Industrietourismus in Spanien – Serie: Aus dem neuesten Spanieninfo Februar 2011 (Teil 1/2)

Das leuchtet uns ein, daß auch in Spanien dieser Trend eingeschlagen wird, der in Deutschland immer mehr Menschen auf die historische Spuren führt, wo sie die Schönheit und Funktionalität von Industrieanlagen aus dem 19. Jahrhundert bestaunen. Allerdings nimmt Industrietourismus in Spanien eine andere Richtung. Zwar gilt das Interesse auch Industriedenkmälern, aber stärker noch den Produktionsbedingungen des über ganz Spanien verbreiteten Handwerks mit ihren Traditionen. Betriebs- und Werkbesichtigungen sind verbreitet, die dazu dienen, „das Vertrauen der Verbraucher in eine bestimmte Firma oder Marke zu gewinnen oder das Produkt-Image zu verbessern.“

Katalonien ist Vorreiter des Industrietourismus, so wie das Land auch einst führend bei der Industrialisierung war. In Katalonien gibt es ein Industrie-Tourismus-Netzwerk, dem mehr als 30 Gemeinden im Land angehören. Allein die Hauptstadt Barcelona bietet in einem Führer hundert Vorschlägen für Ausflüge in Fabriken und andere Einrichtungen an. In Toledo ist es nicht die Stadt, sondern die Handelskammer, die einen umfassenden Führer durch die gesamte Provinz erstellt hat und unter die Leute bringt.

„Auf dem Programm stehen Bodegas, Käsefabriken, Marzipanhersteller, Mühlen, Bauernhöfe, Straußfarmen, Süßigkeiten- und Wurstfabriken.“, heißt es für Toledo. Insbesondere aber sind es die kleinen und spezialisierten Handwerksbetriebe, die schreinern und schmieden, sticken und sattlern, Keramik erzeugen und diese spanischen Kacheln sowieso. Besonderes hat die Provinz Huelva zu bieten. „Bei einer Fahrt mit dem Zug durch die bizarre Landschaft des Minengebietes Rio Tinto werden die Besucher in die Welt der Erzgewinnung eingeführt. Das angeschlossene Bergbaumuseum gibt eine Übersicht über die 5000jährige Geschichte des Minenabbaus.“

Über Sevilla wird geschrieben sowie auf die Provinzen Valencia wie auch Alicante abgehoben. Zur Provinz Murcia kommt nichts. Wahrscheinlich kommt von dort auch nichts, dabei ist es zu schade, daß deutsche Touristen von der Eigenwilligkeit Murcias kaum eine Ahnung haben. Wir würden Führungen in die unterirdischen Bäderanstalten vorschlagen oder die Quellen zu erforschen. Zu wenige wissen, welch unglaubliche Bäderlandschaft in Murcia noch zu sehen ist, in dem Stil, der im 19./20. Jahrhundert üblich wurde, als die besseren Leute auf Bäderreise gingen. Die großen Bäderanstalten sind architektonisch und in der Ausstattung im türkischen, nein besser sollte man sagen, im orientalischen arabischen Stil gehalten, denn türkisch wurden die Bäder dann nur genannt, ihre Funktion aber erhielten sie aus der arabischen Welt und ihr bevorzugten Farben in Blau und Türkis auch.

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Alles andere, auch die vielen Internetangaben zur Industrietourismus entnehmen Sie bitte dem

www.spain.info/de

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