Blüte und Rückfall der islamischen Welt

Berlin (Weltexpress) – Vom 21. bis 23. November fand in Teheran der internationale Philosophiekongress unter dem Motto „Philosophie: Theorie und Praxis“ in der Nationalbibliothek Irans statt. Er sollte einer der Philosophiekongresse sein, die seit einigen Jahren unter der Schirmherrschaft der UNESCO stattfinden. Noch am 9.11. jedoch zog sich die UNESCO zurück. Sie reagierte damit auf internationale Proteste, die auf die sich deutlich verschlechternde Situation der Geisteswissenschaften allgemein und der Philosophie im besonderen in der Islamischen Republik Iran hingewiesen hatten. Hatte das 1979 an die Macht gekommene fundamentalistische Regime in Teheran die Universitäten zunächst von marxistischen und liberalen Akademikern und zu Beginn der 90er Jahre sogar von Anhängern historisierender-hermeneutischen Koranexegese „gesäubert“, so hatte sich doch insbesondere in der Zeit der Präsidentschaft des vergleichsweise liberalen Mohammad Khatami (1997-2005) eine Tendenz zur Öffnung auch gegenüber den Ansätzen der westlichen weltlichen Philosophie auf Kosten der herrschenden konservativen oder gar fundamentalistischen Theologie durchgesetzt.

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