln und derer gibt es viele in dieser und anderen Kapitalgesellschaften in der Automobil-Branche.

Nicht nur dort werden geraden Lohnarbeiter von Kapitalisten auf Kurzarbeit gesetzt. Das bedeutet, das einige oder alle Lohnarbeiter eines Betriebes, in dem die Bänder stillstehen und die Arbeit ruht, unter bestimmten Bedingungen eine Entgeltersatzleistung aus der Arbeitslosenversicherung, das so genannte Kurzarbeitergeld, beanspruchen, dürfen. Zuständig für diese Leistung ist in der Bundesrepublik Deutschland die Bundesagentur für Arbeit, in der Republik Österreich das Arbeitsmarktservice. Der Staat des Kapitals hilft den Kapitalisten also aus der Patsche, die er in diesem Fall angerichtet hat.

Man könnte auch meinen, dass der Bock zum Gärtner gemacht worden sei und dieser sich den Rasen und die Blumen früher oder später wieder von den Lohnarbeitern holt, Steuern und so weiter eintreibt.

Die Kapitalisten und die Lohnarbeiter und in Vertretung die Unternehmensführung und der Betriebsrat vereinbaren dann Kurzarbeit. Die Daimler AG teilt dazu per Daimler-Pressemitteilung vom 26.3.2020 mit: „Aufgrund der sich zuspitzenden COVID-19-Pandemie haben Vorstand und Gesamtbetriebsrat der Daimler AG beschlossen ab 6. April 2020 Kurzarbeit für einen Großteil der Produktion und ausgewählte Verwaltungsbereiche zu beantragen. Damit reagiert das Unternehmen auf die weitreichenden Auswirkungen des Corona-Virus und die daraus resultierenden zunehmend schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen. Unternehmensleitung und Betriebsrat haben sich deshalb darauf geeinigt, die bestehenden Maßnahmen zu erweitern und zunächst bis zum 17. April 2020 in Kurzarbeit zu gehen. Von der Kurzarbeit sind sowohl Pkw-, Transporter- und Nutzfahrzeug-Werke des Unternehmens in Deutschland betroffen. Notwendige Grundfunktionen sowie Zukunftsthemen und strategische Projekte sind von der Kurzarbeit ausgenommen, um nach der Krise wieder voll durchstarten zu können. Die konkrete Ausgestaltung der Kurzarbeit wird jetzt standortspezifisch in lokalen Betriebsvereinbarungen geregelt, die gemeinsam mit dem Betriebsrat abgeschlossen werden.“

Was nach einer Einheitsfront aussieht, das überdeckt nur den Grundwiderspruch, den Antagonismus der Klassen. Immer in Krisenzeiten, wenn die Staatsführung – ob König, Kaiser oder Kanzler, egal – im Krieg gegen äußere Feinde seht, dann bündelt sie das Staatsvolk zu einer Einheitsfronten. Das ähnelt Rutenbündeln, auch Fasces (lateinisch fascis) genannt. Kräfte hinter einer Partei- oder Staatsführung werden also gebündelt.

Der Klassenkampf muss solange pausieren.

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