Landleben, gute Küche und hip wohnen: Hoffnung im Alentejo

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© WELTEXPRESS, Fotos: Petra Sparrer

Besucher können in Portugals nach wie vor ärmster Region alles haben – gutes Essen, Kultur oder Spurensuche auf Wein-, Salz- und Schmugglerrouten. Einfache Pensionen, Reiterhöfe und elegante Pousadas in Gebäuden mit historischem Flair ziehen seit Jahrzehnten ausländische Gäste und Ausflügler aus Lissabon an. Doch auch in der Wirtschaftskrise setzen unternehmungslustige junge Gastgeber ebenso wie reiche Investoren auf den Tourismus und schaffen neue Angebote, darunter recht luxurise.

Ein Streifzug

Zumindest Entschleunigung von Alltag und städtischer Hektik kosten im Alentejo nichts. Die Zeit scheint hier langsamer dahinzufließen. "Die Alentejanos, so heißt es bei uns, haben immer einen Stuhl neben dem Bett stehen, damit sie sich ausruhen können, sobald sie aufgestanden sind", erzählt die dünne Reiseführerin Olga Miguel auf der Busfahrt von Lissabon Richtung Süden. Geduld muss man haben, jedenfalls wenn man bei Korkeichenschälen dabei sein möchte, was ja nur alle neun Jahre gemacht wird. Dann vielleicht lieber den Likör "As Cinco Bolotas" aus Eicheln der Korkeiche probieren. Jetzt schmunzelt Olga, schiebt sich ihre langen blonden Haare aus dem Gesicht fügt noch hinzu, ihre Mutter habe eine amerikanische Freundin namens Olga gehabt; Altkommunistin im südländischen Stil seien ihre Eltern nie gewesen. "Danach werde ich immer gefragt, weil ich nicht nur Olga heiße, sondern auch noch aus Grândola komme".

"Grândola vila morena, Terra da fraternidade … – Grândola braungebrannte  Stadt, Heimat der Brüderlichkeit, das Volk regiert, in dir, oh Stadt …" So beginnt ein Lied, das eng mit der Geschichte der Nelkenrevolution verbunden ist, die in der Nacht vom 24. auf den 25. April 1974 zum Sturz der Salazar- Diktatur führte. Der antifaschistische Liedermacher José Alfonso es 1964 für den Arbeiterverein Sociedade Musical Fraternidade Operária Grandolense im Stil der alten Chorgesänge der Landarbeiter. Das Lied war verboten und als es an diesem Abend im Radio gespielt wurde, wussten Eingeweihte Bescheid, dass die Revolution in Lissabon begonnen hatte. Einen Tag zuvor hatte ein verschlüsselter Hinweis in der Lokalzeitung gestanden. In Lissabon ging die begeisterte Bevölkerung auf die Straße und steckte den Soldaten rote Nelken in die Gewehrläufe. 18 Stunden nachdem das Lied gespielt worden war, endeten in Portugal 48 Jahre der Unterdrückung.

Wo ein Landei Nobelpreisträger wurde

Noch weiter zurück reichen die Wurzeln der sozialen Unterschiede im alten Latifundienland Alentejo. Für eine Ernteperiode bekam ein Landarbeiter vom Großgrundbesitzer 60 kg Maismehl, 100 Escudos, drei Liter Olivenöl, fünf Liter Mönchsbohnen, Wohnung, Brennholz und etwas Geld am Jahresende. So recherchierte es José Saramago für seinen Roman "Hoffnung im Alentejo".  Das Buch handelt von der leidvollen Geschichte von vier Generationen einer Tagelöhnerfamilie in der Zeit von 1900 bis zur Nelkenrevolution 1974.  José Saramago, der 1998 für seine Werke den Nobelpreis für Literatur bekam, lernte in seiner Jugend Automechaniker, da seine Familie für das Gymnasium nicht genügend Geld hatte, war er doch nur der Enkel eines Schweinehirten. Im neuen Portugal bekam der Schriftsteller für einige Zeit ein Ministeramt. Sein Name bleibt mit dem ländlichen Portugal verbunden. Eigentlich hieß er Sousa, aber der Beamte trug einfach den Spitznamen seines Vaters Saramago – Ackerrettich – in die Geburtsurkunde ein.

