Tohuwabohu bei italienischen Banken – Banca Carige von EZB unter Zwangsverwaltung gestellt

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Nur noch Kleingeld im Portemonnaie. Quelle: Pixabay

Frankfurt am Main, Deutschland (Weltexpress). Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt am Main stellte gestern die
angeschlagene italienische Banca Carige unter Zwangsverwaltung. Die Banca Carige ist nicht die einzige Bank, die wackelt und wankt.

„Dieser Schritt folgt auf einen Streit um eine Kapitalerhöhung“, teilt die „Frankfurter Allgemeine“ (2.1.2018) mit, weil dieses „vom größten Aktionär Vittorio Malacalza, mit 27,5 Prozent der Anteile, … abgelehnt“ wurde. Aus guten Grund. „Bankpräsident Piero Modiano, Geschäftsführers Fabio Innocenzi sowie weitere Mitglieder des Verwaltungsrates“ seien „zurückgetreten“ und „die Bank führungslos“. Tohuwabohu bei italienischen Banken.

Dass „die Aktien von Carige … vom Börsenhandel ausgesetzt“ wurden, das berichten alle Medien. Wer will schon noch diese Papierschnipsel und die Wertpapier von anderen italienischen Banken, wenn diese nichts wert sind?!

In „Spiegel-Online“ (2.1.2018) wird über die notorisch klamme Banca Carige wie folgt informiert: „Vergangenes Jahr retteten bereits andere italienische Kreditinstitute die Banca Carige, indem sie deren 320-Millionen-Euro-Anleihe kauften. Am Markt hatte Carige zuvor keine Investoren dafür gewinnen können.

Die in Genua ansässige Bank leidet unter der jahrelangen italienischen Konjunkturflaute und hat wie viele der heimischen Konkurrenten einen Berg an faulen Krediten angehäuft. Um krisenfester zu werden, hatte Italiens zehntgrößte Bank sich bereits von mehreren Geschäften getrennt.

Seit 2014 hatte Carige insgesamt 2,2 Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt und im selben Zeitraum einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro angehäuft – hauptsächlich in Folge der Belastung durch faule Kredite.“

In Italien bahnt sich ein gewaltiges Bankensterben an. Mehr dazu im Beitrag Der größte Schuldenberg der Welt wird 2019 weiter wachsen – Italien steht vor Pleitewelle und Bankensterben von Ulf Peter.

Dazu teilt die „Frankfurter Allgemeine“ mit, dass „der Index aller italienischen Bankaktien … derzeit 30 Prozent unter dem Wert des Jahresbeginns 2018“ liege „und … am Mittwoch rund 1,3 Prozent an Wert“ verloren habe. „Italiens Banken hatten in den vergangenen Jahren bis zu 200 Milliarden faule Kredite und mehr als 100 Milliarden Euro an Wackelkrediten ausweisen müssen, womit rund 20 Prozent aller Ausleihungen fragwürdig waren.“ Wie bei einem Eisberg ist das der sichtbare Teil der Problemkredite.

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