Antisemitischer Anschlag in Berlin-Friedenau

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In der Stierstrasse in Berlin-Friedenau wurden von den Nazis ab 1938 Juden in so genannte Judenhäuser zwangseingewiesen, 1941/42 in die Vernichtungslager deportiert und dort ermordet. Seit 2005 hat die Initiativgruppe Stierstrasse die Schicksale der deportierten Juden erforscht und 57 Stolpersteine mit ihren Namen verlegt. Die Vitrine auf dem Hof der Philippuskirche zeigt Dokumente und Fotos. Auch die Stolpersteine wurden bereits mehrfach beschädigt. 2013 wurde die Wohnungstür der Sprecherin der Initiative, Petra Fritsche, mit der Parole »Vorsicht, Judenfreundin!« beschmiert. Täter hat die Polizei nicht gefunden. Im aktuellen Falle hat die Polizei die Anwohner aufgerufen, ihr zweckdienliche Hinweise zur Aufklärung zu geben. Trotz der Sabotageakte antisemitischer Kräfte, die die Friedenauer Bürger einschüchtern sollen, setzen die Mitglieder der Initiativgruppe ihre Aufklärungsarbeit fort. Am 10. Mai, 11 Uhr, laden sie anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus zu einem Informationsrundgang in der Stierstrasse ein.

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