Évoras magisches Kulturerbe

Olga ist zum Glück nicht in solchen Zeiten groß geworden. Trotzdem freut sich die Reiseführerin, dass sie viel Obst und Gemüse aus den Gärten und von den Feldern ihrer Verwandten bekommt und weniger Geld im Supermarkt ausgeben muss. Aus Grândola ist sie in die Nähe von Évora umgezogen. Das historische íˆvora – seit 1986 Welterbe der Unesco – ist ein Besuchermagnet. Erst 1979 wurde Évoras Universität aus dem späten Mittelalter wiedereröffnet. Souvenirshops verkaufen Teppiche, Keramik und ungewöhnliche Dinge aus Kork, vom Mouse-Pad bis zum Imitat einer Handtasche mit Krokolederstruktur, die Michel Obama in Portugal geschenkt bekam.

Der Diana-Tempel, die Burg und der Aquädukt stammen von den Römern. Zu den sehenswerten Kirchen zählen die Kathedrale von Santa Maria, die Franziskanerkirche und die Capela dos Ossos, die Knochenkapelle oder das Beinhaus. Schläfrige Gemütlichkeit beherrscht die engen Gassen mit ihren in die Jahre gekommenen Häusern und die Praça do Giraldo. Auf dem langgestreckten Platz kann man mit oder ohne Zeitung Stunden vertrödeln – auf einem Caféstuhl, dem Rand des Marmorbrunnes, im Schatten der Arkaden oder auf Treppenstufen und fühlt sich dann schon bald zu Hause.

Olga hat einen deutschen Mann und die beiden haben ein kleines Haus gekauft. Viel Zeit zum Faulenzen bleibt ihnen nicht, die Renovierung steht noch aus. Alles ganz aufregend, aber immerhin machbar: Der Kredit über 200 000 € läuft bis zu ihrem 80. Lebensjahr. Doch darum soll es jetzt nicht gehen: Es ist Zeit für ein authentisches Essen im Alentejo. Szenenwechsel nach Alcácer do Sal.

Reis für Arm und Reich

Das schlichte weiße Haus mit neuem rotem Ziegeldach war bis 1986 eine Grundschule. Da sie nur noch vier Schüler hatte, musste sie schließen. "A Escola", der Name des Restaurants, eine Tafel und einige aufpolierte Schulbänke erinnern noch daran. Die regionale Küche und die prämierte Weinkarte sind so beliebt, dass selbst Gäste aus dem 90 km entfernten Lissabon gern anreisen. Der 63jährige Chef Enrique fährt jeden Morgen mit dem eigenen Boot zum Fischen, wenn das Wetter es erlaubt. Als Vorspeise serviert er Tapas mit den besten Olivenölen und Käsehäppchen aus dem Alentejo, seine Süßigkeiten mit Pinienkernen und seine Reisgerichte mit frischen Meeresfrüchten sind legendär und zur Jagdsaison kommen auch Wildgerichte auf den Tisch – von Rebhuhn bis Kaninchen im Teigmantel.

"Ich wollte das Restaurant vor 15 Jahren zusammen mit meinem Vater aufmachen, der dann unerwartet starb", erzählt der schlanke und agile Enrique, während er in der Küche Gehacktes aus Kaninchenfleisch mit Brotkrumen und Kräutern verknetet.  "Ich wusste zunächst nicht, wie es weitergehen sollte, ging zu den Nachbarn, die mir die alten Rezepte aus ihren Familien erklärten." Er probierte sie alle aus und editierte auch eine alte Rezeptsammlung der portugiesischen Königsfamilie, die im 16. und 17. Jh. im Alentejo residierten. Das war sehr aufwendig und erforderte viel Engagement. Enrique hat zudem sein eigenes Erfolgsrezept: Er zaubert die Geschmacksnoten aus seiner Kindheit auf die Teller und erwärmt damit die Herzen seiner Landsleute.

