Lohengrin! Zwischen Traum und Trauma: die Elsa der Elza van den Heever in Jens-Daniel Herzogs Inszenierung – Premiere von Wagners „Lohengrin“ an der Oper Frankfurt unter dem Dirigat von Bertrand de Billy

Elza van den Heever (Elsa von Brabant).

Frankfurt am Main (Weltexpress) – Eigentlich geht’s sonst um die Männer im „Lohengrin“. Der hehre Lohengrin selbst, das Opfer, der verschwundene Bruder, der fiese Telramund und der über allem schwebende König im ostfränkischen Reich, Heinrich der Vogler, der in Brabant nach dem rechten sehen muß. Diesmal aber geht’s um Elsa, die ansonsten zusammen mit ihrer Widersacherin Ortrud den Zickenkrieg geben darf. Es geht so sehr um Elsa, daß der Zuschauer erst einmal den Beginn in einem Multifunktionsraum der dreißiger Jahre, hier als Kinosaal, aus der Sicht der Elsa erlebt, denn der eben noch neben ihr sitzende Bruder ist verschwunden – der Zuschauer konnte verfolgen, daß er hinausgeleitet wurde, Elsa nicht. So weiß man schnell, das hier Dinge geschehen, die Elsa (Elza van den Heever) den Kopf und das Gemüt schwer machen müssen, denn wir sehen mit ihren Augen diese Welt, die sich gegen sie verschworen hat. Erst einmal in Person des Friedrich von Telramund (Robert Hayward), der sie beim Gerichtstag des Königs (Bjarni Thor Kristinsson) des Brudermords anklagt, weil er selbst die Erbfolge antreten will, die Elsa zusteht.

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