Zweiter Lockdown in der Republik Irland

Eine Einkaufsstraße in Kilkenny, Irland. Quelle: Pixabay, Foto: Christian Birkholz

Dublin, Irland (Weltexpress). In der Republik Irland, nicht auf der Insel Irland, gilt nun ein sechswöchiger Lockdown.

Einzelhandelsgeschäfte oder auch Friseurgeschäfte müssen geschlossen werden. Restaurants dürfen Essen nur noch zum Mitnehmen verkaufen.

Die restriktiven Maßnahmen von Premierminister Micheál Martin (Fianna Fáil) und seinen Ministern, die gegen die Wahlsieger von Sinn Féin (republikanische Partei, die für die Wiedervereinigung und gegen das VK kämpft) ein Bündnis von Fianna Fáil und Fine Gael mit Green Party/Comhaontas Glas bildet. Dass das eine historische Koalition ist, das ist nicht die Frage. Auch der zweite Lockdown wird wie der erste in die Geschichte eingehen.

Die Iren dürfen sich nun nur noch im Umkreis von fünf Kilometern um ihren Wohnort aufhalten. Allerdings sollen anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr die Schulen und Kindergärten wichtige Gewerbe wie die Baubranche vorerst geöffnet bleiben.

Die Alarmstufe fünf, die als höchste gilt, sei von Gesundheitsexperten vom National Public Health Emergency Team der Martin-Regierung empfohlen worden, um den Anstieg der Covid-19-Fälle einzugrenzen. 31 Personen befänden sich laut Regierung auf Intensivstationen in der Republik Irland.

Außerdem würde derzeit in Donegal, Cavan und Monaghan die Stufe vier gelten, während sich der Rest der historischen Grafschaften auf der dritten Stufe befände.

Spitzensport dürfe übrigens weiter betrieben werden, an Beerdigungen jedoch nur bis zu zehn Personen teilnehmen, an Hochzeiten bis zu 25.

Vom Gastgewerbe, aus der Beherbergungsbranche, vom Tourismus- und Veranstaltungsgewerbe, aus dem Einzelhandel gibt es massive Kritik. Auch von Mitgliedern und Mandatsträgern der Sinn Féin kommt Kritik. Mary Lou McDonald fordert als Vorsitzende die Einführung sozialer Unterstützung für alle Betroffenen sowie die vollständige Wiederherstellung der Kürzungen bei der Pandemie-Arbeitslosenzahlung durch die Regierungsparteien. Die Unterstützung wurde von 400 Euro auf 350 Euro im Monat reduziert. Immerhin führt das dazu, dass Grenzstürmer und Geldgräber nicht nach Irland wollen. Am Wetter wird es wohl nicht liegen.

Doch unabhängig von Wind und Wellen brodelt es beim irischen Mittelstand, in den Mittelschichten. Allerdings werden die Armen in der Not gezwungen, sich anzupassen. Sie scheinen sich „ihrem Schicksal“ mehr oder weniger zu ergeben. Mit beachtlichen Protesten bis Ende November 2020 wird nicht gerechnet.

Martin hingegen zwitscherte auf „Twitter“ (19.10.2020): „Wir als Volk sind viel stärker als wir denken. Wir sind widerstandsfähiger als wir uns vorstellen können. Dies sind die schwierigsten Zeiten, aber das irische Volk wird durchhalten, und wir werden dies gemeinsam durchstehen.
Ar Scáth a chéile a mhaireann na daoine.“

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