Wenn sich das Restaurant zu besonderen Anlässen füllt, sind alle zwölf Mitarbeiter zur Stelle. Drinnen hat Enrique Platz für 50 Gäste. Draußen neben dem Kräutergarten und Spielplatz kann er noch mal so viele bewirten. Parkplätze gibt es genug und hinter dem Haus einen Helikopterlandeplatz. Ab und an kamen schon Gäste mit dem Hubschrauber, darunter Belmiro Mendes de Azevedo. Der Sohn eines Schreiners und Präsident der Unternehmensgruppe Sonae hat sein Amt aus Altersgründen an seinen Sohn übergeben. Er zählt aber mit einem geschätzten Vermögen von 1,5 Mrd. Euro zu den reichsten Menschen Portugals.

An ganz normalen Tagen kommen nur ein paar Familien der Nachbarn aus Alcácer do Sal und genießen ganz unprätentiös das Ambiente und die frischen Zutaten oder die schwarze Tintenfischtinte im Reis aus ihrer Region. Carolina ist der magische Name, den die Portugiesen für ihren Reis erfunden haben, der in der Fachsprache Long A bzw. Extra Long A heißt. In der Küche hält Enrique stolz einen Beutel hoch: "Dieser Reis wird in Alcácer do Sal angebaut und für mich ist es der beste".

Rein statistisch gesehen, sind alle Portugiesen Reisfanatiker. Pro Jahr essen sie 15 kg Reis pro Person, über dreimal so viel wie die restlichen Europäer mit durchschnittlichen 4,5 kg. Um diesen Bedarf zu decken, importiert das Land 50 % der konsumierten Reismenge, obwohl es sich mit 165 000 Tonnen aus eigener Jahresproduktion nicht hinter dem Nachbarn Andalusien zu verstecken braucht. Ein großer Teil des Anbaus erfolgt im dünn besiedelten Alentejo, aus dem 500 000 der rund 10 Mio. Portugiesen stammen.

Störche, Delphine und weite Natur

Über den gelblich flimmernden Reisfeldern am Fluss Sado kreisen zur Erntezeit im September unglaublich viele Störche. Für die Einheimischen sind sie schon fast eine Plage, und dies nicht mehr nur in der kühleren Jahreszeit. Nicht der Reis interessiert die Störche am meisten, sondern die vor einigen Jahrzehnten von Amerikanern eingeführten Süßwasserlangostinos in den Bewässerungskanälen der Felder. Die verhältnismäßig raren Touristen freuen sich über das Spektakel.

Das küstennahe Alcácer do Sal hat das verschlafene Flair des Hinterlands. Naturliebhaber entdecken bei Bootsausflügen von Rotas do Sal auf dem Sado auch viele Stelzvögel und mit etwas Glück Delphine. Die vom Motorgeräusch erschrocken auffliegenden Flamingos sehen auf den Fotos später meist nur wie grazile rosafarbenene Pinselstriche aus. Die Salzgewinnung in den Salinen am Ufer geht bis auf das Salatia der Römerzeit zurück. In ca. drei Stunden erreichen die Boote die Halbinsel Tróia, die größtenteils zum Naturschutzgebiet Reserva Natural do Estuário do Sado gehört.

