Ist die TUI noch kreditwürdig? – Der Verkauf von Tafelsilber scheint angesagt

Ein TUI-Kreuzfahrtschiff mit Namen "Mein Schiff". Quelle: Pixabay, Foto: Bernd Hildebrandt

Frankfurt am Main, Deutschland (Weltexpress). Die Entscheidungen von Staats- und Regierungschefs in Bezug auf das Wuhan-Virus bringen Menschen den Tod, aber auch Unternehmen den Bankrott. Betroffen ist auch der Reisekonzern TUI. Die TUI-Aktie schmiert seit November 2019 ab, nur unterbrochen von einem kleinen Anstieg Anfang Februar 2020. Derzeit hält sie sich etwas über Null und pendelt um drei Euro. Das ist gelinde gesagt nicht viel.

WELTEXPRESS informiert unter der Überschrift „Weniger Hotels, weniger Schiffe, weniger Flugzeuge – TUI auf Schrumpelkurs?“ bereits über den Absturz. Wer jeden Monat eine dreistellige Millionensumme verliert, der steht am Ende mit leeren Händen da.

Zwar wurden Lockerungen beschlossen und verkündet, auch schon einige umgesetzt, doch der Reiseboom bricht nicht aus. Die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen scheint von Tag zu Tag wachsen. Diejenigen, die dem Reisekonzern Geld gaben, werden vermutlich immer unruhiger. Das wissen vor allem die Männer und Frauen der großen Ratingagenturen.

Unter der Überschrift „Ratingagentur Moody’s sieht Kreditwürdigkeit von TUI kritischer“ teilt „Reuters“ (20.5.2020) mit, dass die Ratingagentur „Moody’s … seine Einschätzung der Kreditwürdigkeit von TUI am Mittwoch um zwei Stufen auf ‚Caa1‘ von ‚B2‘ „runtersetzte und „mit einem negativen Ratingausblick vor einer weiteren Herabstufung“ warnte. „‚Caa1‘ ist das fünftschlechteste Rating auf der 21-stufigen Skala von Moody’s und steht für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen.“

Nicht nur „Moody´s“ befürchtet, dass die 1,8 Milliarden Euro Staatsknete über einen Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hinten und vorne nicht reichen würden. Die Männer und Frauen von „Moody´s“ meinen, dass die TUI „3,5 bis 4,0 Milliarden Euro verlieren (Free Cash-flow)“ würde und zwar noch „im laufenden Geschäftsjahr“. „Womöglich müsse der Konzern auch einen Teil der Anzahlungen von 2,2 Milliarden Euro an die Touristen zurückerstatten, die TUI stattdessen lieber mit Gutscheinen vertrösten will.“

Wer ist in einer Situation wie dieser so doof, und lässt sich einen Gutschein statt Geld geben? „Einen Teil der Anzahlungen“? Der Teil könnte ein großer werden. Es könnten also noch ein, zwei Milliarden mehr und also über 5 Milliarden Euro werden.

TUI wird sich vermutlich von viel Tafelsilber trennen müssen. Was bleibt noch von den 150 Flugzeugen, 18 Kreuzfahrtschiffen und über 400 Hotels? Wolle kaufe?!

Zur WELTEXPRESS-Newsletter-Anmeldung