1. FC Union Berlin verliert in Augsburg

Bundesliga - die Ossis kommen © 2019, Hans-Peter Becker

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Der 1. FC Union startete mit einer Niederlage in die Rückrunde. Erneut setzte es eine Niederlage gegen den FC Augsburg. Das Spiel in der Hinrunde konnte noch vor 4.600 Zuschauern ausgetragen werden. In der schmucken neuen Arena in Augsburg durfte kein zahlender Zuschauer zugegen sein. Der Heimvorteil reduziert sich, vor allem bei Mannschaften auf Augenhöhe. So war bei diesem Spiel, ohne die sonst übliche Geräuschkulisse, nicht erkennbar wer hier die platz-bauende Mannschaft ist.

Die Eisernen begannen wie gewohnt, hohes Pressing, wenn sein muss sofort Gegenpressing, mit einem frühen Tor ein Zeichen für den Gegner setzen. Ein relativ frühes Tor gelang den Augsburgern. In der 17. Minute traf Florian Hinterlechner. Sie wurden übertölpelt. Ein langer Abschlag von Rafal Gikiewicz, Andre Hahn verlängert per Kopf, Robin Knoche wird überlaufen und es ist passiert. Die Abstände zwischen den drei Innenverteidigern stimmten überhaupt nicht. Ein Gegentor, dessen Entstehung Urs Fischer nicht gefallen haben dürfte. Ein Tor hatte sich in dieser Phase des Spiels nicht unbedingt angedeutet.

Sehr lange mussten die Berliner aus Köpenick dem Rückstand nicht hinterherlaufen. Die Luft war weiter nicht torgeschwängert. In der 25. Minute traf Marcus Ingvartsen zum 1:1 mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit gingen es ganz schnell. Erneut war es Niederlechner der den Ball einschob. Ein Flanke aus dem Halbfeld schien bereits abgewehrt, schließlich war es dann doch passiert. Der Vorsprung hielt bis zum Schlusspfiff. Die große Chance zum Ausgleich vergab Ingvartsen. Er konnte einen Foulstrafstoß nicht bei seinem ehemaligen Mannschaftskameraden unterbringen. Gikiewicz wehrte den Ball ab. Zwei Riesenchancen aus dem Spiel heraus ließen sie liegen und so ging das zweite Spiel in Folge verloren.

Taktik

Urs Fischer veränderte seine Mannschaft auf vier Positionen. Für den gesperrten Florian Hübner begann Nico Schlotterbeck, die anderen Neuen in der Startelf waren Sheraldo Becker, Grischa Prömel und Kapitän Christopher Trimmel. Taktisch sortierte sich das Ganze zu einer 3-4-3 Formation, offensiver an den Gegner angepasst. Angriffe über die Flügel, die Schnelligkeit von Ingvartsen und vor allem Becker nutzen. Es gelang nicht. Augsburg spiegelte Unions taktische Formation und konnte, da sie fast die gesamte zweite Halbzeit über in Führung lagen, den Eisernen großzügig mehr Ballbesitz gestatten. Daraus machten die Gäste zu wenig. Union versuchte es mit langen Bällen auf die Außenpositionen. Auch die taktische Umstellung von Urs Fischer in der Schlussphase auf ein 4-3-3, um wenigstens einen Punkt zu retten, brachte nichts. Bleibt als Fazit, Ballbesitz war für die Eisernen ungewohnt. Sie hatten fast doppelt soviel wie die Augsburger (36 zu 64 Prozent).

„Heute hat es in erster Linie an uns gelegen. Beim ersten Tor verteidigen wir es einfach nicht gut, beim zweiten verlieren wir den Ball in der Vorwärtsbewegung. Dann läuft man dem Rückstand hinterher. Aber wir hatten einige gute Möglichkeiten auszugleichen und verschießen sogar einen Elfmeter. Wir haben uns sehr schwer getan das Spiel machen zu müssen, der Gegner hat tief verteidigt. Das müssen wir vielleicht noch lernen. Wenn man kaum Räume zur Verfügung hat, gilt es viel zu spielen, präzise zu sein, geduldig zu bleiben und auf die Lücke zu warten. Das haben wir zum Teil gut gemacht, aber wir hatten zu viele Flanken die bereits vom ersten Gegner geblockt wurden”, so Union-Trainer Urs Fischer nach der Partie gegen den FC Augsburg.

Kapitän Christopher Trimmel kassierte seine fünfte gelbe Karte und ist so im nächsten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach gesperrt.

Spieldaten

Fußball-Bundesliga 18. Spieltag 23.01.2021 15:30 Uhr WWK-Arena Augsburg

FC Augsburg: Gikiewicz–Oxford, Gouweleeuw, Uduokhai – Caligiuri, Strobl, Gruezo (90. Khedira), Iago – Richter (72. Jensen), Niederlechner (82. Finnbogason), Hahn (82. Gumny) Trainer: Heiko Herrlich 
 
1. FC Union Berlin: Luthe – Friedrich, Knoche, Schlotterbeck (79. Gießelmann) – Trimmel, Andrich, Prömel (71. Gentner), Lenz (Teuchert) – Becker (62. Bülter) Awoniyi, Ingvartsen (71. Gogia) Trainer: Urs Fischer
 
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych, Mark Borsch, Stefan Lupp, Martin Petersein 
 
Tore: 1:0 Niederlechner (17.), 1:1 Ingvartsen (25.), 2:1 Niederlechner (47.)

Anmerkung:

Siehe auch den Artikel Unioner wollen eisern bleiben – Urs Fischer bleibt dabei: „Unser Ziel ist der Klassenerhalt, weiter nichts.“ von Manfred Hönel.