Mittwoch, 27. Mai 2026
Wissenschaft Naturwissenschaften Forscher auf dem Eisbrecher „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts entdeckten unbekannte Insel im Weddellmeer

Forscher auf dem Eisbrecher „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts entdeckten unbekannte Insel im Weddellmeer

Insel im Weddellmeer entdeckt. © Alfred Wegener Institute/ Christian Haas

Berlin, BRD (Weltexpress). Ein internationales Expeditionsteam an Bord des deutschen Forschungs-Eisbrechers „Polarstern“ hat eine Insel im Weddellmeer in der Antarktis entdeckt, wie das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) mitteilte. Das AWI erforsche nach eigenen Angaben Eis und Meer.

Ein 93-köpfiges internationales Expeditionsteam erkundet laut dem Bericht seit dem 8. Februar 2026 an Bord des Eisbrechers „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts den nordwestlichen Teil des Weddellmeers in der Antarktis. „Als die Forschungsarbeiten aufgrund rauer Wetterbedingungen unterbrochen werden mussten, um im Windschatten von Joinville Island Schutz zu suchen, wurden die Wissenschaftler und die Schiffsbesatzung von dem plötzlichen Auftauchen einer Insel überrascht, die zuvor auf den verfügbaren Seekarten lediglich als Gefahrenzone markiert war“, heißt es in dem Bericht.

„Als wir aus dem Fenster schauten, sahen wir einen ‚Eisberg‘, der irgendwie schmutzig aussah. Bei näherer Betrachtung wurde uns klar, dass es sich wahrscheinlich um einen Felsen handelte. Wir änderten daraufhin den Kurs und steuerten in diese Richtung, und es wurde immer deutlicher, dass wir eine Insel vor uns hatten!“, wird Expeditionsteilnehmer Simon Dreutter in einer AWI-Pressemitteilung mit dem Betreff „Unkartierte Insel demnächst auf Seekarten verzeichnet“ vom 8.4.2026 zitiert.

Weiter heißt es: „Die Nautiker auf der Brücke fuhren die Polarstern vorsichtig an die Insel heran, immer mit mindestens 50 Metern Wasser unter dem Kiel. So konnte sich der Eisbrecher ihr bis auf 150 Meter nähern, umrundete sie und vermaß den Meeresboden mit dem bordeigenen Fächerecholot. Außerdem wurde eine Drohne eingesetzt und die Bilddaten wurden photogrammetrisch ausgewertet, um ein Höhenmodell sowie ein georeferenziertes Luftbild zu bekommen, um damit die Küstenlinien einzumessen. Auf diese Weise wurde die Insel das erste Mal systematisch vermessen und erfasst. Ergebnis: Die Insel ist etwa 130 Meter lang, 50 Meter breit (also etwas länger als die Polarstern mit ihren 118 Metern und etwa doppelt so breit) und ragt ungefähr 16 Meter aus dem Wasser.“

In der besagten Pressemitteilung heißt es weiter: „Warum die Insel als Gefahrenzone in der Seekarte, aber nicht als Küstenlinie in anderen Datensätzen eingezeichnet ist und warum die verzeichnete Position in der Seekarte etwa eine Seemeile neben der tatsächlichen Position liegt, ist den Fachleuten unklar. Auf den untersuchten Satellitenbildern ließ sich die Insel wegen ihrer Eisauflage kaum von den Eisbergen unterscheiden, die in der unmittelbaren Umgebung zahlreich umhertreiben.“

Anmerkung:

Mit Material von TASS.

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