Vatikan fordert globale Führerschaft – Mit „Inclusive Capitalism“ und CO2-Religon in eine schöne neue Welt?

Namensgebender "Heiliger Stuhl" in der Kathedra des Papstes in der Lateranbasilika. Unter Kathedra wie Katheder darf man einen Lehrstuhl verstehen. Wer auf diesem Stuhl sitzt und lehrt, der gilt als unfehlbar. Wer nicht daran glaubt, der dürfte auch nicht Mitglied der römlisch-katholischen Kirche sein. Quelle: Wikimedia, CC BY 3.0, Bild: Sailko - Eigenes Werk

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Am 5. Juli 2020 hatte sich Papst Franziskus (geboren 1936) nach dem Gebet des Angelus auf dem Petersplatz den Appell der Vereinten Nationen zu eigen gemacht, angesichts der Folgen der Corona-Epidemie einen sofortigen und globalen Waffenstillstand in allen Krisengebieten auszurufen. Zwei Tage später folgte Kardinal Peter Turkson – Präfekt des Dikasteriums (Amt in der römischen Kurie) für die integrale Entwicklung – bei der Präsentation der geleisteten Arbeit der vatikanischen Covid-19-Kommission ganz der Logik der Vereinten Nationen und forderte: „Wir brauchen eine globale Führerschaft“(1). Damit vollzog Turkson den Schulterschluss mit dem umtriebigen Klaus Schwab (geboren 1938), Gründer und geschäftsführender Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums(2) und anderer Stiftungen.

Kardinal Turkson war vor seiner Berufung von Benedikt XVI. zum „Präsidenten des Päpstlichen Rats“ Präsident der Bischofskonferenz in seinem Heimatland Ghana. Durch die Kurienreform von Papst Franziskus hatte Turkson im August 2016 die Leitung des neu errichteten Amtes für die „ganzheitliche Entwicklung des Menschen“ übernommen, in der u.a. auch der Rat für Gerechtigkeit und Frieden aufgegangen war.

Papst Benedikt XV. warnte vor Schreckensherrschaft einer Weltregierung

Die Forderung im Vatikan nach einer globalen Führerschaft, ruft die Erinnerung an das päpstliche Rundschreiben „Bonum Sane“ vom 25. Juli 1920 des Friedenspapstes Benedikt XV. wach, in dem er vor einer Schreckensherrschaft der One-World-Vertreter warnte.(3) Hatte sich Kardinal Ratzinger als Papst den Namen Benedikt XVI. gewählt, um seinem Namensvorgänger nachzueifern?

Im zweiten Vatikanum von 1965 wird in der pastoralen Konstitution „Gaudium et spes“ (Über die Kirche in der Welt von heute) der „Eine-Welt-Kultur“ eine eindeutige Absage erteilt. Dagegen wird das Ideal der „Menschheitsfamilie“ herausgestellt und die Autonomie der irdischen Wirklichkeit gefordert. Die geschaffenen Dinge und auch die Gesellschaften sollen „ihre eigenen Gesetze und Werte haben, die der Mensch schrittweise erkennen, gebrauchen und gestalten muß… Das ist nicht nur eine Forderung der Menschen unserer Zeit, sondern entspricht auch dem Willen des Schöpfers“(4). Unter Papst Johannes XXIII. hatte der junge Theologe Joseph Ratzinger als Konzilsberater mitgewirkt.

