Berlin Adler gegen Weinheim Longhorns 30:13 – Direktberichterstattung vom American Football in Berlin

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So sehen Sieger aus! Berliner Adler nach dem Spiel gegen die Weinheim Longhorns.

Die Horns, wie die Footballer aus Weinheim kurz genannt werden, haben in der GFL-Süd den vierten Platz erreicht und damit die Play Offs. Das Viertelfinale führte die Footballer aus Baden-Württemberg zum aktuellen Nord-Meister der German Football Lige (GFL). Die Zahlen sprechen klar für die Berliner. Neun Siege schafften die Adler bei nur einer Niederlage in zehn Spielen. Wenn man noch genauer auf die Statistik schaut, dann stellt man staunend fest, daß die Defensive der Adler nur 91 Punkte zuließ,während die Offensive 412 Punkte holte. Das sind gute Werte, wissen wir und ahnen, daß es für die Gäste schwer werden wird.

First Down für die Adler und nur noch ein Yard zu gehen. Doch Raumgewinn ist nicht möglich, es geht sogar zurück. Zweiter Versuch an der 4 Yard Linie. Unvollständiger Paß. Dritter Versuch. Wieder ein unvollständiger Paß. Den Berliner bleibt nur zu versuchen, den Ball durch die Stangen zu schießen, um wenigstens drei Punkte zu erzielen. Scharweit, wer sonst, schießt zum zweiten Mal an diesem Nachmittag. Der Versuch ist gut.

Erneuter Kick Off von Scharweit. Doch dann das: ein Durchmarsch. James Taylor nimmt den Ball auf und paßt zu einem Kollegen. Der Mitspieler rennt und rennt und rennt. Touchdown (TD). Der Extrapunkt wird in der Wiederholung, weil ein Adler zu früh losflog, ergattert. Aus einem Rückstand wurde eine verdiente Führung. Flugs steht es 7:3 für die glücklichen Gäste, welche die Grundidee des Footballs, nämlich Raum zu gewinnen und das möglichst in Blitzkriegmanier, für den Laien lehrreich vorexerzieren.

Auf der anderen Seite ist es Cedri Marcia, der zum Kick Off antritt. First Down an der 39 Yard Linie. Der Return, so schön er auch war, zählt nicht in voller Gänze. Wegen einer Raumstraße müssen die Berliner an ihrer eigenen 24 Yard-Linie den Angriff starten. David McCant bringt den Ball zur Mittellinie. Erneut kann McCants einige Yards (1 Yard = 0,9144 Meter) gutmachen. First Down an der 40 Yards Linie. Jonathan Grant tankt sich durch zum nächsten First Down. Dieses Mal an der 25 Yard Linie. Erneut kann David McCants 9 Yards Raumgewinn erzielen. Nun ist es nicht mehr weit bis zum ersten TD für die Adler.

Leider ist das erste Viertel vorbei und nicht eingeweihte könnten denken: zu spät. Doch nicht beim American Football! Die Seiten werden nach den ersten zwölf Minuten gewechselt, aber die Spielsituation bleibt bestehen. Grant paßt daher und zwar in die Endzone zu Pascal Heck. Heck kann nicht fangen. Dritter Versuch, erstes Time Out Berlin. Doch alle Auszeit nutzt nichts. Die Berliner müssen schießen, um wenigstens beim vierten und letzten Versuch, Punkte zu holen. Scharweit läßt das Barometer auf 6 Punkte klettern, während die liebe Sonne sich müht, durch die Wolken zu brechen.

Wir erleben eine dieser berühmten Schlüsselsituation, die ein Spiel entscheiden (können). Nach einem Kick Off der Adler kann ein Berliner das Runde unter sich begraben. Gut gemacht. An der 44 Yard Linie der Horns geht es weiter. Zum zweiten Time Out scheint die liebe Sonne auf die hübschen Mädchen, die sich auf der Tartanbahn mühen, das Publikum bei Laune zu halten. Freundlicher Applaus ist deren Lohn. Auf dem Grün geht es weiter. Der Paß von Grant auf Heck, der an der linken Seitenlinie um sein Leben läuft, fliegt zu weit. Zweite Versuch. Grant auf McCants und der läuft an der rechten Seitenlinie. First Down an der 23 Yard Linie. Wieder versucht Grant einen Paß auf Heck. Das klappt endlich, doch viel Raum macht der Mann nicht. Nun starten die Adler an der 15 Yard Linie. Der Paß auf Sebastian Judis war zu weit. Sie lesen richtig, das Paßspiel klappt noch nicht wie gewünscht. McCants ist es wieder einmal, der die Möglichkeiten der Berliner hochschraubt. First Down vier Yards vor der Endzone. Gants läuft kreuz und quer mit dem Spielgerät. Die Fahne fliegt. Josef Fuksa foult derweilt. 10 Yards Raumstrafe bedeutet First Down an der 14 Yards Linie. Doch McCants tankt sich erneut durch. Geschafft: Touchdown für die Adler. Grant war der Gute. Den Extrapunkt holt Scharweit. Jetzt führen die Adler mit 13:7.