Nachhaltiger Tourismus und römische Fischfabriken

Wegen ihrer traumhaften Strände und Dünen ist sie bei sonnenhungrigen Touristen beliebt. Es gibt eine Fährverbindung nach Sétubal und entlang der Costa de Galé erstrecken sich weite Sandstrände bis Sines, die ganzjährig Surfer anziehen. Der von Golf World unter den besten 20 Golfplätzen in Europa gerankte 18-Loch-Golfplatz des Troia Resort und eine neue Marina mit 184 Liegeplätzen locken betuchtere Gäste. Einen tollen Blick über die Halbinsel und ein wenig Miami-Flair bietet die Dachterrasse des Hotel Aqualuz. Zum Meer sind es von den 325 Zimmern nur wenige Schritte. Die touristische Erschließung der Halbinsel lag größtenteils in den Händen des Investors Sonae Group. In der Nähe von Strand, See und Golfplatz verkauft sie Apartments (4400 € pro m2) und Villen (6300 € pro m2).

Nur wenige Kilometer entfernt lädt eine Dünenlandschaft am Wasser zu einer Reise in die Römerzeit ein. Vom späten 1. Jh. bis zum 6. Jh. gab es in Tróia neben einer Siedlung eine der größten bisher gefundene Fischverarbeitungsanlage der Römer. Gut erhalten sind die Becken, in denen der Fisch gesalzen und die Fischsauce Garum hergestellt wurde. Der betonartige wasserdichte Putz aus der Römerzeit ist original. Direkt neben den Becken befanden sich die römischen Bäder und ein Mausoleum. Es wurde über ein altes Lagerhaus für Amphoren gebaut und war vermutlich das Familiengrab des Fabrikbesitzers. "Die Größe der Bäder lässt vermuten, dass neben den Arbeitern der Fabrik auch die Leute aus der Siedlung hier badeten, aber genau weiß man das nicht," sagt Archäologin Inês Vaz Pinto, die heute die Ausgrabungsstätte betreut. Die Ausgrabungen begannen im 18. Jh. unter der portugiesischen Königin Maria I. und das Mausoleum wurde in den 1970ern überdacht. "Leider fehlen derzeit die Gelder, um die Grabungen fortzusetzen", bedauert die Archäologin. Sie ist sich sicher: Der Sand in kilometerweitem Umkreis verbirgt noch viele Überraschungen."

Wein ganz groß

Statt gesalzenem Fisch und Fischsaucen kurbeln heute Weine und Olivenöl die Wirtschaft des Alentejo an. Und Touristen, die sich von der Küste lösen, können im Hinterland auf vieles entdecken. Zum Beispiel Portugals drittgrößten Weinerzeuger, die Herdade do Esporão in Reguengos de Monsaraz mit 450 ha Wein, 82 ha Olivenhainen und einem Stausee. Der moderne Privatbetrieb an der Weinroute bietet Führungen durch die kilometerlangen Keller. Von einer Empore haben Gäste Einblick in die hauseigene Abfüllanlage. Bei den Weinproben (ab zwei Personen möglich) kommen Weinliebhaber z. B. mit Esporão, Vinha de Defensa und Monte Velho auf ihre Kosten. Für Gruppen gibt es Jeepfahrten und Zeichenkurse.

Etwas ganz Besonderes für Liebhaber von Wein und modernem Luxus ist das 45 Mio. € Projekt von Sousa Cunhal: L ´And Vineyards zu Füßen des Dorfs Montemor-o-Novo. Das Fünf-Sterne-Haus mit Pool,  großem Spa und nettem Restaurant mit lokaler Küche produziert eigene Weine. Der Clou: Die Gäste können sich daran beteiligen und an Kursen, Ernte und Weinproben teilnehmen. In den 22 Suiten (ab 250 €/pro Nacht) mit I-Pads und I-Pods, Kamin und Whirlpool auf der Terrasse residiert man zwischen neu angelegten Weinkulturen. Kultig sind die Sky-Suites. Per Knopfdruck lässt sich das große Fenster über dem Bett öffnen und schon schweift der Blick zu den Sternen.