Wie wird er nun die Botschaft von Papst Franziskus aufgenommen haben, als der am 8.12.2020 zwischen dem Vatikan und den im „Council for Inclusive Capitalism“ (Rat für inklusiven Kapitalismus) verbundenen Wirtschaftsführern aus aller Welt eine neue Partnerschaft ankündigte? Dieser „Rat“ hat sich als gemeinnützige Organisation der Förderung eines „humanen“ Kapitalismus verschrieben und liegt damit auf einer Linie, die Klaus Schwab am Ende seines Buches „Covid-19: Der Große Umbruch“ (Covid-19: The Great Reset) gefordert hat: Ein „Komitee zur Rettung der Welt“. Unter Ausblendung der Geschichte scheint Schwab nochmals alle historisch gescheiterten Sozialutopien wiederholen zu wollen. „Er träumt“, so der Baseler Schriftsteller Claude Cueni, „von einer „globalen Ordnungsmacht“ nach marxistischen Prinzipien, von einer EU im Weltformat unter dem Kommando von WHO, UNO, IWF und dem „Großen Steuermann“ Klaus Schwab.“(5) Auf dem 50. Jahrestreffen des WEF im Januar 2020 hatte Schwab Greta Thunberg eingeladen und damit signalisiert, wie wichtig ihm Klimawandel und CO2-Reduktion sind. Das Weltwirtschaftsforum auf dem Weg zum Weltklimaforum? Kaum. Corona und CO2-Reduktion sind die Hebel, mit denen die Welt in Richtung globaler Führung verändert werden sollen. Dank IT-Giganten und 5G ist die umfassende Überwachung Realität geworden. Und diese Technik wird genutzt werden. Am 11. Januar 2021 sagte der bayerische Gemeindetagspräsident Uwe Brandl, er könne sich zum Überwachen der 15-Kilometer-Regel in Corona-Hotspots auch das Nutzen von Handydaten vorstellen: „Wir könnten heute Bewegungsprofile aus den Handys auslesen und auf diese Weise sehr treffsicher feststellen, wo sich die Menschen aufhalten. Wir müssen uns halt jetzt entscheiden, was wichtiger ist, der Gesundheitsschutz oder der Datenschutz“.(6) Erfolgreich werden in der Coronakrise immer mehr digitale Zahlungsmittel genutzt – am Ende dürfte die Abschaffung des Bargelds stehen. Nur in einer bargeldlosen Welt kann eine Weltregierung die Bürger optimal überwachen, den Konsum regulieren und Fehlverhalten sanktionieren – so u.a. bei einem nicht mehr tolerierbaren CO2-Fußabdruck. Neben einer Weltregierung – seit Corona scheint eine Gesundheitsweltregierung zu agieren – Weltbank und Weltwährung bedarf es nur noch einer Weltreligion, um einen Weltstaat zu manifestieren.

Hans Küng 1990 in Davos über das „Projekt Weltethos“

Bei den Jahrestagungen in Davos waren moralische Fragen und Ethik immer wieder ein Thema. 1990 stand das Wirtschaftsforum unter dem Motto „Deutsche Wiedervereinigung und das neue Europa“, und in diesem Jahr war es „besonders bemerkenswert“, schreibt Klaus Schwab, „dass der Theologe Professor Hans Küng das „Projekt World Ethos“ ins Leben rief, das sich zu einer starken Bewegung zur Förderung eines „universellen Ethos für die Weltreligionen“ entwickelte. Er sprach zu den Teilnehmern über das Thema „Warum brauchen wir globale ethische Standards, um zu überleben?“(7) Im Manuskript – im öffentlichen Gespräch mit Philosophen wie Professor Hans Jonas und Professor Karl-Otto Apel getestet – ging es Küng darum, mittels politisch-sozialer „Diagnosen das Bewußtsein für ein globales Ethos zu schaffen oder zu schärfen“(8).

Dieses Manuskript mündete in Küngs Buch „Projekt Weltethos“ (1990) in dem das absolute Ziel postuliert wurde: „Die ungeteilte Welt braucht zunehmend das ungeteilte Ethos! Die postmoderne Menschheit braucht gemeinsame Werte, Ziele, Ideale, Visionen.“(9)

Schon drei Jahre später trafen sich über 5000 religiöse Führer bei der Konferenz der Weltreligionen in Chicago. In seiner Grundsatzrede regte der damalige UN-Vize-Generalsekretär Robert Muller an, eine dauerhafte Einrichtung zur Entwicklung der religiösen Einheit ins Leben zu rufen. Nach einem langen Diskussions- und Akzeptanzprozess stand am Ende der Konferenz ein Thesenpapier – Hans Küng hatte hier maßgeblichen Anteil – mit einem Grundkonsens verbindender Werte. Da überall in der Welt von heute „Lug und Trug, Schwindel und Heuchelei, Ideologie und Demagogie“ (10)lauerten, schrieb man die Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit fest. Erstmals in der Geschichte der Religionen wurde eine gemeinsame Aussage quasi in Stein gehauen: „Jeder Mensch muss menschlich behandelt werden! “(11) Diese beiden moralischen Türme, Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit,(12) sollen nun also ausgerechnet von den Ländern zum Leuchten gebracht werden, die gleichzeitig die Welt mit Krieg und Ausbeutung im Dienst einer grenzenlosen Marktwirtschaft überziehen!

