Leipzig international ein Top-Reiseziel – ITB: Rekordjahr für Leipzig wird mit Musikschwerpunkt 2010 fortgesetzt

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Alexander von Maravić (Oper Leipzig, Kommissarischer Intendant und Geschäftsführender Direktor), Volker Bremer (Leipzig Tourismus und Marketing GmbH, Geschäftsführer), Prof. Andreas Schulz (Gewandhaus zu Leipzig, Gewandhausdirektor)

Diese Tatsache gilt insbesondere für ausländische Besucher, die in Leipzig entgegen dem Trend stabil blieben, ja sogar um 1 Prozent wuchsen, während die deutschen Gäste um 2,1 Prozent zulegten. Vor allem die US-Amerikaner besuchen Leipzig. Sie liegen mit 87 182 Übernachtungen weit vor den Engländern, die mit 24 875 das zweitgrößte Gäste-Kontingent stellen. Die Attraktivität für die USA zeigt sich auch darin, daß die „New York Times“ am 10. Januar 2010 eine Rangliste der weltweit spannendsten Reiseziele, die man unbedingt besuchen solle, erstellte, auf der unter 31 Zielen Leipzig als einzige deutsche Stadt überhaupt vorkommt und dann auch noch auf dem 10. Platz liegt, vor Metropolen wie Los Angeles (11) oder Shanghai (12). Aber auch der österreichische „Kurier“, der „7 hippe Städte“ vorstellte, benannte Leipzig und dies wiederum als einzige deutsche Stadt.

Für die Vergangenheit führen das Bremer und Schmidt auf die gezielten Ansprachen mit Leipzig-Reisen und Gruppenreisen zurück, die auch für 2010 erneut vorliegen. Für die nächsten Jahre gelten der Musik- und Kunststadt Leipzig die Höhepunkte des touristischen Angebots. Diese waren auch die Begründungen der New York Times für Leipzig: der 325. Geburtstag von Johann Sebastian Bach und die Wiedereröffnung des neu konzipierten Bachmuseums am 20./21. März des Jahres, die Konzerte und Festivals zum 200. Geburtstag von Robert Schumann und die große Werkschau von Neo Rauch im Museum der bildenden Künste Leipzig vom 1. April bis 15. August 2010. Die Spinnerei, dieses pulsierende Kunstzentrum in einer aufgelassenen Fabrik, wird ebenfalls als außerordentlich erwähnt, was jeder bestätigen wird, der dort war.

Im Pressegespräch informierten Alexander von Maravic von der Oper Leipzig und dort amtierender Intendant und Andreas Schulz, Direktor des Gewandhauses, über ihre Häuser und die hochkarätigen Jubiläen 2010-2013. Gute Gelegenheit, mehr über die Oper Leipzig zu erfahren, die als drittälteste bürgerliche Musiktheaterbühne nach Venedig und Hamburg existiert. Denn die Kunstform Oper entwickelte sich wie Kunstsammlungen erst einmal an fürstlichen Höfen. Seit 1840 in städtischer Hand und seit 1781 als „Gewandhausorchester“ benannt, ist das Orchester in Personalunion sowohl für den Opernbetrieb wie auch die Konzerte zuständig, deren klangvoller Name Gewandhausorchester für Konzerte in der Welt bekannt ist. Das heutige Opernhaus mit 1265 Plätzen wurde als einziger Opernhausneubau der DDR 1960 eröffnet. Zu dessen 50-Jahr-Feier werden im Oktober – ein Fest gibt es am 10. Oktober – Richard Wagners „Meistersinger“ neu inszeniert, mit denen auch damals das Haus eröffnet wurde. Richard Wagner ist einer der Opernheroen, aber die Leipziger Oper war auch immer dafür bekannt, die Moderne zu pflegen; so wurden Opern wie Kurt Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagony“ in Leipzig uraufgeführt. Peter Konwitschny, für seine innovativen Inszenierungen weithin berühmt, ist Chefregisseur des Hauses und Ulf Schirmer dessen Generalmusikdirektor, die gemeinsam das Opernprogramm erstellen. Operndirektor von Maravic beließ es nicht bei den kommenden Ankündigungen, sondern erzählte aus der Geschichte der Oper und auch vom gespannten Verhältnis, das Richard Wagner zu seiner Vaterstadt gehabt habe und auch davon, wie die Mendelssohn-Enthusiasten die Wagneranhänger düpierten. Er sprach nicht davon, daß das gespannte Verhältnis ursprünglich auch politische Gründe hatte, denn gerade angesichts der dümmlichen Schrift zur den Juden ist es wichtig, immer wieder zu betonen, daß Richard Wagner als Revolutionär angefangen hatte, was sich überdies in seinem Werk immer wieder auftut, dem Sachsen das Aufenthaltsrecht als Revoluzzer entzogen hatte.

