Blaumachen bei der Fluggesellschaft mit dem grünen Logo? – Lohnarbeiter bei Germania warten auf Geld, Geschäftsführung will Gehälter später auszahlen

0
1866
Ein besonders grünes Flugzeug der Germania. © Germania

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Was ist denn bei Germania los? Nix los? Tote Hose? Kein Geld auf dem Konto?

„RP-Online“ (31.1.2019) hält fest, was „ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage“ mitteilte und zwar: „Ich kann bestätigen, dass sich im Zusammenhang mit dem aktuellen Finanzierungsprozess die Auszahlung der Löhne und Gehälter des Monats Januar für die Germania Fluggesellschaft mbH und die Germania Technik Brandenburg GmbH verzögert.“

Dass darüber zuvor „die Fachportale Airliners.de und Aero.de darüber berichteten, das wird nicht unerwähnt gelassen. In den Aero.de genannten Luftfahrtnachrichten wird am 31.1.2019 darauf hingewiesen, dass „ein Geldgeber … die Airline auf zugesagte Millionen warten“ lasse. „Germania-Chef Karsten Balke muss die Mitarbeiter des Ferienfliegers vertrösten: die Auszahlung ihrer Januargehälter wird sich verzögern“, heißt es weiter.

Dass die Germania „weiter auf rettende Millionen“ warten würde, teilt Gerhard Hegmann in der „Welt“ (29.1.2019) mit. Es geht um mehr als 15 Millionen Euro.

Unter „Airliners.de“ (31.1.2019) wird sogar auf einen „Brief von Airline-Chef Karsten Balke und Germania-COO Clauspeter Schwarz an die Angestellten“ Bezug genommen, welcher der Redaktion vorliege. In dem Schreiben soll es stehen, dass „man … dies ausdrücklich bedauere und dass man sich „nach Kräften“ bemühe, „den Eingang der Zahlung auf Eurem Konto so schnell wie möglich sicherzustellen“.

Weiter im Text mit der Überschrift „Germania zahlt aktuell keine Gehälter aus“: „Mehrere Mitarbeiter berichten unserer Redaktion, dass sich aktuell viele Angestellte vom Dienst krank melden. Offiziell heißt es, es hätten sich im Laufe des Tages über 50 Crew-Mitglieder trotz Urlaubs- oder Off-Tagen Dienstbereitschaft angemeldet.“

Etwas anders klingt es in einem Beitrag im „Tagesspiegel“ (31.1.2019). Unter dem Titel „Germania will Gehälter später auszahlen“ schreibt Kevin P. Hoffmann: „Gleichwohl hört man in Branchenkreisen auch, dass die Fluggesellschaft bei Geschäftspartnern – zum Beispiel an Flughäfen und bei Kerosin-Händlern – Waren und Dienstleistungen nur per Vorkasse erhält. Das Unternehmen machte dazu keine Angaben. „Wir haben einen stabilen Flugbetrieb ohne Einschränkungen“, erklärte Germania-Sprecher Lars Wagner am Donnerstagabend. Erfreulich sei, dass sich seit dem Schreiben der Geschäftsführung an die Kolleginnen und Kollegen am Vormittag mehr als 50 Pilotinnen und Piloten, Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in der Operations-Planung gemeldet hätten. „Sie alle bieten proaktiv ihre Dienstbereitschaft aus dem Urlaub und den Off-Tagen an. Ein Signal, dass uns insbesondere in diesen schwierigen Zeiten sehr freut“, sagte Wagner.

Wie auch immer: Den Lohnarbeiter wünscht man gute Geld, den Eigentümern gutes Gelingen und den Gästen guten Flug.

Doch am Himmel über deutschen Landen sieht es für einige Anbieten wie Condor und Tuifly, mit den entsprechenden Synergieeffekten und dem Rückenwind der Großkonzerne, wachsen, gut aus, während andere Anbieter wie Germania in der Angebots- bzw. Marktlücke der Ferienflieger offenbar nicht mehr gedeihen. Selbst wenn in Kürze 15 oder 20 Millionen aufs Konto kämen, wäre das Geschäftsmodell der Germania, wie es scheint, kaum tragfähig.

Anmerkungen:

Siehe zum Thema auch die Beiträge Germania in Turbulenzen, aber noch nicht am Boden und Angeschlagene Airline gerettet? Germania Fluggesellschaft mbH verkündet erfolgreiche Finanzierungsverhandlungen von Ulf Peter

Anzeige