Schlagworte Gotik
Schlagwort: Gotik
Brandenburgische Sommer-Konzerte – Der Choriner Musiksommer: eine Empfehlung für Weihnachten und...
Berlin (Weltexpress) - Noch keine Weihnachtsüberraschung für den Liebsten, die Angetraute, für Oma und Opa, für den Freund, die Freundin oder für die Nachbarin, die während des Urlaubs den Briefkasten leert und die Balkonblumen gießt?
Nun könnten wir ja sagen: Jedes Jahr dasselbe!
Botticelli als Porträtmaler und als Maler der Frauen, insbesondere die der...
Frankfurt am Main (Weltexpress) - 1475 bemalt Botticelli für ein Turnier Giuliano de’ Medicis auf der Piazza Santa Croce in Florenz eine heute verlorene Fahne, auf der eine Minerva abgebildet war. Dies ist für den 29. Januar des Jahres nachgewiesen. Wichtig wird das im Zusammenhang der Gemälde von Frauen, die im Auftrag der Medicis entstanden und die eine eindeutige Ähnlichkeit mit der in höfischer Minne verehrten, also platonischen Liebe Simonetta Vespucci tragen, von der offiziell gesichert ist, daß sie, die verheiratete Frau, die Turnierdame des Giuliano war und schon am 26. April 1476 stirbt. Es müssen also die Familie Medici und die Funktion der Rittertuniere für diese Zeit näher beleuchtet werden, um sowohl über die Stellung des Malers wie auch über die Identitäten der Dargestellten in den Porträts Aussagen zu belegen. Erneut waren die Medicis nach der Rückkehr aus dem Exil 1434 die führende Familie in Florenz, was sich ihrem Anspruch gemäß vor allem in der Ansammlung von Kunst als Ausdruck gesellschaftlicher Macht äußerte. Das politische Empfinden des Stadtstaates Florenz mit einer starken Bürgerschaft führte nämlich schnell zum Aufbegehren, wollte eine Partei der Stadt ihr Siegel aufdrücken, was für die Medici galt und womit diese klug umgehen mußten und es lange konnten.
Die Rätsel um Botticellis Leben und sein Werk – Serie: Schlußspurt...
Frankfurt am Main (Weltexpress) - Zeit zum rechtzeitigen Besuch hatten alle seit dem 13. November, seit mit einem Paukenschlag Sandro Botticelli, der rätselhafte Maler der Schönheit (1444/45 bis 1510), im Städel am Frankfurter Main eingezogen war, zur ersten monographischen Ausstellung im deutschsprachigen Raum überhaupt. Aber je näher das Ende dieser Ausstellung rückt, deren Einzigartigkeit und Qualität sich herumgesprochen hat, desto voller werden die Räume – an die 200 000 Besucher waren es schon - und die Führungen sind längst ausgebucht, es sei denn sie bekommen noch eine spezielle, wovon noch die Rede sein wird. Sofort also hin zu Botticelli, der für die Allgemeinheit steht als Maler dieser antik gedachten holden und nackten Frauen, auf Muscheln oder sonst einer Unterlage, schön und dekorativ anzusehen, so ein bißchen weltfern, also nicht so recht aus Fleisch und Blut, aber fein und weich gezeichnet in einem hergebrachten mädchenhaften Schönheitsbild von etwas noch verschämter Weiblichkeit, das was man Jungfräulichkeit nennt, also die erblühende Frau in „Primavera“, dem bekannten Frühlingsbild, der noch bekannteren „Geburt der Venus“, der all die weiblichen Akte als Weiterarbeiten einer „Venus“ entstammen. Wer nur Schönes sehen will, kommt auf seine Kosten in dieser reich bestückten Ausstellung.
Das Freiburger Augustinermuseum und der Katalog von Hirmer bewahren die Schätze...
Frankfurt am Main (Weltexpress) - Wir konnten die Ausstellung in Hamburg noch sehen und darum um so mehr auffordern, nach abgeschlossener Renovierung des Museums in Freiburg dieses aufzusuchen, auf jeden Fall sich aber schon zuvor den Katalog der abgelaufenen Hamburger Ausstellung zu besorgen, denn eine gute Vorbereitung bringt bei mittelalterlicher Kunst dem Betrachter sehr viel. Und eine Schau der Kostbarkeiten ist das wirklich, was von Freiburg aus – wobei auch das Diözesanmuseum und private Leihgeber sich beteiligt haben - den Weg nach Hamburg fand. Begrüßt wurde man vom romanischen Christus in Reinkultur. „Der Gekreuzigte“ ist aus der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts aus dem Süddeutschen, über einen Meter hoch und aus Weidenholz gefertigt. Er ist – das kann man im Vergleich mit gegenüber hängenden Gekreuzigten aus dem 2. Viertel des 14. Jahrhundert gut vergleichen – noch in der alten Manier als siegreicher Überwinder des Todes dargeboten. Schmerzfrei steht er, ja schwebt geradezu da auf seinem Suppedaneum, mit den vier Nägel langgestreckt und in der Vertikalen betont wie in der Horizontalen und natürlich die Augen geöffnet, weil noch nicht tot.
„Aufbruch in die Gotik“ verspricht das Kulturhistorische Museum Magdeburg und hält...
