Der 1. FC Union Berlin startet in die Saisonvorbereitung

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Trotz Europameisterschaft und Brexit Entscheidung, nimmt der Alltag weiter seinen Lauf. Die Zweitligisten beginnen jetzt mit ihren Saisonvorbereitungen. Der 1. FC Union startet in die Saisonvorbereitung. In Berlin-Köpenick, in der Eisern-Lounge im Stadion „An der alten Försterei“ wurde der neue Trainer Jens Keller bei einem Pressetermin offiziell vorgestellt.

Das hochsommerliche Wetter brachte alle Teilnehmer gehörig ins Schwitzen. Neben Jens Keller nahm auch der Geschäftsführer Sport Lutz Munack an der Pressekonferenz teil, alles selbstverständlich unter der bewährten Leitung vom Geschäftsführer Kommunikation Christian Arbeit.

Es stand seit Monaten fest, dass Jens Keller die Aufgabe in Berlin übernehmen wird. Lutz Munack formulierte klar die Zielstellung: „Strategisches Ziel ist es, ein Platz unter den 20 besten Vereinen in Deutschland einzunehmen. Es musste ein Trainer gefunden werden, der dieses Ziel mitgeht.“ Wichtig ist für Jens Keller, dass mit der nötigen Ruhe am Erreichen dieser Zielstellung gearbeitet werden kann. Es ist nicht zu befürchten, dass ein geltungssüchtiger Vereinspräsident ständig versucht sich einzumischen.

Zu Beginn gab es von Keller die üblichen Nettigkeiten, „Union ist ein toller Verein, ich freue mich auf die bevorstehenden Aufgaben“ und so weiter. „Die Gespräche mit Helmut Schulte und Lutz Munack und ein letztes Treffen mit dem Präsidenten haben mich überzeugt“, erklärte Keller. Zwischenzeitlich gab es ein paar Irritationen, Jens Keller wurde mit Darmstadt 98 in Verbindung gebracht. Da war nichts dran. „Ich habe mich für die Aufgabe hier bei Union entschieden, mit voller Überzeugung. Am liebsten wäre es mir, wir hätten hier eine sehr lange erfolgreiche Zeit zusammen.“ Warum geht ein Trainer, der erfolgreich in der Bundesliga und in der Champions-League gearbeitet hat in Liga Zwei? „Ich möchte dort arbeiten, wo eine gewisse Ruhe und Struktur da ist, von Anfang an wurde, auch nach meiner Zeit bei Schalke, kommuniziert, dass die Liga egal ist.“

Keller Arbeit und Murnach. © Foto: Hans-Peter Becker, 2016
Keller Arbeit und Munack. © Foto: Hans-Peter Becker, 2016

Der Spieler-Kader ist noch nicht komplett, es steht schon mehr als nur das Grundgerüst. Jens Keller will einen Fußball spielen lassen, der auf Agieren und Schnelligkeit ausgerichtet ist. Die Mannschaft soll immer die Initiative behalten. Über mögliche taktische Ausrichtungen kann er natürlich erst genaueres sagen, wenn er die Spieler besser kennengelernt hat. Er sieht sich als sehr kommunikativen Trainer. Die Mannschaft steht über allem, wer das nicht akzeptiert wird Probleme bekommen.

Am 6. Oktober 2014 wurde Jens Keller von seinem damaligen Verein FC Schalke 04 beurlaubt. Was hat Jens Keller in den 20 Monaten der Arbeitslosigkeit gemacht? Das war eine Frage auf der Pressekonferenz. Ausgiebig Urlaub gemacht, die letzten Monate bei Schalke 04 waren nicht einfach. An der Universität St. Gallen hat er eine Zusatzausbildung im Fach Sportmanagement absolviert und viel hospitiert, unter anderem bei Louis van Gaal in Manchester. Im Januar standen Trainingslagerbesuche mehrere Vereine in Belek in der Türkei auf dem Programm. Dort hat er auch seinen Co-Trainer, den Dänen Hendrik Petersen kennengelernt. „Wir wohnten im selben Hotel.“ Dass Petersen in seiner Vita ein Arbeitsverhältnis bei RB Leipzig hatte, ist im Umfeld der Eisernen sauer aufgestoßen. An der fachlichen Kompetenz des neuen Co-Trainer gibt es keinerlei Zweifel und nur das zählt. Eine Neubesetzung gab es ebenso auf der Position des Athletik-Trainers.

Seit der Bekanntgabe, dass Jens Keller den Posten bei den Eisernen übernimmt, konnten Verträge mit wichtigen Leistungsträgern verlängert werden. Ein Ersatz für Bobby Wood wird noch gesucht. Nein, Jens Keller hat nicht versucht ihn umzustimmen, er wollte in die erste Liga. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass neben Emanuel Pogatetz und Christopher Trimmel ein weiterer Österreicher an die Spree gelockt werden soll. Philipp Hosiner soll kommen, eine Bestätigung steht noch aus. Die Chancen stehen 50 zu 50.

Aktuell hat der Trainer ein ganz anderes Problem. Am Tag der Pressekonferenz sollte er den Schlüssel für die Wohnung in Köpenick bekommen. Das verzögert sich jetzt bis Mitte Juli, dummerweise waren die Möbel schon unterwegs. Der Verein musste helfen, sie vorübergehend einzulagern.

Als die Journalisten das Gelände verließen, wurden gerade die neuen Trikots ausgeladen. Ein neuer Look, eine neue Struktur und ein neuer Trainer, was bringt die neue Saison?