FF USV Jena: deutliche Schlappe und wieder keinen Punkt in München geholt – Sarah Hagen mit drei Bayern Toren

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© Foto: Silke U. Winkler

Ohne eigene Akzente

„Glückwunsch an den FC Bayern zum auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Wir sind nie dahin gekommen, das Spiel auch nur annähernd an uns zu reißen, um eigene Akzente setzen zu können. Wir sind leider zu oft zu abhängig von unseren Nationalspielerinnen. Unsere drei Neuseeländerinnen zum Beispiel fehlten uns nicht nur in den letzten beiden Wochen beim Training, sondern kehrten erst am Freitagmorgen aus Übersee zurück. Die Müdigkeit war offensichtlich. Und auch sonst kamen unsere Spielerinnen nicht an ihre Leistungsgrenzen, was gegen ein Team wie Bayern München notwendig ist. Da konnten wir leider nicht an die guten Ergebnisse der letzten Spiele anknüpfen“, resümierte ein enttäuschter Cheftrainer Daniel Kraus nach der deutlichen Schlappe seiner Elf.

Gefährliche Standards

Dabei sah es in den ersten 20 Minuten gar nicht schlecht aus für die Gäste aus Thüringen. Jena bemühte sich sichtlich um Druck nach vorne, wurde jedoch im Spielaufbau früh von den in rot spielenden Münchnerinnen attackiert. Bayern nutzte in dieser Phase die sich bietenden Standards wie Freistöße oder Eckbälle. „Es war uns im Vorfeld schon bekannt, dass Bayern mit Standards für Gefahr sorgt. So war es ja im Grund auch heute“, blickte Jenas Cheftrainer zurück auf die Momente vor dem 1:0. Zwei Ecken, die von Schiewe und Michel noch entschärft werden konnten, gingen einem Freistoß in der 23. Minute aus dem linken Mittelfeld voraus. Sarah Hagen verlängerte auf Amber Brooks, die ohne Mühe zur Führung einköpfte.

Schnelligkeit im Abschluss

© Foto: Silke U. WinklerDieser kalten Dusche aus Jenaer Sicht folgte wenig später eine zweite. Abby Erceg verletzte sich bei einer Aktion im 16er der Münchner Gastgeberinnen und wurde minutenlang an der Seitenauslinie behandelt. In Unterzahl war Jena dem schnellen Flügelspiel der Roten nicht gewachsen. Sarah  Hagen lief über links allen davon und versenkte das Leder zum 2:0 im langen Eck. Für Abby Erceg, die zu einer festen Abwehrgröße in Jenas Hintermannschaft gereift ist, ging es danach nicht weiter. Reservistin Maxi Krug musste die verletzte Kapitänin der neuseeländischen Nationalmannschaft ersetzen. Noch vor der Halbzeit nutzte erneut Sarah Hagen ihre Schnelligkeit im Abschluss, nahm einen Pass aus der Abwehr auf und schoss aus zentraler Position zum 3:0 ein.

Schadenbegrenzung

Für die Gäste wurde es nach dem Wechsel nicht besser. An diesem Tag wollte einfach nichts gelingen. Jenas Sturmspitzen waren komplett abgemeldet und irgendwie lag immer eine gewisse Unsicherheit über den Aktionen der Kraus-Schützlinge. So auch in Minute 55. Unter dem Motto „Wer darf jetzt“ starteten die Bayern-Frauen eine Reihe von Schüssen im Sekundentakt auf das Gehäuse von Stenia Michel. Das muntere Scheibenschießen beendete Clara Schöne aus Nahdistanz mit dem 4:0. In den  Folge konnte es für Jena eigentlich nur noch um Schadenbegrenzung gehen. München blieb offensiv weiter gefällig und hatte klare spielerische Vorteile, versäumte es aber, weitere Tore zu erzielen. Allerdings lag eine Viertelstunde vor Schluss auch der Ehrentreffer für Jena in der Luft. Susann Utes brachte den Ball von halbrechts in den Strafraum, Iva Landeka köpfte platziert aufs Tor.

Ungeschlagen

© Foto: Silke U. WinklerMit einer Glanzparade unterstrich Torfrau Kathrin Längert einmal mehr ihre Ambitionen auf einen Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft.  Kurz dem Abpfiff Schluss zeigte sich erneut, dass für die Gäste an diesem Tag so ziemlich alles schief lief. Aus einer relativ unbedrängten Situation heraus vertändelte die Abwehr das Leder, Katharina Baunach passte nach innen, wo Sarah Hagen nur noch den Fuß für ihren dritten Treffer hinhalten musste. Der FC Bayern München blieb somit im 11. Spiel in Folge zu Hause ungeschlagen.

Knoten gelöst

Mit dem 5:0 seiner Elf entschied Thomas Wörle (31 Jahre) auch den Vergleich gegen Daniel Kraus (29 Jahre) für sich im Duell der beiden jüngsten Trainer der 1. Frauenfußball-Bundesliga. FCB Cheftrainer Thomas Wörle: „Die Führung nach dem Standard hat den Knoten gelöst. Wir haben die Führung die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Der Ball ist bei uns ordentlich gelaufen und aus dem Spiel Torchancen kreiert. Kompliment an die Mannschaft. Die Mädels waren von Anfang an voll da.“ Jenas Cheftrainer Daniel Kraus „Wir müssen in solchen Spielen an die Leistungsgrenze gehen, das war heute nicht der Fall. Wir haben zu spät angefangen, uns zu wehren.“
Für Erleichterung beim FF USV Jena sorgte die Nachricht, dass Abby Ercegs Verletzung im Krankenhaus lediglich als starke Prellung diagnostiziert wurde und die Verteidigerin die Heimfahrt wie gewohnt mit dem Team im Bus antreten konnte.

So spielten sie:

FC Bayern München: 1-Kathrin Längert – 3-Nicole Cross; 4-Clara Schöne; 6-Katharina Banauch; 8-Sarah Hagen; 14-Sarah Romert; ErikaTymrak; 19-Carina Wenninger; 20-Leonie Maier; 22-Amber Brooks; 27-Laura Feiersinger (8-Ricarda Walkling, 68.) – Trainer: Thomas Wörle

FF USV Jena: Stenia Michel – 5-Abby Erceg (21-Maxi Krug, 32.); 8-Sara Löser (20-Louisa Lagaris, 55.); 18-Vivien Beil (17-Lisa Seiler, 46.); 23-Laura Brosius; 33-Carolin Schiewe; 6-Susann Utes; 31-Julia Arnold; 19-Iva Landeka; 2-Ria Percival; 10-Amber Hearn – Trainer: Daniel Kraus

Tore: 1:0 (23.) Brooks; 2:0 (29.) + 3:0 (45.) Hagen; 4:0 (55.) Schöne; 5:0 (89.) Hagen

Schiedsrichterin: Imke Lohmeyer (Holtland)

Zuschauer: 516

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