Das Premierentor war einen Punkt wert

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Mannschaftsfoto des 1. FC Union Berlin für die Saison 2019/20. © 2019, Foto: Hans-Peter Becker

Berlin, Deutschland (Weltexpress) In der 80. Spielminute war es soweit, der Schwede Sebastian Andersson erzielte das erste Tor in der Bundesligageschichte des 1. FC Union Berlin. Es war nicht nur ein besonderer Treffer für die Vereinschronik, er war auch einen Punkt wert. Nach 90+4 Spielminuten ging ein 1:1 Unentschieden in die Ergebnisliste ein. Den Punkt hatten sich die Berliner redlich verdient. Waren sie im ersten Spielabschnitt um Kompaktheit bemüht. So konnten sie nach dem Rückstand zurückschlagen. Allerdings halfen die Augsburger kräftig mit und übergaben, in Form eines katastrophalen Fehlabspiels aus der eigenen Abwehr, ein Geschenk, das der Bundesliganeuling dankend annahm.

Es hätte auch anders kommen können. In der 73. Minute versäumte es Florian Niederlechner das 2:0 für die Augsburger zu machen. Das 1:0 für die Platzherren hatte Ruben Vargas in der 59. Minute besorgt. Urs Fischer ging mehr Risiko und brachte ab der 71. Minute einen weiteren Stürmer, aus dem 4-2-3-1 wurde ein 4-4-2. Die Maßnahme brachte den erhofften Punkt und sorgte für zufriedene Gesichter im Lager der Eisernen. Es wurde allerdings wieder deutlich, wie schwer die Saison für den Neuling werden könnte. Jeder Akteur musste etwas mehr als die besagten 100% abrufen für den Teilerfolg. Der Faktor Matchglück ist dabei nicht eingerechnet.

In der ersten Halbzeit war es ein Bundesligaspiel auf sehr überschaubarem Niveau. Augsburg war bemüht. Von den beiden Neuzugängen deutete Stephan Lichtsteiner an, wie wertvoll er werden könnte. Lichtsteiner baute in der Schlussphase zwar konditionell ab, hatte aber bis dahin einige gute Szenen im Aufbauspiel. Der andere Neue Tin Jedvaj erwischte keinen guten Tag. Der Innenverteidiger verlor viele Zweikämpfe und leitete mit seinem Fehlpass Unions Premierentreffer ein.

Sebastian Andersson – ein Tor für die Vereinschronik © Foto: Hans-Peter Becker

Urs Fischer brachte nach der Klatsche gegen Leipzig vier Neue für die Startformation. Ein defensiv ausgerichtetes 4-2-3-1 bei Ballbesitz und ein 4-4-2 gegen den Ball sorgte für den torlosen Pausenstand. Allerdings waren die Angriffsbemühungen bis zur Pause dürftig. Erst in der 27. Minute gab es die erste notierenswerte Torannäherung und dazu ein Fernschuss von Marius Bülter. Sicherheit zuerst war die Devise und Augsburg fand nicht die richtigen Mittel gegen vorsichtige Berliner. Nach der Pause wurde es allmählich ansehnlicher für die Zuschauer. Die Eisernen wurden etwas offensiver. Mussten allerdings diesen Mut in der 61. Minute mit dem Gegentreffer bezahlen. Da stimmte einiges nicht in der Hintermannschaft. Keven Schlotterbeck ließ sich vernaschen. Urs Fischer reagierte auf den Spielerwechsel seines Trainerkollegen aus der Schweiz. Für den unglücklich agierenden Sheraldo Becker, der kaum einen Pass anbrachte, kam Suleiman Abdullahi.

,Der Doppelwechsel in der 71. Minute zahlte sich aus. Die frischen Angreifer der sogenannte Sebastian Sturm erzwang auch den Fehler und Andersson war der Glückliche und durfte sich als erster Bundesliga-Torschütze in die Vereinschronik eintragen. Das Spiel hatte auch einen tragischen Helden. Keven Schlotterbeck foulte seinen Ex-Mannschaftskollegen aus Freiburger Zeiten, Florian Niederlechner etwas mehr als nur gelbwürdig. Er sah glatt rot. Er verließ den Platz mit einem vor Wut zerissenen Trikot. In der Schlussminute wollte Polter einen Elfer schinden, naja, Erstligafußball geht anders. Fazit: Ein Teilerfolg für das Selbstvertrauen nach dem misslungenen Saisonauftakt und bitter notwendig für die kommende Aufgaben im Heimspiel gegen Borussia Dortmund.

Ein Blick auf die Tabelle nach zwei Spieltagen offeriert ein erstaunliches Bild. Die beiden Berliner Bundesligisten sind punktgleich etwas weiter hinten. Hertha verlor überraschend das Heimspiel gegen Wolfsburg mit 0:3. Im Hauptstadt-Fußball ist noch Steigerungspotential.

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