Das hielt die Stadt Leipzig aber nach der spektakulären Aufführung des 1. Rings in Bayreuth 1876 nicht ab, sehr viel Geld dafür auszugeben, daß der zweite Ring 1878 in Leipzig spielen durfte. Mit Eklats u.a. natürlich. Man darf sich also zum 200. Geburtstag des Meisters auf einiges gefaßt machen, aber von Maravic versicherte auch, daß man das Parallelgenie Verdi, der ebenfalls 1813 geboren wurde, mitfeiern werden, denn traditionell seien die Leipziger stärker Verdi- denn Wagnerfans gewesen. Diese Antipodeneigenschaft hat man den beiden so unterschiedlichen Opernkomponisten zugewiesen, woran auch so subtile Romane wie Franz Werfels „Verdi“, nichts haben ändern können.

Neben Wagner ist es Christoph Willibald Gluck, der in Leipzig Operngeschichte schrieb. Viel zu wenig ist auch bekannt, wie sehr Wagner nach eigenen Angaben auf Gluck aufbaute und auch viel zu dessen Opernaufführungen beitrug. 2014 jährt sich der 300ste Geburtstag Glucks und Leipzig setzt heuer schon die Tradition der Gluck-Pflege fort. Am 17. April 2010 wird Peter Konwitschny „Alkestis“ inszenieren unter der musikalischen Leitung von Paolo Carignani, dem früheren Frankfurter Generalmusikdirektor. Dies ist nur der Auftakt zu einem Zyklus von vier Opern Glucks, die auch „Iphigenie in Aulis“, „Iphigenie auf Tauris“ und „Armida“ umfaßt und bis 2013 abgeschlossen sein soll.

Die 230. Gewandhaus-Saison beginnt am 19. August des Jahres mit den Mendelssohn-Festtagen, die zusammen mi dem Internationalen Mahler-Festival 2011 den hiesigen Schwerpunkt bilden, während auswärtig der Klangkörper sein Renommee in einem viertägigen Residenzgastspiel im Wiener Musikverein sowie einer sechstägigen Asien-Tournee ausbaut. Die Mendelssohn-Festtage 2010 sind seinem Komponistenkollegen und Freund Robert Schumann gewidmet. Gewandhauskapellmeister Ricardo Chailly dirigiert in vier Großen Concerten alle Sinfonien und Instrumentalkonzerte Schumanns. In einer Uraufführung kommt Karl Aage Rasmussens Orchesterfassung der „Papillons op. 2“ von Schumann zum Hören, eine Auftragsarbeit der Oper. Mit diesem Programm ist das Orchester dann in Europa unterwegs. Beim Hongkong Arts Festival gastiert das Gewandhausorchester mit der Oper Leipzig und dem Thomanerchor eine ganze Woche lang.

Am 1. Oktober wird Ehrendirigent Kurt Masur die 5. Mendelssohn-Gala dirigieren, in deren Rahmen der Mendelssohn-Preis der gleichnamigen Stiftung verliehen wird. Weiter gibt es neue CD-Einspielungen des Orchesters bei Decca, das Weihnachtsoratorium als dritter Teil des Bach-CD-Projekts unter Riccardo Chailly und einen Bruckner-Zyklus unter Herbert Blomstedt beim Laben querstand 8 kjk Altenburg), von dem bisher die Einspielungen der 6., 7. und 8. Sinfonie vorliegen und nun die 1., 3., und 4. Sinfonie folgen.

Kataloge: ’Leipzig-Reisen 2010’ und ’Gruppenreisen 2010’ können kostenlos angefordert werden bei: Tourist-Information, Richard-Wagner-Str. 1, 04109 Leipzig

www.ltm-leipzig.de

www.leipzig.de

www.oper-leipzig.de

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