Frankfurt am Main (Weltexpress) - Das ist einfach ein Erlebnis, wenn man vollgefüllt mit den Geschichtsdaten und dem historischen Personal von der Ausstellung Ottos IV. im Kopf nach Magdeburg einzieht, nicht zu Pferde, wie das Vorzeigesymbol, der Magdeburger Reiter, das älteste erhaltene freistehende Model, der alle Plakate, Schriften und Katalog bestückt, weil ein Reiter auch ein gutes Symbol für Aufbruch und Weiterkommen ist, sondern schlicht mit der Deutschen Bahn, wo vom Bahnhof aus dieses Museum so gut zu Fuß zu erreichen ist, das nun im Jubiläumsjahr des Baubeginns des Magdeburger Doms als erstem gotischen Bau jenseits der Rheingrenze zu Frankreich, eine sensationelle Ausstellung von einer kunsthistorischen Güte zeigt, zu der meine Wiener Tante und Kunsthistorikern gesagt hätte: „Daß ich das noch erleben durfte“. Sie können sicher sein, daß die Älteren unter uns nie wieder den Beginn eines geistig neuen Zeitalters mit solchen, aus der ganzen Welt zusammengetragenen Kunstschätzen sehen dürfen, für das die veränderte Kunstauffassung ja nur der Ausfluß der neuen Gesinnung und des neuen Verhältnisses zu Gott und den Menschen ist.
„Otto IV. – Traum vom welfischen Kaisertum“ im Braunschweigischen Landesmuseum –...
Frankfurt am Main (Weltexpress) - Ein Fest machen sie in Braunschweig aus dem Großereignis, daß vor 800 Jahren endlich ein Welfe römisch-deutscher Kaiser wurde. Es wurde gar das „Kaiserjahr 2009“ ausgerufen, es werden Ritterturniere veranstaltet, Minne gesungen, die alten mittelalterlichen Bauwerke in einen Braunschweiger Feuerzauber gehüllt, und überhaupt kein Möglichkeit ausgelassen, hier in Braunschweig auf die stolze Geschichte, aber auch auf die Einbrüche und Endlichkeiten weltlicher Herrschaft und bedeutender Geschlechter zu verweisen. Wir finden das richtig. Man sollte wirklich keine Gelegenheit auslassen, Geschichte lebendig zu machen und auch jungen Menschen verständlich zu machen, daß wir es sind, die unsere Geschicke in den Händen halten, daß wir unsere Gesellschaft mit formen, daß wir nie nur Werkzeuge irgendwelcher Mächte sind, sondern aktiver und gestaltender Teil, daß aber das lebendige Leben oft andere Wege geht, als wir geplant und veranlaßt haben, und daß es darauf ankommt, herauszubekommen, woran das lag, schon deshalb, um ein andermal besser gerüstet, besser informiert zu sein und anders entscheiden zu können.
Mit dem Kunstmarkt – Serie: Kunstmuseum Wolfsburg feierte den 15. Geburtstag...
Frankfurt am Main (Weltexpress) - Heute noch feiert das Kunstmuseum sich selber, den Aufbau der Sammlung, die Werke ab 1968 aufnimmt, aber übermorgen ist auch dieser Teil der Sammlung erst einmal wieder im Depot verstaut und damit eine Woche früher zu Ende als angekündigt, denn der amerikanische Lichtkünstler James Turrell hält am 24. Oktober Einzug und solch lange Zeit braucht der Aufbau einer Ausstellung, die zwischen Ausstellungsarchitektur und Inszenierung technisch und ästhetisch überzeugen will. Wolfsburg. Wir waren noch nie dort, kannten das Museum nur vom Hörensagen, den VfL Wolfsburg vom Zusehen, haben als Kind vom Vater fünf VW-Aktien geschenkt bekommen, lange mit großer Freude einen VW Passat Variant gefahren und nutzten die letzte Chance, wenigstens einen Teil der Sammlung dieser VW-Stadt auf den letzten Drücker zu sehen, weil wir unsere Nichtkenntnis immer als kunsthistorische Bildungslücke unsererseits ansahen. Das war sie auch, können wir nun nach dem Besuch konstatieren, denn das Museum und die Sammlung sind eindrucksvoll.
„Zieh die Birne ein, zieh die Rübe ein, Du Neckermann!“ –...
Frankfurt am Main (Weltexpress) - Mario Merz`s diesmal opulente Ost und Gemüseschlange von 1976, wobei das Organische ständig frisch gehalten werden muß, zeigt sich heute geradezu als visionär, wenn er der Erste war, der auf diese Idee kam. Denn die wird heute gnadenlos ausgebeutet, wenn auch in anderem Kontext. Kein Früchtestilleben an der Wand ohne Natur davor und auch Kulturausstellungen über das Essen bieten zur Vitrine und Wand noch künstlerisch dargebotenes Echtobst. Geht man dann erst einmal rasch durch die Ausstellung, um sich einen Überblick zu verschaffen, erkennt man schnell, was diese 15 Jahre Sammlung aussagen: sehr viele Photos, viele Videos, viele Installationen, wenig Gemälde und wenn schon, meist geometrischer oder sonstiger abstrakter Art, also kaum figurative Malerei.