Gut möglich, daß in London dank des Warnschusses aus Paris bald der Startschuss zum Bau weiterer Kernkraftanlagen fällt

Das Vereinigte Königreich. Quelle: Pixabay, Grafik: Peggy und Marco Lachmann-Anke

London, Vereinigtes Königreich; Paris, Frankreich (Weltexpress). Daß im Streit um Fischereirechte die Staatsführungen in London und Paris im Mai „bereits Kriegsschiffe in den Ärmelkanal“ schickten, daß wird unter dem Titel „Fischereistreit – Britischer Minister droht Frankreich mit Vergeltung“ im „Stern“ (29.10.2021) mitgeteilt.

Im „Deutschlandfunk“ (28.10.2021) heißt es unter der Überschrift „Fischereistreit – Großbritannien bestellt französische Botschafterin ein“, daß „Frankreich … zuvor einen britischen Kutter festgesetzt und ein zweites Boot verwarnt“ habe. Nun, ganz Großfranzien wird das nicht gewesen sein, aber diejenigen, die vor Ort handelten, taten das sicherlich auf Befehl von ganz oben.

„Zur Begründung hieß es, die Schiffe seien ohne Lizenz in französischen Gewässern unterwegs gewesen. Frankreich wirft Großbritannien vor, französischen Schiffen entgegen einem Abkommen nach dem Brexit nicht ausreichend Genehmigungen für den Fischfang in britischen Gewässern zu erteilen. Die Regierung in Paris droht deshalb auch mit dem Stopp von Stromlieferungen nach Großbritannien.“

Daß die Führung der Franzosen und Mitglieder anderer Völker im vergrößerten Westfrankenreich „mit dem Stopp von Stromlieferungen“ ins Vereinigte Königreich (VK) drohen, das sollte bei Kennern und Kritikern laute Lacher hervorrufen. Staat und Kapital in France gehen am Stock und halten schon seit Jahren in Berlin beziehungsweise Brüssel die Hand auf. Die Deutschen werden den klammen Franzosen sicherlich noch viele weitere Milliarden Euro mehr leihen, auch wenn sie das Geld nie wiedersehen werden.

Wenn Franzosen Engländern, Walisern und Schotten keinen Strom mehr verkaufen wollen, dann nicht. Der Führung im VK kann’s egal sein, denn im Johnson-VK wird die ökonomische Basis von Little Leviathan gerade umgebaut, aber nicht zu Lasten der City of London. Das Gegenteil ist der Fall. Daß ein Umbau nicht von heute auf morgen geht, das ist klar. Im VK werden auch neue Atomkraftwerke gebaut. Das AKW Hinkley Point C wird bald fertiggestellt werden und das AKW Sizewell C wird bald gebaut werden. Weitere Kernkraftwerke sind in Planung. Die Bauaufträge gehen überwiegend an britische Kapitalgesellschaften. Diese freuen sich, daß die Johnson-Regierung zudem über den Bau mehrerer kleinerer Kernkraftanlagen intensiv nachdenkt. Rolls-Royce würde gerne Klein-AKW verkaufen und plant bis 2035 zehn Mini-Atomkraftwerke.

Kein Strom mehr vom Kontinent würde das Nachdenken beschleunigen. Gut möglich, daß in London dank des Warnschusses aus Paris bald der Startschuss zum Bau weiterer Kernkraftanlagen fällt.

Anmerkung:

Siehe auch den Artikel Fischerei-Streit zwischen Johnson-Großbritannien und Macron-Großfranzien von Paul Puma und Strahlend und zweifelnd am Nordpol – Neuartige Mini-Atomreaktoren von Rolls-Royce von Dr. Peer Schmidt-Walther.

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