Italien bildet Soldaten der von General Khalifa Haftar kontrollierte Kyrenaika aus – EU finanziert das „Tripolis-Modell“

General Chalifa Haftar. Bild von Magharebia, 2011. Quelle: Wikimedia, CC BY 2.0

Berlin, BRD (Weltexpress). Wie das kommunistische Magazin Contropiano am 19. Januar 2026 enthüllt, bildet Italien Soldaten der von General Khalifa Haftar kontrollierte Kyrenaika in Libyen aus, was von der EU finanziert werde, die plane das „Tripolis-Modell“  nach dem Schleuser für die Festhaltung von Migranten bezahlt werden, auch in die von General Khalifa Haftar kontrollierte Kyrenaika zu exportieren. Brüssel wolle mindestens 3 Millionen Euro zum Bau eines Seenotrettungszentrums (RCC) in Bengasi beisteuern. Es gehe nicht darum, Migranten zu retten, sondern sie abzufangen und gewaltsam nach Libyen zurückzubringen. Das Zentrum soll in einem Gebiet errichtet werden, das von der Tareq-Ben-Zayed-Brigade unter Führung von Saddam Haftar, dem Sohn von General Khalifa, kontrolliert wird. „Das neue Zentrum wird in einem Gebiet errichtet, das von Militärkräften kontrolliert wird, denen Kriegsverbrechen, Folter und systematische Gewalt gegen Migranten und Flüchtlinge vorgeworfen werden“, verurteilte die NGO Mediterranea Saving Humans den Plan.

Laut der humanitären Organisation besteht die eigentliche Gefahr in der Institutionalisierung sogenannter „Pullbacks“ nach Ostlibyen: der erzwungenen Überführung von Migranten auf dem Seeweg in libysche Internierungslager, getarnt als Such- und Rettungsaktionen. Dieses System dient dazu, ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2012 zu umgehen, das Pushbacks nach Ostlibyen verbietet. Deshalb haben Dreizehn Nichtregierungsorganisationen  die Kommunikation mit dem Zentrum in Tripolis bereits eingestellt. Frontex hält daran fest, obwohl eine unabhängige UN-Untersuchung zu Libyen aus dem Jahr 2023 in einem Dossier detailliert dargelegt hat, wie die libysche Küstenwache effektiv mit Menschenhändlern zusammenarbeitet.  Insgesamt handele es sich hierbei um eine weitere Initiative, die in die umfassendere Strategie der Grenzexternalisierung eingebunden werden muss, die Rom – das die Initiative in Bengasi ins Leben gerufen hat – verfolgt und die von der EU unterstützt wird. Frontex war schon immer ein Schlüsselinstrument, dessen Aktionen zunehmend militarisiert werden. De facto stützt sich die Organisation auf Menschenhändler, um die Migrationsströme in die EU zu steuern und die Einnahmen zu generieren, die zur Aufrechterhaltung des europäischen Produktionssystems durch erpresserische Arbeitskräfte und die Arbeit verzweifelter Menschen benötigt werden.

Anmerkung:

Siehe die Beiträge

im WELTEXPRESS.

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1 Kommentar

  1. Daß Gerhard Feldbauer „Contropiano“ liest, das ist gut. Wenn er WELTEXPRESS aufmerksam lesen würden, dann wäre das besser. Dort wird seit Jahren u.a. von mir davon berichtet, daß es den Staat Libyen seit dem Krieg der VSA so wenig gibt wie Muammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Gaddafi, der am 20. Oktober 2011 in oder in der Nähe von Sirte ermordet wurde.
    Das Behaupten eines Staates Libyen wider besseren Wissens ist nichts weiter als das Geschmiere und Geschwätz von Bösen und Dummen. Die Wahrheit in Klarheit: Im Westen gibt es den Staat Tripolitanien und im Osten den Staat Kyrenaika.
    Beide Staaten im Besonderen machen das aus, was Staaten im Allgemeinen ausmacht, nämlich eine auf einem abgegrenzten Gebiet der Erdoberfläche seßhafte und mit einer herrschenden Gewalt versehene Vielheit von Menschen. Ob Staaten von anderen Staaten anerkannt werden und wenn ja, von wie vielen, das alles und mehr spielt dabei keine Rolle.
    Dennoch möchte ich nicht verschweigen, daß der eine oder andere Kenner und Kritiker wenigstens eine Zeit lang von drei Staaten auf dem einstigen Staatsgebiet des Staates Libyen sprach und schrieb, wobei die drei Staaten nicht mit Tripolitanien, Kyrenaika und Fessan identisch waren und auch heute Tripolitanien und Kyrenaika nicht mit den damaligen Staaten identisch sind – weder in Sachen Staatsgebiet noch in Sachen Staatsvolk und Staatsgewalt.