Noch im gleichen Jahr etablierte sich unter der Leitung von Ervin Láószl in Budapest „Der Club of Budapest“ Der Club will das Bewusstsein für die globale Verantwortung stärken und Brücken zwischen den Kulturen und Generationen bauen. Unter dem Motto „You Can Change the World“ sieht der Club of Budapest seine Mission als „Katalysator für den Übergang zu einer nachhaltigen Welt“(13).

Und 1996 bejahten die im Inter Action Council (IAC) verbundenen ehemaligen Regierungs- und Staatschefs vier unantastbare Weisungen, denen alle Religionen zustimmten:

  • „Die Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben,
  • die Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und auf eine gerechte Wirtschaftsordnung,
  • die Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und auf ein Leben in Wahrhaftigkeit,
  • die Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und auf die Partnerschaft von Mann und Frau.“ (14)

Diese Veröffentlichung des Inter Action Council deckte sich mit den Forderungen Hans Küngs, die er in seinen Büchern „Projekt Weltethos“ und „Weltethos für Weltpolitik und Weltwirtschaft“erhoben hatte: Die Menschenpflichten neu zu formulieren und auch einzufordern. Daneben will das Inter Action Council die internationale Zusammenarbeit fördern und Lösungsvorschläge für politische, wirtschaftliche und soziale Probleme entwickeln.(15) Schon im Folgejahr gab der Ehrenvorsitzende Helmut Schmidt das Buch „Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten“ (AEMpf) heraus. Diese Erklärung ist an die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ (AEMr) angelehnt und möchte sie erneuern und verstärken.(16) Das IAC hofft, dass der Katalog der Menschenpflichten durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet wird.

Im Jahr 2000 entstand unter dem Dach der Vereinten Nationen die „United Religions Initiative“ (URI). In der aus 21 Grundsätzen bestehenden Charta werden folgende Ziele formuliert: eine dauerhafte und ständige Zusammenarbeit zwischen den Religionen zu fördern, religiös motivierte Gewalt zu beenden und eine Kultur des Friedens, der Gerechtigkeit und der Gesundung für die Erde und alle Lebewesen zu schaffen.

Im gleichen Jahr hob Steven C. Rockefeller mit gewichtigen Mitgliedern des Club of Rome (CoR), Michail Gorbatschow(17) und Maurice Strong(18), die Earth-Charta aus der Taufe. Sie wird auch vom „Rockefeller Brothers Fund“ unterstützt. In der Erd-Charta werden grundlegende ethische Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung im globalen Maßstab gefordert. Die Charta soll von der internationalen Staatengemeinschaft ratifiziert werden.

Menschenpflichten und Weltethos – Heilmittel für eine bessere, friedlichere Welt?

Alle hier aufgezeigten Initiativen der letzten Jahrzehnte lassen die Hoffnung auf eine bessere Welt aufkommen, in der das angedachte Weltethos von allen Erdbewohnern gelebt wird. Nach Küng wird der Frieden unter den Religionen – und das bei dem kleinsten gemeinsamen religiösen Nenner – den Weltfrieden ermöglichen.

Stutzig macht in diesem Zusammenhang, dass Küng neben vielen anderen Auszeichnungen 2004 den Preis des Deutschen Druiden-Ordens für die Stiftung Weltethos und 2007 den Kulturpreis der deutschen Freimaurer erhalten hat. Die Freimaurer hat schon Friedrich Nietzsche 1885 im Hinblick auf das Schüren der Ressentiments der Massen als agitatorische »Tarantel« bezeichnet und seinen Zarathustra sagen lassen: „Willkommen Tarantel! Schwarz sitzt auf deinem Rücken dein Dreieck und Wahrzeichen; und ich weiß auch, was in deiner Seele sitzt. Rache sitzt in deiner Seele“(19). Was würde Nietzsche wohl zum Projekt Weltethos einfallen?

Wurde die „Vereinigte Religions Initiative“ (URI) als global-religiöse Organisation entworfen, sozusagen als „Vereinte Nationen der Religionen“? Vielleicht sogar eine neue „Eine-Welt-Kirche“ der heidnisch-pantheistischen „New Age Bewegung“?

Konkrete Vorschläge, wie die Weltprobleme denn durch die vom IAC vorgeschlagene Pflichtenmoral gelöst werden sollen, sind nicht zu erkennen.