Kopf der Unternehmensgruppe ist José Cunhal Sendim, Spross einer reichen Familie, die schon im 18. Jh. große Ländereien in der Region landwirtschaftlich bewirtschaftete. Die junge Hotelmanagerin Tania mit den strahlenden Augen führt hier ein noch jüngeres Team und spricht auch gern mit den Gästen: "Viele fragen mich dann irgendwann, ob das Kloster auf dem Hügel in Montemor zu besichtigen ist, das man vom Hotel aus gut sieht. Da muss ich sie leider enttäuschen, denn es ist heute ein Puff". Und dann freut sie sich über die verblüfften Gesichter. Ein Ort zum Verlieben und auf dem Gelände des Projekts kann man auch seine kleine Landvilla kaufen; mit drei bis sechs Zimmern für 380 000–850 000 €), mit zwei bis drei Zimmern für 200 000–300 000 €. Gebaut wird erst nach Kauf und wer noch Geld übrig hat, bekommt auch seinen eigenen Weinberg dazu.

Schickes Landhotel am Cromlech von Almendres

Ein abgeschiedenes Refugium, das weder ländlichen Charme noch Schick vermissen lässt, haben sich José Pedro Vasconcelos, der Schauspieler und ehemalige Entertainer der Fernsehshow Quinta das Celebridades, und seine Frau Mariana Roxo, Reisejournalistin, in der Nähe von Évora geschaffen. An Schafweiden vorbei führt die Zufahrt zu einem restaurierten Bauernhof auf 13 ha hügeligem Gelände. Für die Bewässerung sorgt eine Quelle und oben auf dem Berg grasen die beiden zotteligen Esel Almendra und Eça Bonita. Hier kann man durchatmen, den Garten durchstreifen, an den beiden Pools faulenzen und die Ruhe genießen. Es gibt nur sieben Zimmer (35–80 m2). "Irgendwann zieht es einen raus aus Lissabon", erzählt der frisch gebackene Unternehmer, der auch gern selbst für die Gäste kocht. "Dort war ich nur ein Fernsehclown und jetzt haben wir eine erfüllende Aufgabe." Was er mit seiner Frau und einem brasilianischen Architekten aus dem alten Hof gemacht hat, kann sich sehen lassen. Wenn Gäste Zerstreuung brauchen, dürfen sie mit seinem Bogen schießen oder er organsiert eine Weinprobe mit dem befreundeten Winzer Paulo Laureano.

In einigen Autominuten oder auf einer schönen Wanderung erreicht man den Cromlech von Almendres, einen Kultort aus dem Megalithikum, ideal zum Picknicken oder Meditieren. Hinweisschilder führen an alten Korkeichen vorbei zu einem Parkplatz. Auf einem 148 m hohen Hügel mit Blick auf Évora formen 92 hohe Menhire zwei Ovale in Form einer Acht. Der Kultort erinnert an Stonehenge und gibt einige Rätsel auf. Je nach Lichteinfall sind eingeritzte Zickzacklinien und Kreise zu erkennen, die wahrscheinlich Sonne und Mond symbolisieren. Sie wurden auf die Zeit zwischen 4000 und 2800 v. Chr. datiert und bestehen aus Gesteinsschichten, die vor Ort sonst nicht vorkommen.

Eine Gegend voller Wasser und Gesang

Ob zu Zweit oder mit der ganzen Familie lohnt auch ein Aufenthalt in der Nähe der spanischen Grenze in dem schon älteren, aber restaurierten romantischen Landhotel Horta de Moura. Haupt- und Nebengebäude mit sechs bzw. zwölf  Suiten sind im Alentejo-Stil erbaut und mit alten Möbeln eingerichtet. Zur Anlage gehören ein Pool, ein Tennisplatz und ein Reitstall. Auch Nicht-Gäste können sich für begleitete Ausritte anmelden. Sportliche können mit dem Mountainbike ins nahe Dorf Reguengos de Monsaraz fahren.

