Drittes Chaos-Semester an der Corona-Uni in Folge?

Kaffee und Laptop.
Kaffee und Laptop. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). An den Hochschulen in deutschen Landen herrschen zum Teil Zustände, die der Aufstände wert wären. Das Sommersemester 2021, das am 1. April 2021 begann, wobei die Vorlesungszeit seit Montag startet, dürfte das dritte Chaos-Semester in Folge sein. Auch von Corona-Semester ist die Rede, dabei wird darunter vor allem eine Entfremdung ins Weltnetz fern des Campus verstanden.

Kaum oder keine Präsenz-Hochschule findet statt. Vorlesungen werden als Videos, selten als Audios hochgeladen. Neben diesen Podcasts auf verschiedensten Plattformen werden sogenannte „Zoom-Meetings“ abgehalten. Mitunter sind Server und Rechner überlastet oder auch das Akku am eigenen mobilen Rechner leer. Das kann passieren und das passiert häufig genug.

Zum Studium im Heimbüro, von einem Büro kann kaum die Rede sein, eher von Behausungen – in der Regel auf engstem weil billigsten Raum, kommt dann noch das wirrtuelle Praktikum im Weltnetz. Nutzen? Fraglich, äußerst fraglich!

Manche halten die letzten zwei Semester für pure Urlaubssemester, auch wenn in Politik und Presse das kaum so gesagt und geschrieben wird. Was normalerweise beantragt werden muss, nämlich eine Pause vom Studium an einer Hochschule bei Beibehaltung des Status als Student, der also weiter immatrikuliert bleibt, das wird nun von Staats wegen verordnet. So läuft Bildung, Wissenschaft und Forschung seit Monaten. Jetzt folgt das dritte Chaos-Semester. Kenner und Kritiker sprechen bereits von einer verratenen und verlorenen Generation.

Nicole Gohle (Die Linke) teilt unter dem Titel „Teststrategie für Hochschulen ins Infektionsschutzgesetz“ per Linksfraktion-Pressemitteilung vom 13.4.2021 mit: „Wenn durch Tests die Gesundheit besser geschützt werden kann und bis zum Ende des Sommersemesters vielleicht sogar wieder ein wenig mehr Präsenzlehre möglich wird, dann müssen Bund und Länder alles dafür tun. Die Hochschulen sind als einzige Bildungseinrichtungen seit Beginn der Pandemie durchgängig geschlossen, und die Studierenden und Beschäftigten im Land haben das Recht auf eine Perspektive. Eine Teststrategie für Hochschulen gehört jetzt ins Infektionsschutzgesetz, um den Flickenteppich zu beseitigen. Mit einer einheitlichen Testpflicht für Präsenztage wäre ein erster Schritt getan.“