In der gesamten Thematik bleibt die menschliche Psyche sowie die Psyche von Stämmen, Völkern und Nationen mit ihren spezifischen Traumata unberücksichtigt. Wie sollen die an Leib und Seele verwundeten Menschen aufgenommen werden und wie kann das kollektive Bewusstsein der vielen Völker, die vor allem Leid erfahren haben, im Sinn des neuen Weltethos transformiert werden?

Es ist das Los der Menschen, sich immer wieder zu erinnern und ihr Wissen auch an die Nachfahren weiterzugeben.

„Immer dann, wenn Menschen, Stammesgruppen oder ganze Staaten in der Autonomie ihrer Lebensführung eingeschränkt werden, – sei es politisch oder wirtschaftlich – sind sie vermehrt resonanzfähig dafür, dass „alte“ Ungerechtigkeiten wieder in Erinnerung gerufen werden,“(20) stellte Professor Franz Martin in seiner Vorlesung „Interkulturelle Philosophie“ fest

Wie schwer wiegt das Schicksal der meisten islamischen Länder, die von europäischen Kolonialmächten zu genau der Zeit unterdrückt wurden, als sich in Frankreich und England die Idee von Menschenrechten immer mehr durchsetzte? Kein Wunder, dass bei Muslimen die Forderung des Westens nach Einhaltung der Menschenrechte zunächst nur Abwehrhaltung auslöst. Im 20. Jahrhundert ließ dann die westlich aufgeklärte Welt jede Friedensfähigkeit vermissen, und auch der nordamerikanische Neokapitalismus trug mit seinen drei Paradigmen – Selbstbereicherung, Selbstbelohnung und Selbstgefälligkeit – nicht gerade zu einer Humanisierung der Welt bei.(21) Die USA sind immer noch das Land mit dem höchsten Militärbudget (knapp 50 % der ganzen Welt), der weltgrößte Waffenexporteur und die größte Schuldnernation.

Das Projekt Weltethos könnte ein Meilenstein in der Menschheitsgeschichte sein, wenn der Westen nicht selbst eine Politik der Doppelmoral und der Doppelstandards betreiben würde. Der Westen hat lange von der Ausbeutung anderer Völker gelebt; er führt die Hitliste der Rüstungsexporteure an und schwingt sich plötzlich zum Propheten des Weltfriedens auf. Für viele Menschen aus der nichtwestlichen Welt sieht das so aus als habe der Westen seinen Zenit überschritten und deshalb vermutlich ein besonderes Interesse daran, mit einem weltweiten Frieden den Status quo zu sichern.

Große Teile der Menschheit haben unter den bisher praktizierten „Wertmaßstäben der westlichen Welt“ gelitten und leiden immer noch. Ein Blick auf die letzten dreißig Jahre im Nahen Osten bestätigt das und lässt die Frage nach den Motiven für das Projekt drängender werden, zumal bei den unterschiedlichen Initiativen immer wieder die gleichen Persönlichkeiten anzutreffen sind. So ist der „Club of Budapest“ CoB ein wahres Sammelbecken für New Age- und Esoterikanhänger. Zu seinen Ehrenmitgliedern zählt der Club Persönlichkeiten, die für ein planetarisches Bewusstsein stehen. Am 20. Juni 2004 gründete der „Club of Budapest“ im nordrhein-westfälischen Neuss die erste NEW AGE Universität „Planet Life University“.(22) Sie soll als „Bildungs- und Trainingsinstitut für ein planetarisches Bewusstsein“ dienen. Eröffnet wurde sie von Rita Süssmuth. Nach der Eröffnung fragte der SPIEGEL: „Wissen die ehemaligen Spitzenpolitiker sowie all die übrigen Unterstützer und Ehrenmitglieder wirklich, in welchem weltanschaulichen Dunstkreis sie sich bewegen?“ Die an Genscher und Süssmuth gerichtete Nachfrage über die fragwürdigen Aktivitäten vieler Clubmitglieder wurde nicht beantwortet. Beide schmücken die Vermarktung des Vereins, „der mit diversen Stiftungen und weiteren gemeinnützigen Vereinen verzahnt ist. Slogans zur Völkerverständigung, zum Kulturaustausch sowie zur Friedens- und Umweltpolitik garnieren die Spendenaufrufe. Gekrönt werden die Club-Umtriebe nun vom „Global Marshall Plan“. Die hehren Ziele: Überwindung der Armut, Schaffung von dauerhaftem Frieden, nachhaltige Umweltpolitik – man will eine „öko-soziale Marktwirtschaft“ und überhaupt so viel Gutes tun“(23), hieß es in dem damals noch kritischen SPIEGEL.

