Namensstreit um die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien – Ausschreitungen in Athen

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Die Flagge des Staates Griechenland weht. Quelle: Pixabay

Athen, Griechenland; Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die Tsipras-Regierung in Athen würde einen Staat anerkennen, der nicht existiert, eine ethnische Zugehörigkeit, die ebenso nicht existiert, und auch noch eine Sprache, die es nicht gibt. Das denken viele Griechen, vor allem in Mazedonien, genauer gesagt: in der griechischen Provinz Mazedonien.

Daneben gibt es noch einen Staat Mazedonien beziehungsweise die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien, dessen Volksvertreter in Skopje eine Namensänderung in Nord-Mazedonien oder Nordmazedonien wollen. Darauf einigten sich die Regierungen in Skopje und Athen. Zumindest in Griechenland gibt es dazu beim Volk großen Widerspruch.

Dazu schreibt Jannis Papadimitiou in der „Tageszeitung“ (17.1.2019): „Sogenannte mazedonische Kulturvereine aus ganz Griechenland rufen zu einer Massenkundgebung vor dem Parlament auf. ‚Hände weg von Makedonien‘, heißt es in einem offenen Protestbrief der Veranstalter. Gemeint ist in erster Linie die nordgriechische Region Makedonien mit der Hauptstadt Thessaloniki, vermutlich aber auch ein etwas abstrakter Begriff der ‚mazedonischen Identität‘, auf die nur Griechen einen Anspruch haben sollen.“

Bei dieser Massenkundgebung, bei der laut „Spiegel-Online“ (20.1.2019) „rechte und nationalistische Organisationen … mit der Großkundgebung von Zehntausenden Menschen gegen die Namensänderung von von Mazedonien in Nord-Mazedonien“ protestierten, gab es Krawall. Knüppel frei. „Mit Schlagstöcken und Pfefferspray hat die griechische Polizei eine Gruppe von Rechtsextremisten daran gehindert, auf den Hof des Parlamentes in Athen vorzudringen“, heißt es weiter.

Auch im „Tagesspiegel“ (20.1.2019) wird über „Ausschreitungen bei Mazedonien-Kundgebung in Athen“ informiert: „Die Polizei war mit 2000 Beamten, Drohnen und Hubschraubern im Einsatz. Teilnehmer der Kundgebung waren auch griechisch-orthodoxe Kirchengruppen und Popen.“ Was den einen „rechte und nationalistische Organisationen“ sind („Spiegel-Onlnie“), sind den anderen „griechische Oppositionsparteien“ mit „griechisch-orthodoxe Kirchengruppen und Popen“ („Tagesspiegel“).

Wie dem auch sei, nachdem das Parlament in Skopje am 11. Januar 2019 der Namensänderung in Nordmazedonien zustimmt, wollen die griechischen Abgeordneten in Kürze in Athen über die Mazedonienfrage abstimmen. Regierungschef Alexis Tsipras braucht 151 von 300 Stimmen.

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