Erneut steht die Offensive der Longhorns auf dem Feld. Die Defense der Adler paßt auf. Die Horns kommen hinten nicht raus. Wenig später bringt ein weiter Paß von Shawn McBrayer auf Torrance Brown erheblichen Raumgewinn. Frist Down für die Weinheimer an der 30 Yard Linie der Berliner. Mittlerweile hat sich der Himmel über Berlin aufgehellt. Die Sonne scheint ohn` Unterlaß auf eine Szene, die wir zu Beginn der Begegnung schon einmal sahen. Zum zweiten Mal rennt ein Longhorn wie ein Wiesel über den Rasen bis in die Endzone. Ausgleich zum 13:13. Kevin Killich trifft beim Field Goal-Versucht nicht. Daher bleibt es beim Unentschieden.

Killich mit dem Kick Off. Hemaseh Heidary fängt zwar nicht gleich die Pille, aber dann kann er das drollige Ding kontrollieren und durch die gegnerischen Reihen rennen. Auf seinen Lauf gibt es noch einmal 15 Yards drauf wegen eines gegnerischen Fouls. Das ist ja wie auf dem Fischmark, denken wir und sehen ein First Down für die Adler an der 30 Yard Linie. Jonathan Grant läuft statt zu passen und das macht er auch nicht schlechter als sein Gegenüber. David McCants nimmt den zweiten Versuch auf und läuft zum TD. 19:13 steht es für die Berlin Adler. Scharweit trifft sicher. Mit diesem Extrapunkt führen die Berliner 20:13.

Longhorn James Taylor nimmt den Kick Off auf. In der Mitte der eigenen Hälfte geht es los. Langsam aber sicher laufen und passen sich die Weinheimer vorwärts. Chris Jackson läuft gut und fängt sicher. An der 25 Yard Linie der Berliner erneut ein First Down. Kevin Killich kann 6 Yards gutmachen. Reicht die Zeit noch? Die Sekunden rattern runter. Die Uhr wird immer wieder angehalten. Letztes Time Out der Weinheimer 19 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff. Den Gästen bleibt noch ein Versuch, Punkte zu sammeln. Sie entscheiden sich, zu schießen. Der Kick ist zu kurz. Mit 20:13 geht es nach spannenden Spielzügen in die Pause.

Nach der Pause gibt es erst einmal einen Nachschlag auf 23 Punkte, während wir leckere selbstgebackene Kuchen essen. Keine Frage, beim American Football in Berlin backen Familien für Familien. Superblock der Defense. Die Langhörner müssen mit ihrem vierten Versuch endlich raus aus der eigenen Hälfte. Doch die bringen ihre Defensive aufs Feld. Louis Starke führt den Punkt aus. Also heißt es erneut First Down Berlin. Die Heimmannschaft startet an der 25 Yard Linie. Ein Griff in das Gesichtsgitter des Gegners durch einen Longhorn bedeutet First Down an deren eigener 43 Yard Linie. David McCants läuft zwar weit doch der Lauf wird annuliert. 10 Yards Raumstrafe. Der zweite Versuch der Berliner muß wiederholt werden und zwar weiter hinten. Jonathan Grant will auf Pascal Heck passen. Das mißlingt. Auch ein weiterer Wurf kommt nicht an. Dafür gelingt dem Dance Team eine sehenswerte Einlage. Die Kleinen scheinen heute sicherer zu stehen, als die Großen.

Sebastian Judis kann Raum gewinnen. Zu einem First Down vor der Endzone der Longhorns reicht es. Dort zeigt wieder einmal David McCants was er Wert ist. Wie ein Hase schlägt er Hacken, dreht sich einmal um die eigene Achse und tänzelt in die Endzone. Den Extrapunkt holt Benjamin Scharweit. Sicher segelt das Ovale durch die Stangen zum 30:13. War das die Vorentscheidung?

