Israel sucht den Messias oder Wahlkampf in Israel mit den Themen Wohnungsbaukrise, Steuern, Iran – und wenig Frieden

Benjamin Netanjahu und Naftali Bennett auf einem Plakat in Israel. © Foto: Johannes Zang, 2015

Jerusalem, Israel (Weltexpress). Zionsplatz, West-Jerusalem, Israel. Er ist gekleidet wie Dracula. Auf seinem schwarzen Gewand prangen Aufkleber mit den Namen israelischer Banken. Der Standort ist mit Bedacht gewählt. Roy Folkman steht mit Parteimitgliedern und -sympathisanten vor der Bank HaPoalim. Um sie herum laufen Nikoläuse und Feen, Cowboys und Nonnen, Sträflinge und Schlümpfe, bewegen sich zu Hebrew-Techno, trinken, feiern. Es ist kurz nach 22 Uhr an diesem Vorabend von Purim, dem jüdischen Karnevalsfest. Von der nahegelegenen Fußgängerzone Ben Yehuda wummern die Bässe herüber. Dort ist kaum ein Durchkommen. Hauptsächlich junge Menschen, zwischen 15 und 30, stehen dichtgedrängt – Harry-Potters neben Piraten, Prinzessinnen neben Mädchen mit Käferfühlern. Hin und wieder erschreckt einen ein Knallkörper, hier, wo am 1. Dezember 2001 ein palästinensischer Selbstmordattentäter 11 Menschen in den Tod riss und 188 verletzte.

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