Das kleine weiße Dorf auf einem Hügel ist eines der romantischsten des Alentejo. Beim Bummeln durch die gefühlten drei kopfsteingepflasterten Gassen innerhalb der Stadtmauer bis zu Burg bietet sich ein weiter Blick über den Alqueva-Stausee. Noch eine Überraschung, denn vom ansonsten weitgehend trockenen Alentejo erstreckt sich der größten Stausees der EU mit 250 km2 Wasseroberfläche bis nach Spanien. Früher verliefen hier Schmugglerrouten, auf denen der preiswertere Kaffee aus Portugal nach Spanien kam und Alkohol und Zigaretten nach Portugal. Heute gehen hier eher mal nach Nachtleben ausgehungerte Jugendliche zu Fuß hinüber ins Nachbarland.  

Monsaraz hat unter 1000 Einwohner, aber hier ist wie in vielen Dörfern des Alentejo die Tradition des Cante fest verwurzelt. Im Juli kann man diese alten Feldarbeiterchöre bei der Festa do Cante hören. Wie alt dieser polyphone Gesang ohne instrumentale Begleitung ist, wie man nicht so genau, jedenfalls weist er Elemente arabischer und gregorianischer Gesänge auf. Vor der Salazar-Diktatur sangen Männer und Frauen bei der Arbeit oft noch zusammen. Danach entstanden organisierte Männerchöre, die nach der Arbeit auch oft noch in Tavernen zusammenkamen und so ist es vielfach bis heute geblieben. Die Texte drehen sich um Liebeswerben, schwere Arbiet, Hoffnung und Leid, lobpreisen das eigene Dorf und in Monsaraz wird auch der Stausee besungen. Intensiver kann man sie nicht erleben – die Trilogie von ländlicher Identität, starkem Zusammengehörigkeitsgefühl und einer ordentlichen Prise Saudade – portugiesischer Melancholie. All dies gehört zum Alentejo wie die weite Landschaft, die Sonne und die Hoffnung auf den Luxus eines leichteren Lebens.

Infos/Kontakte:

ARPT – Turismo do Alentejo, Rua Manuel Baptista Reis, n º 6 R/C, 7570-284 Grândola, Tel:+351 269 498 680, Fax:+351 269 498 687, Email: info@turismodoalentejo.pt, Website: www.visitalentejo.pt

Restaurante A Escola, Cachopos, 7580-308 Alcácer do Sal, Tel:+351 256 612 816, Email: aescola@restauranteaescola.com, Website: www.restauranteaescola.com

Pousada D. Afonso II, Castelo de Alcácer do Sal, 7587-197 Alcácer do Sal, Tel:+351 265 613 070, Email: Recepcao.dafonso@pousadas.pt, Website: www.pousadas.pt

Rotas do Sal, Celso Santos: +351 962 375 950, Estação dos Caminhos de Ferro – 2 º Amieira, 7580-303 Alcácer do Sal, Email: rotasdosal@gmail.com, Website: www.rotasdosal.pt

Aqualuz Suite Hotel Apartamentos, Tróia, 7570-789 Carvalhal – Grândola, Tel:+351 265 499 000, geral@aqualuztroia.pt, Website: www.aqualuz.com

L’And’s Vineyards, Herdade das Valadas, Estrada Nacional 4, 7050 Montemor-o-Novo, Tel:351 266 242 400, Email: info@l-and.com, Website: www.l-andvineyards.com

Imani Country House, Quinta de Montemuro – Guadalupe, 7000-233 Évora, Tel:+351 266 782 201, Email: jpvasconcelos@imani.pt, Wesite: www.imani.pt

Herdade do Esporão, 7200-909 Reguengos de Monsaraz, Tel:+351 266 509 280, Email: reservas@esporao.com, Website: www.esporao.com

Hotel Rural Horta da Moura, Monzaraz, 7200-999 Reguengos de Monsaraz, Tel:+351 266 550 100, Email: reservas@hortadamoura.pt, Website: www.hortadamoura.pt

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