Die Longhorns laufen heiß, deren Spiel wird hitziger. Die Gemüter werden es auch. Erneut kommen die Gäste zügig voran. Jedenfalls bis zum 25 Yard Linie der Adler. Dann rücken sie langsamer vor. Dritter Verusch, acht Yards zu gehen. Ein Paß von Quaterback Shawn McBrayer fängt ein Adler in der eigenen Endzone ab. Das freut die knapp 1000 zahlenden Zuscher. Während sie noch Beifall klatschen und in die Tröten pusten geht das dritten Viertels vorbei.

Das letzte Viertel wird mit einem weiten Wurf auf Sebastian Judis eingeleitet. Der fängt zwar, doch dabei ist er schon über die Seitenaußenlinie getreten. Alles auf Anfang. Dritter Versuch. Dieser Paß von Grant auf Heidary klappt. First Down an der eigenen 30 Yard Linie. Oliver Schmeling wird bei seinem Lauf ins Aus gedrückt. Strafe gegen die Berliner Adler. Alexander Haritonenko soll einen Gegenspieler gehalten haben. 10 Yards zurück geht es von vorne los. Vollständiger Paß. Immerhin. Grand wirft auf Rene Horschig, der sich ins Getümmel wirft. Der Tight End holt mit großem Körpereinsatz einen First Down. Grant kann nicht passen, weicht zur Seite aus und wird geblockt. Beim vierter Versuch bleibt nur ein weiterer Schuß durch Sebastian Karl. Die Longhorns sind am Zug.

Aus der eigenen Hälfte starten sie zur Aufholjagd. Doch unvollständige Pässe, die vom Berliner Anhang mit den Rufen „incomplet“ kommentiert werden, lassen die Langen Hörner mit ihren Hufen auf der Stelle treten. Deren vierter Versuch an der 40 Yard Linie soll ausgespielt werden. Quaterback McBrayer paßt auf Wide Receiver Marvin Thiel. Geglückt. Ein erster Versuch hält die Hoffnung hoch, während die Zeit verrinnt. Nur noch sieben Minuten effektive Spielzeit bleiben den Weinheimern im letzten Viertel, um in das Halbfinale vorzustoßen. Der Quaterback der Longhorns stößt derweil in der Mitte durch. Jetzt bekommen die Longhorns einen First Down an der 40 Yard Linie der Berliner. Wieder ein unvollständiger Paß von McBrayer. Christoph Derbuc kann den Flatterball nicht fangen. Die Defensive der Berliner mauert mittlerweile mächtig. Erstes Time Out der Weinheimer. Was tun?

Giancarlo Boone fängt einen Paß der Longhorns ab. Damit First Down Berlin an der Mittellinie. Wenn diese ihre Angriffsspiel durchbringen, dann ist dieses Spiel, das zunehmend verflacht, weil sich beide Teams aufreiben, gelaufen. Vier Minuten bleiben noch für die Kür, denn hier ist alles klar. Die Adler werden gewinnen. Deren Tun sieht nach einem Unterlassen aus. Das sei Zeitspiel, meiner ein Schlachtenbummler. In kleinen Scharmützeln zermürben sich beide Mannschaften und die restlichen Sekunden laufen runter. Die Schiedsrichter zeigen einer Strafe nach der anderen. Noch drei Minute Restspielzeit. So kriegt man den Nachmittag auch rum. Rene Csonka darf auch mal mit Ball laufen, bis ihn ein Pfiff stoppt und ein gelbes Stück Stoff aufs Grün fällt. Wir wissen: eine Strafe droht. Übersetzt heißt das: zweiter Versuch für die Adler, um 22 Yards zu gehen. Ein Time Out gibt Zeit zum Nachdenken, in die Tasten tippen und Kuchen essen. Prost Kaffee, ruft der Kollege auf der Tribüne. Unten geht es mit Strafen weiter. Dort müssen die Berliner 28 Yards im dritten Versuch gehen. Das schaffen sie nicht. Bleibt also der vierte und letzte Versuch.

Sebastian Karl kickt über die Seitenaußenlinie. An der eigenen 37 Yard Linie bekommen die Longhorn noch einen Chance, in den verbleibenden eineinhalb Minuten Raum und Punkte zu gewinnen. McBrayer paßt auf Chris Jackson, der sicher fängt. An der Mittellinie geht es weiter mit einem First Down. Johnny Mannsee schafft weitere Yards. First Down an der 35 Yard Linie der Berliner. Oliver Flemming fängt den Ball von Shawn McBrayer an der eigenen 12 Yard Linie ab. Wieder nichts für Weinheim. Die Adler dürfen noch einmal ihre Offensive bringen. Die beendet das Spiel. Das offizielle Endergebnis von 30:13 wird von den schwarz-gelben Adlern bejubeln, denn die Berliner stehen im Halbfinale.

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