Lederwaren Messe Offenbach vergibt Preissegen – Serie: ILM Summer Styles 2009 in Offenbach am Main (Teil 2/3)

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Los ging es mit der Modenschau, die nicht mehr als eine solche benannt wird, sondern heißt: Fashion Show Dynamic Vibes, wobei man nicht weiß, ob man eher auf die Modelle, die Kleider, die Schuhe oder die Taschen, die hier Shopper heißen, achten soll. Denn tatsächlich steht im Mittelpunkt das „Gesamtkunstwerk“, das sich aus den Teilen zusammensetzt. Die Tasche soll also immer die Krönung sein. Aber wählt man die Kleidung nach der Tasche oder die Tasche nach der Kleidung? Nimmt man dieselbe Farbe wie die Schuhe oder gerade das Gegenteil, das alles sind ästhetische Fragen, für die es kaum mehr eine Norm gibt, sondern die längst Geschmacksfragen geworden sind, unabhängig von Modefarben und Vorgaben, was man tragen soll? Norm aber ist, daß auch der Oberbürgermeister redet und das tat er launig, aber auch konkret: der ILM Award wird immer im Wechsel mit dem deutschen Lederwarenpreis verliehen. Anspruch des Preises und des Programms der ILM sei "Simply the best" zu sein. Mit dem Award werde die Leistung für die Ideen und die Produktion honoriert, weshalb man auch für die Jungen einen extra Preis ausgelobt habe. Die Messe sei international ausgerichtet und Design werde noch wichtiger als früher. Für Offenbach ist die Messe werbewirksam und umgekehrt ist für die Messe die ILM und ihre Preise ein Markenzeichen, weshalb man die ILM schon als „Markenartikel“ ansprechen solle. Jetzt seien die Einkäufer dran. Die müßten halt ordern.

Dann also die zweite Modenschau „Supreme“, über die wir schon berichtet hatten und die Band Gypsy, die nicht Zigeunermusik spielte! Aber gekommen waren wir sowieso der Preise wegen und die wurden uns dann in allen Einzelheiten doch zuviel. Aber es ist immer schön hinzuschauen, wenn Menschen etwas gewinnen und sich darüber freuen. Und man sieht halt nicht diejenigen, die sich preiswürdig glaubten und leer ausgingen. Die sechs großen Trophäen haben wir unten mit den Gewinnern, dem Anlaß und dem Preisgeld dargestellt, insgesamt waren es weitere 13 nominierte Kandidaten. Mit Michael Eibes trat der Sprecher der fünfköpfigen Jury auf, dem sich die Juroren Petra Kellner, Elisabeth Budde, Katrin Hempel und Rainer Schlatmann bei den Überreichungen der Auszeichnungen 2009 anschloßen.

Wir wollten noch etwas zu den Farben sagen. Nur sehr wenig klare, also farbstarke Farben waren zu sehen. Die Masse war in Farbtönen, die schon zu Beginn als Farbenskala der Fünfziger Jahre aus Italien bezeichnet wurden. Da ist wirklich etwas dran, wer dieses kleinmosaikartige Resopal noch kennt, allerdings gab es damals mehr rosa Töne, heute mehr lila und das Türkis fehlt heute völlig, das für die italienischen Fünfziger unabdingbar war. Diese Farben sind in einem Kalender als „Farbthemen“ bezeichnet und abgedruckt. Beim Herumschlendern auf der Messe, bei den Modeschauen erschließen sich die sanften und gedeckten Farben, die meist Naturtöne sind sofort. Zum einen ist als Modetrend Ethnolook vorgegeben. Nimmt man das ernst, dann kann es gar nicht anders sein, als daß Naturtöne die Hauptrolle spielen, viel Grün, Beige und Braun, denn man hat mit Naturfarben gefärbt. Meistens. Nur die lateinamerikanische Variante ist wie in Guatemala am stärksten eine rotbuntige, mit kräftigem Blau und Weiß. Hier wird unter Ethnolook aber die afrikanische und leicht die asiatische Variante angesprochen, und da kommen einem schon im Gedächtnis genau die Töne in den Sinn, die heuer modern sind. Natur und Naturfarben sind ja auch angesichts der gesamten Ökologiebewegung angesagt. Man sieht also, auch Farben und Farbauswahlen, hier Themen genannt, werden durch das Allgemeine gespeist. Wir werden die Farbentwicklung der nächsten Messen aufmerksam beobachten und auch ihre Erklärungen dafür.

