„Wer schreibt, der bleibt! Wer baut, auch. Verbrennen können sie alle. Nur das kulturelle Gedächtnis überdauert! – Serie: „Ex Oriente Lux? Wege zur neuzeitlichen Wissenschaft“ zeigt das Landesmuseum Natur und Wissenschaft Oldenburg (Teil 3/3)

Zerlegbares, anatomisches Augenmodell, um 1700 nach unserer Zeitrechnung.

Frankfurt am Main (Weltexpress) – Das ist eine Lehre fürs Leben, was mit der Bibliothek von Alexandria passierte. Verbrannt und nichtig all das gesammelte Wissen, das dort als Weltwissen aufbewahrt wurde. Caesar sei schuld daran, daß die rund 700 000 Rollen in Asche fielen. Das klingt imposant, es gibt auch andere Angaben über den allmählichen Verfall. Wichtiger aber sind die Daten ihres Aufbaus. Da gibt es nämlich die tollsten Geschichten, wie Fremden ihre Unterlagen weggenommen wurden, damit diese, Buchstabe für Buchstaube getreu kopiert und Zahl für Zahl notiert wurden, und bei der Rückgabe des kurzfristig entliehenen Schriftstückes bekam der Besitzer die Kopie und das Original wanderte in die Bibliothek. So waren die Sitten, die zwar nicht rechtsstaatlich sind, aber von einem kühnen Geist zeugen, dem damals schon bewußt war, was es auf sich hat mit den Originalen und dem, was man gerne Fälschung oder Kopie oder Abkupferung oder Wiedergabe nennt. Entscheidend aber ist, daß in Alexandria das Wissen um das Wissen existent war, ein Ort, der gut geeignet war, als Synthese zwischen Ost und West zu reüssieren.

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