Unions Jubelfeiern enden vorerst im Friedensstadion von Halberstadt

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Das leere Friedensstadion in Halberstadt im nördlichen Harzvorland. Quelle: Wikipedia, Foto: Sebastian Grote, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26325429

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Das „Hoch soll´n sie leben – Eisern Union“ rückt vorerst in den Hintergrund. Am Sonntag beginnt im Harz-Vorland beim VfB Germania Halberstadt wieder der Ernst des Lebens.

„Das Pokalspiel ist wichtig und ich sehe uns in der Favoritenrolle. Aber gegen einen Regionalligisten zu spielen ist eine heikle Aufgabe. Nur mit der richtigen Einstellung werden wir als Sieger vom Platz gehen“, macht sich Unions Trainer Urs Fischer kein X vor U. Berlins Neu-Star Neven Subotic dürfte vor den 6.000 Zuschauer im bereits ausverkauften Halberstädter Friedensstadion noch die Zuschauer-Rolle einnehmen, wie von Trainer Fischer unmissverständlich zu entnehmen ist: „Subotic ist auf einem guten Weg zurück, aber für ein Pflichtspiel reicht es noch nicht.“

In Halberstadt können die 1.989 Union-Fans bereits das Grundgerüst für die bevorstehende Bundesliga-Saison erkennen. „Wir haben einen großen Kader, ich werde aber nicht bei jedem Spiel elf neue Leute auf den Platz bringen“, sagt Fischer.

Mit Christopher Trimmel stellt Fischer den neuen und alten Kapitän vor. Trimmels Stellvertreter wird in Zukunft Marvin Friedrich sein. „Wir müssen Kapitäne haben, die auch auf dem Platz sind“, begründet Fischer die Wahl.

Bezüglich des großen Kaders von 34 Spielern verbreitet der Schweizer Union-Trainer keine Illusionen: „Wir sind eine Leistungsgesellschaft. Bei unserem momentanen Kader werden immer 14 Spieler auf der Tribüne sitzen. Das ist nun mal so. Die Aufstellung richtet sich stets nach den Leistungen der einzelnen Spieler.“

Die elf Neuzugänge wurden nach Fischers Ansicht mit Hilfe der Mannschaft und des Vereins ziemlich gut und schnell integriert. „Sie haben alle eine Wohnung und sind in der Mannschaft angekommen.“

Mit welchem System Fischer am Sonntag in Halberstadt oder eine Woche später gegen RB Leipzig die Wuhlheider spielen lassen will, sieht der 52-Jährige als zweitrangig an: „Es ist völlig egal, welches System man spielt. Viel wichtiger sind die individuellen Qualitäten der Spieler, wie sie in der Lage sind, ein System umsetzen können.“

Union-Präsident Dirk Zingler sagt es ohne Umschweife, dass die Unioner gekommen sind, um zubleiben. In einem Sonderheft-Interview mit der „Fußball-Woche“ meint er wörtlich: „Ich lasse gar nicht zu, im Verein nach dem Motto eine Haltung zu entwickeln: Jetzt sind wir mal oben, jetzt genießen wir das schön, und wenn wir wieder absteigen, ist das gar nicht so schlimm, dann haben wir uns wirtschaftlich saniert.“ Union will sich in der Bundesliga etablieren. Präsident Zingler wird diesbezüglich Druck machen. Den Auftakt, um dieses Ziel zu erreichen, bildet der DFB-Pokal am Sonntag in Halberstadt.

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