Kann uns der langjährige ehemalige UN-Vize-Generalsekretär Robert Muller in diesem Dickicht der vermeintlich „guten Absichten“ Orientierungshilfe geben? „Wir müssen“ so der rede- und schriftgewandte Muller, „uns so schnell wie möglich auf eine Weltregierung hin bewegen; eine Weltreligion; einen Weltführer.“(24)

Die künstliche Intelligenz gibt dem künftigen Weltstaat in seiner „Bevormundungs-Rolle“ ungeahnte Überwachungsmöglichkeiten. Dazu erinnert Claude Cueni in seinem Artikel „Komitee zur Rettung der Welt“ an Aldous Huxleys Roman „Brave New World“ (1932), der Vision eines futuristischen Staates mit einem totalitären System, in dem alle Menschen glücklich sein sollen: „In seiner ‚Schönen Neuen Welt` wird der Mensch zur Datenquelle degradiert, zu einem kleinen Pixel, der, von einem Software-Algorithmus von der Wiege bis zum Tod begleitet, bevormundet, belohnt und bestraft wird“(25). In diesem futuristischen Staat ist das Ziel die soziale Stabilität, die Ruhigstellung aller Wünsche und allen Begehrens, was exakt durch eine auf die Kasten ausgerichtete totale Bedürfnisbefriedigung erreicht werden soll. Konsum und Promiskuität (Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern) sind Pflicht.

Das erinnert fatal an die Ideen des Gründers der Paneuropäischen Union und ersten Karlspreisträgers Graf Coudenhove Kalergi. Der schrieb 1925 in seinem Buch „Praktischer Idealismus“ über die neu zu schaffenden europäischen Gesellschaft: “Dann wird die erotische Lebensform der Minderwertigen und Mittelmäßigen Freie Liebe sein, der Auserwählten Freie Ehe … Der Sozialismus, der mit der Abschaffung des Adels, mit der Nivellierung der Menschheit begann, wird in der Züchtung des Adels, der Menschheit gipfeln.(26)

Von welchen Ideengebern wird das krude Weltbild eines Klaus Schwab also geleitet?

In der Coranakrise sieht er nun seine Stunde gekommen. Am 23. Januar 2020 – vom 20. bis 24. Januar 2020 tagte das 50. Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos – „verhängte China den ersten Lockdown in der Geschichte der Menschheit, und die globale Lawine der Corona-Berichterstattung begann. Schon wenige Tage später lobte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus Chinas Methode als „beispielgebend“. Fast jedes Land der Erde kopierte China in den folgenden Monaten. Währenddessen freute sich Klaus Schwab …auf die einmalige Chance für einen „Great Reset“, den er in Davos vor der Weltöffentlichkeit aus dem Hut zauberte.“ (27) Herrn Schwabs 4. Industrielle Revolution wird nicht den Menschen dienen, sondern die Allmachtgelüste einer kleinen Elite machtvoller Global Player bedienen.

Sollte der geplante Weltstaat Wirklichkeit werden, was Gott verhüten möge, dann wird das Mittelalter wieder Triumphe feiern. Denn die historische Erfahrung zeigt: Realisierungen ideologischer Weltverbesserungsprogramme haben bisher immer die schlimmsten Zwangssysteme hervorgebracht.

An dieser Stelle sei auf das neue Buch von Wolfgang Effenberger: Schwarzbuch EU & NATO verwiesen (https://zeitgeist-online.de/2013-11-30-00-57-32/1097-wolfgang-effenberger-schwarzbuch-eu-nato.html)


Anmerkungen:

