Sonntag, 10. Mai 2026
Wissenschaft Naturwissenschaften Gewitzigt gefragt: Kommt die „älteste Cannabispflanze der Welt aus Sachsen-Anhalt?“

Gewitzigt gefragt: Kommt die „älteste Cannabispflanze der Welt aus Sachsen-Anhalt?“

Cannabis auf einem Plakat im Berliner Umland. © MÜnzenberg Medien, Foto/ BU: Stefan Pribnow, Ort und Datum der Aufnahme: Berlin, 12.7.2025, 15.49 Uhr

Berlin, BRD (Weltexpress). Die Frage, ob die „älteste Cannabispflanze der Welt aus Sachsen-Anhalt“ komme, wird bereits in der Überschrift einer Pressemitteilung des Berliner Museums für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, vom 17.4.2026 gestellt. Dann kommt der Hinweis, daß Forscher „des Museums für Naturkunde Berlin … bei der Sammlungserschließung auf ein spektakuläres Pflanzenfossil“ gestoßen seien.

Wörtlich heißt es: „Die heute bekannte Art Cannabis sativa stammt urpsrünglich aus Nordwest-China. Dies legen zumindest Analysen von den ältesten gefundenen Pollen der Pflanze aus dem Miozän vor ca. 20 Mio. Jahren nahe. Auch heute hat die Pflanze ihr natürliches Verbreitungsgebiet in Nordwest-China und angrenzenden Regionen. Molekulare Datierungen am  Erbgut heute lebender Vertreter lassen jedoch vermuten, dass die Gattung bis zu 28 Millionen Jahre alt sein könnte.“

Dann dies: „Diese Annahme wird nun durch ein Pflanzenfossil aus der Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin infragegestellt. Es handelt sich um einen Blattabdruck in versteinertem Schlamm, der schon im Jahre 1883 von Paul Friedrich als Cannabis oligocaenica beschrieben wurde. Entgegen der im Namen verewigten Zeitangabe „Oligozän“, stammt das Fossil nach neueren Alterseinstufungen aus dem Zeitabschnitt des unteren Eozän von vor ca. 56–48 MillionenJahren und ist damit deutlich älter als die bisher bekannten Nachweise. Es stammt aus der Nähe von Eisleben in Sachsen-Anhalt, was auch den Ursprung der Pflanzengattung in Zentralasien infragestellt.“

Richtig gelesen: „Blattabdruck“. Ein Beweis ist das nicht. Das ist auch im Museum für Naturkunde bekannt wie die Schreibweise des Namens Leibniz. Zitat: „Für eine eindeutige Zuordnung fehlen jedoch weitere Merkmale in der fossilen Überlieferung. Zum Beispiel die feinen Härchen auf den Blattoberflächen. Das THC in den  Härchen dient der Pflanze übrigens zur Abwehr von Fressfeinden.“

THC ist das Kürzel für Tetrahydrocannabinol. Darunter verstehen Kenner das primäre psychoaktive Cannabinoid der Hanfpflanze, das hauptsächlich für die wahrnehmungsverändernde, euphorische Wirkung verantwortlich ist.

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