Von Glück und Galle oder Pech für Polit-Poesie – Louise Glück soll Literaturnobelpreis für einen Haufen voll konservativen Kitsch bekommen

Iris, die wild wächst. Quelle: Pixabay, Foto: pieonane

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die am 22. April 1943 in New York City geborene und mit den Mühen und Freuden als Lyrikerin und Essayistin beladene Louise Glück wird noch vor ihrem gezwungenen Abgang von der Weltbühne mit dem Literaturnobelpreis belohnt.

Der Nobelpreis für Literatur, der einer der fünf von Alfred Nobel gestifteten Preise ist, hält schon lange nicht mehr das, was er einst versprach, aber eine Meldung ist der Mumpitz in der Stadt auf über einem Dutzend Inseln im Baltischen Meer noch wert, oder?

Nun, Glück, die als Lyrikerin in den Vereinigten Staaten von Amerika (VSA) gilt, soll dieses Jahr damit ausgezeichnet werden. Die dafür Verantwortlichen erklärten, dass die 77-Jährige „für ihre unverkennbare poetische Stimme von asketischer Schönheit“ geehrt werden würde. Wer`s kennt?!

Ob die jemals auch nur eines ihrer insgesamt 13 Gedichtbänden, die man alle in die Tonne kippen kann, in die Hand genommen, geschweige denn gelesen haben?

Zu Gesichte stehen würde es dieser der Schwedische Akademie genannten Veranstaltung mit Sitz in Stockholm. Der Laden ist ein solcher Murks wie die Lyrik von Glück.

Dass vom Glückschen Werk nur zwei Bücher in die deutsche Sprache übersetzt wurden, und zwar „Averno“ (2007) und „Wilde Iris“ (2008) von Ulrike Draesner, mag manche Leseratte als bezeichnend beschreiben. Von Bob Dylan und Swetlana Alexijewitsch liegen mehr Texte in deutscher Sprache vor und auch von Peter Handke, der im vergangenen Jahr bepreist wurde und seinen auch persönlich abholte.

In „Süddeutsche Zeitung“ (9.10.2020) teilt Marie Schmidt unter der Überschrift „Literaturnobelpreis: Keine Lust auf tägliches Gequake“ mit, dass es Glück „nicht um ihre eigenen Gefühle“ gehe, wie sie der „New York Times“ gesagt haben solle, „sondern um die Mühen und Freuden der Menschen, die geboren und dann gezwungen werden, wieder zu gehen“. Werden die mit Freuden und Mühen beladenen oder belohnten Menschen nicht auch auf die Welt gezwungen? Vielleicht mag Glück mal dazu einen Haufen konservativen Kitsch dichten?!

Übrigens teilt Tobias Lehmkuhl in „Süddeutsche Zeitung“ (9.10.2020) unter dem Titel „Literaturnobelpreis für Louise Glück: Kitschalarm, Stufe: Rot“ mit: „Die literarischen Werte, das muss man wieder einmal so sehen, wurden mit dieser Preisentscheidung mit Füßen getreten. Denn blättert man in „Wilde Iris“, herrscht allerorten höchster Kitschalarm: „depressiv ja, aber doch leidenschaftlich/ dem lebendigen Baum zugetan, mein Körper/ sogar in den gespaltenen Stamm geschmiegt, beinah friedvoll, im Abendregen/ beinah fähig zu fühlen,/ wie Saft schäumt und steigt.“ Manch einem steigt da die Galle hoch.

Anmerkung:

Vorstehender Artikel von Ingeborg Iltis wurde unter dem Titel „Pech für Polit-Poesie, Louise Glück soll Literaturnobelpreis für einen Haufen voll konservativen Kitsch bekommen“ im KULTUREXPRESSO am 9.10.2020 erstveröffentlicht.

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