Erneute Blamage der Berliner Eisbären, heute in Mannheim

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Ein Adler im Flug. Quelle: Pixabay

Mannheim, Deutschland (Weltexpress). Als ich in der Redaktionsstube beim selbstgebrühten Nachmittagskaffee den Beitrag „Louis-Marc Aubry macht den Eisbären Hoffnung“ von Jörg Leopold im „Tagesspiegel“ (10.1.2019) las, lachte ich mich schlapp und verschüttete glatt einen guten Tropfen. Es mögen auch zwei gewesen sein. Egal.

Der juvenile Lohnschreiber des affirmativen Aftergangs schrieb im Stile eines Hofberichterstatters die Pleiten und Pannen der EHC Eisbären Management GmbH schön, schwätzte und schwärmte von Lichtblicken im Team und fand Louis-Marc Aubry, den er sogar zu Wort kommen lies. Zwar waren es wenige Worte, ausgesuchte allemal, in zwei, drei Sätzen, doch die stehen wie eine Statue voll Fatamorgana. Beispiel gefällig? „Ich schaue jeden Tag auf die Tabelle. Es sind noch 15 Spiele und unser Ziel sind immer noch die Top Sechs“, zitiert er Aubry und verzieht keine Mine. Da schweigt des Schreibers Höflichkeit.

Ist dem Hofberichterstatter das hanebüchene Geschwätz zu heikel? Kein Scherz: Leopold schreibt Aubry lieber zum Held der Arbeit hoch. Zitat: „Besonders wichtig dafür (also für Platz eins bis sechs, Anmerkung des Verfassers) sind die Kleinigkeiten, an denen es in dieser Saison bisher so oft haperte. Das kann auch schon mal bedeuten, eine Übung im Training dutzende Male zu wiederholen. So wie es Louis-Marc Aubry am Donnerstag minutenlang tat – freiwillig übrigens und nach dem Ende der eigentlichen Trainingseinheit.“

Hurra. Hurra. Hurra.

Und nur Kleinigkeit.

So viel Aftergang in einem Absatz, das schafft nicht jeder.

Doch nicht nur beim „Tagesspiegel“ beherrscht man das Geschäft, sich in die eigenen Taschen zu lügen und andere daran teilhaben zu lassen. Ob das lustig ist? Jämmerlich ist das, Feigheit und Gschaftlhuberei. Das ist Katzbuckeln statt Kritik. Und auch ein Kritiker hat erst das auszusprechen, was ist, bevor er das, was er verstanden hat und erklären kann, kritisiert, doch noch nicht einmal das schaffen die zarten Rosinenpicker und federweichen Feenformulierer.

Wo ich auch hinsehe, da herrscht Anpassung und Anbiederung, dass es einem ekelt.

Leider ist Leopold nicht der einzige sich Journalist nennende Kleingeist, der das, was wirklich ist, verschweigt und bemäntelt. Die Schmeichel-Chöre auch in den Sportredaktionen sind Legion, ihre Ergüsse elastische Elogen in einem Meer von unkritischen Medien, ganz zu schweigen von der totalen Reklame von PR-Funktionären, die sich für Journalisten halten.

Übrigens gewannen die Adler Mannheim heute vor angeblich 11.384 Zuschauer gegen die Eisbären Berlin mit 6:2. Die Eisbären waren wie von Eismann erwartet chancenlos und gingen baden.

Anmerkung:

Sie den Beitrag Werden die Eisbären aus Berlin bei den Adlern in Mannheim baden gehen? von Ansgar Eismann.

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