Trostrunde oder Hoffnungslauf? – Putin zur Sondersitzung in die Sommerresidenz von Macron eingeladen

0
165
Ein Blick aufs Fort de Brégançon am 22. September 2012. Quelle: Wikipedia, Foto/Autor: Patrub01, Rechte: CC BY-SA 3.0

Paris, Frankreich (Weltexpress). Die Russische Föderation ist außen vor, wenn sich die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Sieben (G7) treffen. Das wird auch in Biaritz im von Frankreich besetzten Teil des Baskenlandes so sein. Die Basken nennen ihre Stadt, die eine bedeutende Hafen-, Fischer- und Walfängerstadt war, während sie nunmehr als Seebad gilt, übrigens Miarritze.

Dort treffen sich die Anglo-Amerikaner, also Donald Trump für die Vereinigten Staaten von Amerika und Boris Johnson für das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, hinzu kommen noch Kanada und die Kontinentaleuropäer mit der Bundesrepublik Deutschland (BRD), dem permanent klammen Frankreich und dem permanenten Pleitestaat Italien, die ohne die deutsche Melkmaschine vor die Hunde gehen würden.

Aus Fernost sind die Japaner dabei, die im Falle eines Falles mit den Anglo-Amerikanern stimmen. Die Chinesen oder Russen stehen draußen vor der Tür. Allerdings wurden die Russen 1998 ins Boot geholt und dieses zur G8 umgetauft. Als die Kontinentaleuropäer merkten, dass die Russen keine Vasallen der Anglo-Amerikaner sind, aber auch nicht ihre Interessen vertreten, sondern eigene, hatten sie nichts dagegen, die Russen rauszuschmeißen.

Dabei wäre es vor allem das Interesse der Deutschen gewesen, die Russen drin zu halten, doch unter Angela Merkel (CDU) als Kanzlerin ist die BRD zu einem Vasall der VSA verkommen, wie selten zuvor nach dem Ende des Deutschen Reiches.

Weil sich das VK mehr denn je an der Seite der VSA wiederfindet, braucht der Rest vom europäischen Schützenfest dringend Partner, wenigstens um eine Patt-Situation herstellen zu können. Die Russen müssen wieder rein, was sonst.

Die Franzosen waren es, die feder- und wortführend dafür sorgten, dass die Russische Föderation ihr Stimmrecht im Europarat zurückbekam. Merkel-Deutschland duckte sich weg. Auch jetzt muss Emmanuel Macron aktive Außenpolitik betreiben, denn von den Merkel-Deutschen ist nichts zu erwarten. Macron startet also einen gesichtswahrenden Hoffnungslauf, der keine Trostrunde bleiben soll.

Zu diesem Zweck lud er Wladimir Putin öffentlichkeitswirksam fünf Tage vor dem G7-Gipfel in Biaritz/Miarritze zur Sondersitzung in seine Sommerresidenz Fort de Brégançon, einer kleinen Mittelmeerinsel vor der französischen Küste im Departement Var, ein. Saint-Tropez und Saint-Maxime oder auch Saint-Mandrier-sur-Mer sind nicht weit. Das sieht alles harmlos aus.

Was die Herren vom Elysee und Kreml besprechen werden? Nun, es sind einige Stolpersteine auf dem Weg zur Neuauflage der G8 aus dem Weg zu räumen, die unter Krim, Donbass, Syrien und so weiter laufen. Was den Hofberichterstattern anschließend erzählt wird, damit diese es weitererzählen, das soll hier nicht interessieren. Macron müht sich, das immer ungleichere Gespann Paris und Berlin, am Laufen zu halten, bevor die entscheidende Achse der Europäischen Union bricht, an der das italienische Rad eiert.

Die Achse Paris-Berlin-Moskau muss geschmiedet werden. Macron weiß das und müht sich. Rom tut dafür, was es kann. Nur Merkel scheint weder zu wollen noch zu können. Sie verkauft weiter wesentliche Interessen der Deutschen. Allerdings weiß auch Moskau, das nicht viel zu verschenken hat, dass die drei kontinentaleuropäischen Vertreter in der G7 ihn dringender brauchen denn je.

Anzeige