  1. Guido Horst: Rom sucht die schöne neue Welt vom 17.7.2020 unter https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/rom-sucht-die-schoene-neue-welt;art4874,210153
  2. Das Weltwirtschaftsforum zählt die tausend größten Weltkonzerne zu seinen Mitgliedern. Jeder Konzern bezahlt eine Basis-Jahresmitgliedsgebühr von 39.497 Euro und eine Gebühr von 16.726 Euro für die Teilnahme am Jahrestreffen. Industrie- und strategische Partner bezahlen zwischen 232.400 und 464.800 Euro, um an den Initiativen des Forums mitzuwirken. (Claude Cueni: Komitee zur Rettung der Welt vom 11.12.20)
  3. Felix Dirsch: Der Bodenständige vom 4.4.2018 unter https://www.die-tagespost.de/gesellschaft/feuilleton/Der-Bodenstaendige;art310,187378
  4. http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html
  5. Claude Cueni: Komitee zur Rettung der Welt vom 11.12.20 unter https://www.achgut.com/artikel/komitee_zur_rettung_der_welt
  6. https://www.n-tv.de/regionales/bayern/Gemeindetag-Handydaten-fuer-die-15-Kilometer-Regel-nutzen-article22282901.html
  7. Klaus Schwab: The World Economic Forum A Partner in Shaping History The First 40 Years 1971-2010, S. 97 unter http://www3.weforum.org/docs/WEF_First40Years_Book_2010.pdf
  8. Hans Küng: Weltethos, München 1990, S. 15
  9. Ebenda, S. 57.
  10. Zitiert nach Hans Küng: Weltethos für Weltpolitik und Weltwirtschaft, München 1997, S. 156
  11. Ebenda, S. 154
  12. Vgl. Hans Küng/K.-J. Kruschel (Hrsg.): Erklärungen zum Weltethos. Die Deklaration des Parlaments der Weltreligionen, München 1993
  13. Zitiert aus http://de.wikipedia.org/wiki/Club_of_Budapest [4.10.2012]
  14. Abschnitt: „Vier unverrückbare Weisungen“, Konkretisierung der im 2. Abschnitt aufgestellten Grundforderung.
  15. Paulina Prinz: Weltethos und Weltreligionen, Universität Wien, Diplomarbeit 2002, S. 146
  16. Helmut Schmidt (Hrsg.): Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten. Ein Vorschlag München 1997 sowie „Die Zeit“ vom 3.Okt. 1997
  17. Michail Gorbatschow: Ehemaliger Staatschef der Sowjetunion, Vollmitglied des CoR, Gründer des Internationalen Grünen Kreuzes und der Gorbatschow Foundation. Neben Diego Hidalgo Mitbegründer des Club of Madrid.
  18. Maurice Strong war an der Seite Kofi Annans UN-Vizegeneral, Chef des UN-Umweltprogramms, Generalsekretär des Erdgipfels in Rio sowie Verfasser des Kyoto-Protokolls.
  19. KSA 4, ZaII, Von den Taranteln, S. 128
  20. Sonja Meißl: Weltfrieden Weltethos. Eine Herausforderung für die interkulturelle Philosophie und die praktische Arbeit im Mentaltraining. Wege zu einem friedlichen Miteinander der Menschen Arbeit zur Vorlesung Interkulturelle Philosophie: Einführung bei Univ.-Prof. Dr. Franz Martin Wimmer/Wien, WS 2003/04
  21. Maria Altmanninger: Hans Küng – Weltethos. Referat im Rahmen des Seminars Globalisierung und Philosophie im WS 2003/2004 bei Univ.-Prof. Dr. Franz Martin Wimmer/Wien
  22. Unter den Mitgliedern findet man u.a Persönlichkeiten wie den Dalai Lama, die Theosophen Barbara Marx-Hubbard, Hans Küng, Peter Russell, Robert Muller, Michail Gorbatschow sowie Politiker wie Rita Süssmuth, Hans-Dietrich Genscher und Richard von Weizsäcker.
  23. Hans-Ulrich Felmberg: New-Age-Universität Wie Esoteriker und Polit-Prominenz die Welt retten wollen, vom 23. 07. 2004 unter http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/new-age-universitaet-wie-esoteriker-und-polit-prominenz-die-welt-retten-wollen-a-309842-2.html [5.10.2012]
  24. Zitiert in Dwight L. Kinman, The world’s last dictator, 1996, p. 81
  25. Claude Cueni: Komitee zur Rettung der Welt vom 11.12.20 unter https://www.achgut.com/artikel/komitee_zur_rettung_der_welt
  26. Coudenhove-Kalergi, R.N.: Praktischer Idealismus. Adel – Technik – Pazifismus, Wien/Leipzig 1925, S. 56
  27. Aya Velázquez: China and the ‘Great Reset’ vom 19. Dezember 2020 unter https://ayavela.medium.com/china-and-the-great-reset-f111d297853c