Zwölf Tote und 157 Verletzte bei Anschlag in Minsk

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Nach der Explosion von 2008 ist dies das zweite Attentat in der Geschichte Weißrusslands und das erste in der weißrussischen U-Bahn. Die Behörden ermitteln wegen Terrorismus und haben bereits zwei Verdächtige im Visier. Mithilfe von Augenzeigen erstellte die Polizei Phantombilder. Nach Angaben der Ermittler handelte es sich um eine Bombe der „Marke Eigenbau“, die mit einem Fernzünder ausgestattet war. 

Lukaschenko schließt ausländische Spur nicht aus

Die betroffene U-Bahn-Station Oktjabrskaja liegt in unmittelbarer Nähe der Residenz von Staatspräsident Alexander Lukaschenko. Dieser besuchte kurz nach der dem Attentat den Ort der Explosion. Während einer Krisensitzung in Minsk sprach Lukaschenko von einer ernsthaften Herausforderung und schloss nicht aus, dass das Ausland hinter dem Attentat stecken könnte.

Er forderte von den Behörden, das gesamte Land auf den Kopf zu stellen, „um diese Unmenschen zu finden“. „Ich habe davor gewarnt: Die werden uns nicht in Ruhe leben lassen… Wer steckt dahinter? Auf diese Frage müsst ihr schnellstens eine Antwort finden“, sagte der Präsident zu den Chefs der Geheim- und Sicherheitsbehörden. Den Leiter des weißrussischen Geheimdienstes KGB machte Lukaschenko persönlich für die Ermittlungen verantwortlich. Der Staatschef appellierte auch an die Mitbürger, bei der Suche nach den Attentätern zu helfen. "Ohne Sie wird es schwer sein, diese Unmenschen zu finden.“

Schon nach seiner Wiederwahl im Dezember, auf die die Opposition mit Massenprotesten reagierte, hatte Lukaschenko gewarnt, dass Weißrussland alles andere als ein ruhiges Leben erwarte.

Hilfe aus Russland

Russlands Präsident Dmitri Medwedew äußerte in einem Telefonat mit Lukaschenko seine Anteilsnahme und bot Hilfe in Form von Ermittlern und Ärzten an. Zwei Experten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB sind bereits in Minsk eingetroffen. Zudem ist ein Moskauer Ärzteteam in die weißrussische Hauptstadt unterwegs. Bei dem Attentat wurden drei russische Bürger verletzt. Die Minsker Mediziner konnten neun der zwölf Todesopfer identifizieren. Von den 157 Verletzten schweben 22 in Lebensgefahr. Auch Großbritannien und Israel schickten Sprengstoffexperten nach Minsk.

Verstärktes Sicherheitsaufgebot in Minsk

Die Explosion hat die Minsker U-Bahn lahm gelegt. Am heutigen Dienstag nahm nur eine der beiden Metrolinien den Betrieb wieder auf. Um ein Verkehrschaos zu verhindern, ließ Präsident Lukaschenko zusätzliche Busse einsetzen. Der 13. April wurde in Minsk zum Trauertag erklärt.

RIA Novosti

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