„Autohäuser öffnen“ – Action directe der Autohersteller und Autohändler oder ein Bittbrief an die Bundeskanzlerin

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Quelle: Pixabay, Foto: Rene Rauschenberger

Frankfurt am Main, Deutschland (Weltexpress). Bevor in den Autohäusern nur noch Alteisen und also Autowracks stehen, die keiner verkaufen kann, sollen und wollen die Eigentümer der Autohäuser diese wieder öffnen.

Die Kfz-Branche der BRD fordere laut „Reuters“ (9.4.2020) sogar „eine rasche Öffnung der Autohäuser“. Offensichtlich geht einigen der „Arsch auf Grundeis“. Was das bedeutet, das kann man unter „Wissen.de“ als Redewendung des Tages (17.3.2017) nachlesen. Dort steht unter der Überschrift „Mit dem Arsch auf Grundeis gehen“: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick“, dichtet Johann Wolfgang von Goethe beim Osterspaziergang im ‚Faust‘, aber genau hingehört hat er leider nicht. Denn wenn das Grundeis auf dem Boden eines Sees oder Flusses taut, bricht es in Platten vom Boden los, um dann an die Wasseroberfläche zu donnern. Das macht einen Höllenlärm.

Weshalb man in der Mitte des 18. Jahrhunderts durchaus Parallelen zu menschlichen Magen- und Darmgeräuschen zog. Wer „Schiss“ hat, Angst nämlich, bei dem rumort es natürlich besonders laut in den Eingeweiden. Deshalb müssen Feiglinge nicht nur bei Goethes Walpurgisnacht mit üblen Gerüchen rechnen (‚Es furzt die Hexe, es stinkt der Bock‘): Wem der Arsch auf Grundeis geht, der hat auch bald die Hosen voll.“

Hinter den Autohäusern stehen die Autohersteller, von denen auch mehr oder weniger „bald die Hosen voll“ haben. In einem Brief des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und der Gewerkschaft IG Metall an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird die volle Hosen mit „fehlenden Verkaufsmöglichkeiten“ begründet, sodass „die Lage von Herstellern, Zulieferern und Händlern immer bedrohlicher“ werde. Die Lager sind voll und müssen leergekauft werden.

In dem Schreiben, das dem WELTEXPRESS vorliegt, heißt es zudem, dass „der stationäre Verkauf von Automobilen an Endkunden … schnellstmöglich wieder erlaubt werden“ sollte.

Dass den Autobauern in der BRD Bauteile fehlen, weil die Lieferanten aus dem Ausland nicht nachkommen beziehungsweise die nicht rausrücken, das steht auf einem anderen Blatt beziehungsweise in einem anderen Beitrag. Auch der Kommentar, in dem es ums Zurückholen von Produktionen in deutsche Lande geht, steht nicht hier.

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