Bald ist wieder „Berlin Fashion Week“ genannte Frühlings- und Sommermode-Woche an Havel und Spree

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Wenn Puppen auf "Wolken" schweben, dann ist Mode-Woche. © Foto: Andreas Hagemoser

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Der Flieder und die Kirschen blühen nicht mehr. Der Frühling ist vorbei. Die Hauptstädter stecken mitten im Hochsommer. Seit Tagen erreichen die Temperaturen 30° Celsius und mehr. Und die Berliner tragen – offensichtlich weniger als mehr – nicht mehr Frühlingsmode, sondern Sommermode – wenn man überhaupt von Mode sprechen möchte.

Wer wissen will, was nächstes Frühjahr und nächsten Sommer wirklich angesagt und Mode sein könnte, der schaue sich die Veranstaltungen der Frühlings- und Sommermode-Woche an Havel und Spree an, die von den Veranstaltern und Hofberichterstattern „Berlin Fashion Week“ genannt wird.

Vom 1. bis zum 6. Juli 2019 sollen sich Hersteller und Händler, Verkäufer und Einkäufer, Fach- und Pressebesucher, darunter auch jede Menge Möchtegern-Journalisten, Blödblogger und sich wie eine Grippe nennende Beeinflusser versammeln. Dass sich deswegen die Veranstalter und Geldgeber schämen sollten, das stünde zwar an, aber das tun sie nicht, weder deswegen noch für manche Missetaten, die auf den Laufstegen und in sonstigen Modeschauen, an den Messeständen, bei Empfängen und Feten gezeigt werden und vom Elend der Branche Bände sprechen. Dass viel Schund und Schrott dabei ist, das wird wohl niemand bestreiten.

Und das dauernd Dummdeutsch gesprochen und or­tho­gra­phisch sowie grammatikalisch grottenschlecht geschrieben wird, auch von denen, die sich offensichtlich um Öffentlichkeit bemühen, davon zeugen Sätzen von Sprachpanschern mit verbalem Imponiergewurstel bei gleichzeitigem Verschleierungsdeutsch, die mit Floskeln von Postadoleszenten in den Pressestellen angereichert werden, wie dieser: „Das Ordergeschäft hat mit den Leitmessen Premium Exhibition und Panorama, sowie Show & Order X Premium, Seek und Selvedge Run und dem globalen Hub Neonyt (vorher Greenshowroom und Ethical Fashion Show), der #FashionTech und Fashionsustain in den letzten Saisons stetig zugelegt.“

Wenn man unter Tausenden von „Fachbesucher“ wirklich den einen oder anderen Fachmann findet, dann kann man nicht nur von Glück reden, dann muss man von Glück reden. Gleiches gilt für Journalisten, die es noch sein wollen, können und dürfen. Alle anderen schreiben dann solche Sätze: „Für den Modestandort Berlin bedeutet die Berlin Fashion Week eine wirtschaftliche Zusatzleistung von bis zu 120 Millionen Euro pro Saison.“ Und sie schreiben sie ab. Wer das alles nicht versteht, der untermauert nur die Wahrheit dieser Sätze. Alle anderen dürfen laut lachen oder das dafür im Englischen stehende Kürzel LOL schreiben. Ha, da kriegt der Kopf mal Pause.

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