Viel zu kurze „Lange Nacht der Wissenschaften“ in Nürnberg, Fürth und Erlangen

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Berlin (Weltexpress) - Drei Touren wurden am 22.10. von 18-1 Uhr für die Wissenschafts-Stipp-Visiten allein in Erlangen angeboten, drei in Fürth und sechs in Nürnberg. Ein rasantes Angebot von Hochschulen, Instituten, Firmen, Vereinen, Landesämtern usw., das sorgfältige Auswahl provoziert, wohl wissend, dass von ca. achthundert Angeboten nur drei bis vier den individuellen Wissensdurst bedienen können; phantastisch, welche Auswahl zur Verfügung gestellt wird! Es zeigt vor allem, welch großartiges Potential in dieser Metropolregion vorhanden ist: Wissenschaft in der Industrie, in den Instituten, in den Hochschulen.

Exemplarisch wählte ich die MAN Truck & Bus Motorenfertigung in Nürnberg Südwest als 18 Uhr-Startpunkt aus. Eine Schlange von vierzig Personen wartete bereits am Werkseingang in der Vogelweiherstrasse. Angenehme Gespräche mit den weltoffenen, grundsätzlich überraschend freundlichen Besuchern vertrieben kurzweilig die Wartezeit in der mit zwei Grad Celsius viel zu kühlen Herbstluft. Der Besucherstrom wurde von werksintern pendelnden, supermodernen Bussen hervorragend bewältigt. Gulaschsuppe und Kaffee wärmten schnell auf. Die Prüfstände für die gemäß der Europa-Abgas-Norm entwickelten Schwerlastfahrzeuge mit garantierten Leistungsdaten für 500.000 bis 1 Million km waren beeindruckend für jedermann zugänglich aufgebaut, mit Qualität und Kompetenz „atmendem“ Ambiente. Hier werden Motoren entwickelt, getestet und gefertigt, inklusive einer effektiven Tauschmotorenfertigung. Virtuelle Testverfahren wurden hervorragend erläutert; wer weiß schon, dass das Abgasverhalten älterer Motoren wegen des Einschwingeffektes besser sein kann als im Neuzustand? – Auch ein Blick in die Fertigung wäre für mich interessant gewesen. Gab es aber nicht im MAN-Angebot; der rasante Werksbus brachte mich wohlgelaunt und mit der Lust auf mehr Wissenschaft zurück zum Werkseingang.
Weiter ging`s mit eigenem Pkw per GPS nach Erlangen-Süd ins Uni-Audimax zur Virtual Reality Show der Friedrich-Alexander-Universität, einer der größten deutschen Universitäten mit mehr als dreißigtausend Studierenden. In Kooperation mit dem im angrenzenden Herzogenaurach fertigenden Adidas-Unternehmen wurde 3-D-Computer-Animation erläutert, vom plastischen Bild bis zur Gesichtsbewegungsanimation des römischen Cesaren Augustus; Adidas hatte ein Dienstleistungskonzept für Sportler zur Darstellung freigegeben: 3-D-Körper-Scan liefert Schnittmuster vergleichbare Daten zur Herstellung paßgenau individuell „sitzender“ Kleidung. – Hervorragende Organisation der mit 3-D-Brillen funktionierenden Veranstaltung und die Disziplin der faszinierten Besucher prägten diese Virtual Reality Show.

Als dritten Anlaufpunkt hatte ich mir die das „Medical Valley“ dominierende Siemens AG in Erlangen Süd in der Günther-Scharowsky-Strasse 21 ausgesucht, mit dem Forschungszentrum des Health Care Sectors. Hier wurden die Prüfstände von Computertomographie-Röntgen-Einrichtungen zur Besichtigung freigegeben, ebenso wie es Software-Demos zur Darstellung des menschlichen Gefäßsystems gab. Die hochkomplexen CT-Maschinen wirken in „aufgeklappter“ Form aufklärend informativ – jedenfalls für Maschinenbau-Ingenieure ”¦ Das gute alte Prinzip des Röntgens gilt aber offensichtlich unverändert, mit besserer Kontrolle über Strahlungs-Lecks, weiterentwickelten Blendapparaturen zur Abschirmung der Strahlung, vor allem aber herausragendem Forschungsaufwand, auch zur Verbesserung der Sicherheit von Patienten.

Viertes Ziel meiner langen Nacht der Wissenschaften wurde der Besuch des Biologikums der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Süd. Als Abschluß wollte ich mir am späten Abend Wissen über „Teeologie & Teeorie“ genießerisch aneignen. Die biologische Fakultät hatte ein umfassendes Forschungsmaterial über Teesorten, ihre pflanzlichen Ursprünge, die Wirksubstanzen, die Herstellung ätherischer Öle, das Testen von Getränken bzgl. spezieller Bestandteile. Ein köstlicher grüner Tee, frisch aufgegossen von bezaubernd höflich-freundlichen, eben fränkischen Assistentinnen, schloß für mich diesen Abend. Grüne Lämpchen leuchteten wie auf einer Flugplatz-Start- bzw. Landebahn den Weg vom Biologikum zum Parkplatz dieses im Wald gelegenen Bereichs der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg.
„Technik, Medizin, Ernährung“ – auf diesen Gebieten hatte ich in dieser Wissenschaftsnacht Know-How tanken können. Es ist eine großartige Idee, neugierige Normalbürger an den State of the Art heranzuführen. Es ist auch eine Art besonders nachhaltiger Werbung für die beteiligten Akteure.
Weiter so! Auch in der Metropolregion Nürnberg, im bundesweiten Gleichklang und Wettbewerb mit anderen Regionen (siehe auch www.nacht-der-wissenschaften.de).

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