Am nächsten Tag war schon alles wieder vorbei und tags darauf gab die Messeleitung bekannt: „Überwiegend positiv gestimmt zeigte sich das Gros der Aussteller der Internationalen Lederwaren Messe – I.L.M Summer Styles, die heute nach viertägiger Dauer in Offenbach zu Ende ging. 219 Anbieter aus 15 Ländern stellten zu dieser Messe ihre Kollektionsneuheiten für Frühjahr/Sommer 2010 bei modischen Taschen, Lederwaren und Reisegepäck sowie letzte Aktualitäten für das Weihnachtsgeschäft vor.“

Höher als erwartet war der Besucheranteil von knapp 6100 Besuchern und schloß somit an das hohe Vorjahresniveau an. Wenn Einkäufer aus 43 Ländern nach Offenbach kommen und damit zum Anteil ausländischer Besucher mit rund 20 Prozent führen, zeigt dies die internationale Wertschätzung der I.L.M Offenbach als einer der weltweit führenden Branchenfachmessen für Lederwaren. Alles in allem kann die Messegesellschaft vom selben Phänomen ausgehen, das auch die Internationale Automobilmesse bestimmte: Der Handel kann trotz konjunktureller Unwägbarkeiten auf eine weitgehend stabile Konsumstimmung setzen und hat alle Vorgaben, mit den neuen Saisonthemen gute Verkaufserfolge zu starten.

Neben den Anbietern modischer Taschenkollektionen profitierten auch die Aussteller mit Trendkollektionen und innovativen Neuheiten bei Kleinlederwaren, Reise- und Freizeittaschen, Business- und Schulartikeln von einem erfreulichen Orderinteresse. Und die Koffer von RIMOVA spielen noch in einem anderen Stück eine Hauptrolle, weshalb wir im dritten Teil uns ihnen widmen wollen.

Info: Die Gewinner der I.L.M TROPÄEN 2009:

1. Kategorie „Best Presentation“: eine I.L.M AWARD TROPHÄE mit einem Geldpreis von EUR 2000,- erhielt die Firma CRUMPLER, Köln.

2. Kategorie „Best Newcomer“ – eine I.L.M AWARD TROPHÄE mit einem Geldpreis von EUR 2000,- erhielt die ABBI Volpi srl, Modena für das innovative wie ausgeprägt modische Design von Businesstaschen.

3. Kategorie „Best in Basics“ – eine I.L.M AWARD TROPHÄE mit einem Geldpreis von EUR 3000,- erhielt die Firma DELSEY, Deutschlandsitz Offenbach, für die Business-Taschenserie „Quantum“.

4. Kategorie „Best Intelligence“ – eine I.L.M AWARD TROPHÄE mit einem Geldpreis von EUR 3000,- erhielt Firma TUMI Inc., Deutschlandsitz Neuenrade für die Entwicklung des T-Pass-Konzeptes.

5. Kategorie „Best in Fashion“ – eine I.L.M AWARD TROPHÄE mit einem Geldpreis von EUR 3000,- erhielt CALVIN KLEIN Accessories by Eratex GmbH, Düsseldorf für die Serie „Selection“.

6. Kategorie „Best Young Culture“ – eine I.L.M AWARD TROPHÄE mit einem Geldpreis von EUR 3000,- erhielt die BURTON Sportartikel GmbH, Innsbruck für die Idee und Umsetzung des „Green Mountain“ Projekts.

www.messe-offenbach.de

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