Der Krieg zwischen Kyrenaika und Tripolitanien ist keiner um den Sand der Sahara

Sahara in Lybien. Quelle: Pixabay, Foto: Gero Birkenmaier

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Dass die sogenannte Libyen-Konferenz in Berlin ein Reinfall ist, das war schon vorher klar wie auch das, was dabei herauskommen soll.

Wer keine Staats- und Regierungschefs aus Tunesien oder Griechenland einlädt, die direkt betroffen sind, dem geht es nicht um eine Lösung, sondern um eine Rechnung ohne Tunis und Athen. Als dann am Freitag noch eine Einladung von Berlin nach Tunis geschickt wurde, war es zu spät.

Dass „das Außenministerium in Tunis erklärte, „nicht Teil der seit September laufenden Vorbereitungstreffen gewesen“ zu sein, könne man auch „auf die Teilnahme“ an der Inszenierung in Berlin „verzichten“. Weiter heißt es im „Deutschlandfunk“ (19.1.2020) unter der Überschrift „Libyen-Konferenz – Tunesien lehnt kurzfristige Einladung ab“, dass „auch Griechenland … bei der Bundesregierung protestiert“ habe, weil es nicht zu der Konferenz eingeladen“ worden war. „Die Regierung in Athen stößt sich vor allem an einem Seeabkommen zwischen der Regierung Sarradsch und der Türkei, das die Grenzen des türkischen Seegebiets im östlichen Mittelmeer erheblich ausweitet. Aus Sicht Griechenlands werden damit eigene Bohrrechte für Öl und Gas verletzt.“

Um Öl und Gas geht es in diesem Ö- und Gaskrieg zwischen Kyrenaika und Tripolitanien, nicht um Sand und Geröll. Deswegen gab es auch einen Hacker-Angriff von Türken auf Griechenland. Darüber berichtet wenigstens der „ORF“ (17.1.2020). Unter der Überschrift „Türkische Hacker legen griechische Websites lahm“ heißt es, dass „die türkische Hackergruppe Anka Neferler … sich im Onlinedienst Facebook zu der Attacke“ bekannt habe. „Griechenland bedrohe nicht nur ‚die Türkei in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer‘, sondern … nun auch die internationale Libyen-Konferenz, die morgen in Berlin stattfindet, so die Hackergruppe.“

Während die Regierung in Athen Kyrenaika unterstützt, fördert die Regierung in Ankara Tripolitanien. Doch auch die Saud-Dynastie und das Regime in Ägypten sind involviert, darüber hinaus die VSA und die Russische Föderation. Letztendlich läuft ohne Washington und Moskau nichts bei diesem Öl- und Gaskrieg, auch wenn die ihre Vasallen vorschicken und regionale Hegemonialmächte machen lassen.

Anmerkungen:

Siehe auch den Artikel Erdogan will mehr Soldaten, Waffen und Munition für den Krieg gegen Kyrenaika – Türken schicken Truppen nach Tripolitanien von Mats Marder.

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