Reden über statt Reduzieren von Atomwaffen oder die Abrüstungsagitation in Washington, Moskau und Peking ist nichts als Lug und Trug

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Test einer Atombombe der Vereinigten Staaten von Amerika im Pazifik. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). China ist schuld. Wahlweise aus Russland. Jedenfalls wollte Mike Pompeo als Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika (VSA) mit Angela Merkel als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und Heiko Maas als ihrem Außenminister in Berlin sprechen und zwar sowohl über die Volksrepublik China als auch über die Russische Föderation, gegen die die BRD immer wieder neu in ihrer Feindstellung justiert werden muss, damit es nicht zu einer echten eurasischen Union oder zu einem Bündnis und Block kommt, der von Lissabon bis Wladiwostok reicht. Deswegen ist der Russe schuld oder der Chinese. Und umgekehrt.

Peking habe, heißt es in der Staats-, Partei- und Kapitalpresse, der Verhandlung über einen Abrüstungsvertrag mit Washington eine Absage erteilt. Dass darüber vor allem die Nachrichtenagenturen der VSA und des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland (VK) informieren und zwar so und nicht anders, das versteht sich von selbst.

Lohnschreiber von „Reuters“ (6.5.2019) teilen unter dem Titel „‚China erteilt Atom-Abrüstungsvertrag mit USA und Russland Absage“ mit, dass „China … an keinerlei trilateralen Verhandlungen über eine Vereinbarung zur Atomabrüstung teilnehmen“ werde‘, sagte der Sprecher des Pekinger Außenministeriums, Geng Shuang, am Montag auf Nachfrage von Journalisten. ‚China lehnt es ab, dass irgendein Land außerhalb der Reihe im Zusammenhang mit Waffenkontrolle über China spricht.'“

Dass das kein Wunder ist, das wundert wenig, wenn man weiß, dass das scheinbar rote Riesenreich mit seinem staatsmonopolkapitalistischen Projekten und Oligopolen in permanenter Penetranz auf dem „Großer Sprung nach vorn“ ist, um Russland und die VSA zu überholen. Wer sich in rasanter Reise auf der Überholspur befindet, der lässt sich ungern ausbremsen. Außerdem muss das Projekt „Seidenstraße“ zur Eroberung Europas militärisch abgesichert werden. Das gilt auch für Massenvernichtungswaffen.

Handel und Herrschaft gehen halt Hand in Hand und wenn Donald Trump als Präsident der Wirtschaftsmacht VSA und Oberbefehls der VS-Streitkräfte den Chinesen im Handelskonflikt weitere Zölle androht, dann ist mit diesen schlecht Kirschen essen.

Zwar habe Trump laut „Kleine Zeitung“ (6.5.2019) „am Freitag nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erklärt, beide hätten über die Möglichkeit eines neuen Pakts zur Begrenzung von Kernwaffen diskutiert“, doch Reden ist nicht Reduzieren. Dass „diese Vereinbarung … auch China einschließen“ könnte, wie Trump behauptet, ist falsch. Die Chinesen können nicht, wollen nicht und dürfen nicht, wollen sie nicht die Verlierer sein. Die kapitalistische Gesellschaft Chinas ist auf Gewinn ausgerichtet, fordert zwangsläufig ein imperialistisches Projekt. Anders formuliert: der politische und militärische Bereich muss zur Absicherung des wirtschaftlichen Bereiches ebenfalls ausgedehnt werden.

Außerdem ist das Reden in Washington und Moskau übers Abrüsten auch im Allgemeinen Augenwischerei, denn als abgerüstet gilt eine atomare Waffe in den Verträgen zwischen Russland und den VSA schon dann, wenn der Sprengkopf von der ihn ins Ziel tragenden Rakete entfernt und diese Rakete vernichtet wurde. Die Sprengkopf werden anschließend in Bunkern gelagert, bis Schluss mit Lustig ist. Von einer Abrüstung im Verständnis des Reduzierens von Atomwaffen kann also keine Rede sein.

Die Russen und VS-Amerikaner nennen rund 14.000 Sprengköpfe ihr Eigentum. Die anderen Atomwaffen-Staaten, darunter auch Israel, kommen auf geschätzt 1.000 Sprengköpfe. Die Chinesen haben also einiges aufzuholen und werden sich davon nicht beirren lassen, auch nicht durch Zölle und Sanktionen.

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