Vom Wuchern und Hamstern – Preis für FFP2-Atemschutzmasken um 3.000 Prozent gestiegen

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Dortmund, Bonifatius-Kirche, Eingang zum westlichen Kirchplatz „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“; Mk 10:24; ähnlich: Lk 18:25 & Mt 19:24 Quelle: Wikimedia, CC BY-SA 3.0, Bild: Mathias Bigge - Eigenes Werk

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Begriffe wie Verstaatlichungen, Enteignungen und Beschlagnahmungen geistern derzeit verstärkt durch Politik und Presse wie die Worte Wuchern und Hamstern. Dass das kein Wunder ist, wenn einerseits immer mehr Leute im Land wuchern und hamstern und andererseits Leute sowie Läden vor der Pleite stehen und also die Insolvenzen zunehmen, das liest und hört man in den Medien.

Eine weitere Stimme für Beschlagnahmen hört auf den Namen Achim Kessler. Der ist gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag. Per Linksfraktion-Pressemitteilung vom 2.4.2020 teilt er unter dem Titel „Gesetzliche Spielräume nutzen – Schutzmaterial beschlagnahmen!“ mit: „Ich fordere die Bundesregierung auf, endlich alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den akuten Mangel an Schutzmaterialien für medizinisches Personal zu überwinden. Das Grundgesetz bietet die Möglichkeit, Enteignungen zum Wohl der Allgemeinheit vorzunehmen (Art. 14 GG) sowie Produktionsmittel zu vergesellschaften (Art. 154 GG). Bei lebensbedrohlichem Marktversagen, wie wir es derzeit beobachten, sind derartige Eingriffe in den Markt dringend geboten.

Es ist unerträglich, wie Firmen und Konzerne jetzt aus der Krise Profit herausschlagen. Der Einkaufspreis von FFP2-Atemschutzmasken beispielsweise stieg in wenigen Tagen von 45 Cent auf 13,52 Euro – dies entspricht einem Anstieg um 3.000 Prozent! Bei diesem offenkundigen Missbrauch ihrer Oligopolstellung durch Konzerne muss die Möglichkeit genutzt werden, Schutzmasken und -anzüge dem Markt zu entziehen und stattdessen nach dem Bedarf der Gesundheitseinrichtungen zu produzieren und neu zu verteilen. Die Hamsterei von Schutzausrüstung muss hart bestraft werden. Firmen, die ihre Marktmacht aus Profitgier mit Wucherpreisen missbrauchen und damit Menschenleben gefährden, müssen unter staatliche Kontrolle gestellt oder enteignet werden. Spätestens jetzt in der Krise müssen soziale Interessen über Profitinteressen gestellt werden. Wenn die Bundesregierung jetzt nicht entschieden handelt, werde ich einen Antrag einbringen, der konkrete Maßnahmen zur Durchsetzung des Gemeinwohls gegen die Wirtschaftsinteressen bei der Beschaffung von medizinischem Schutzmaterial enthält.“

Auf das entschiedene und entsprechende Handeln der Merkel-Regierung unter den Altparteien CDU, CSU und SPD wird Achim Kessler vermutlich lange warten können, eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr.

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