Tiroler Idylle und Wintersportvergnügen im Kaiserwinkl – Schneespaß von November bis März in Kössen, Walchsee, Schwendt und Rettenschöss

Georg Mühlberger mit Pelzmütze und mit seinen Kutschpferden „Max“ und „Grismo“.

Der Kaiserwinkl ist im Wortsinn Tirols erste Adresse, wenn es um Schneevergnügen geht. Das Wintermärchen beginnt gleich hinter der bayrischen Grenze. Von Norden kommend, braucht man nicht einmal eine Vignette. Bereits in Oberaudorf biegt von der Inntalautobahn die Landstraße 172 Richtung Osten zu jener Region ab, die nach ihren markantesten Bergen benannt ist: Den bis 2000 Meter aufragenden kahlen Graten des Zahmen Kaisers und den noch höher reichenden spitzen Zacken des Wilden Kaisers. Einen Blick auf beide Felsmassive hat man nur von Kössen aus, dem Herzen des Kaiserwinkls.

Hier sitzt Georg Mühlberger mit Pelzmütze und selbst gebranntem Obstler gegen Schnee und Kälte gewappnet auf dem Kutschbock, um die Gäste die Schönheit seiner Heimat hautnah erleben zu lassen. Die beiden Gebirgskaltblüter „Max“ und „Grismo“ ziehen das sacht schwankende Gefährt in gleichmäßigem Trab am Flussufer entlang, wo Eiskristalle am Geröll wachsen und durch Wald, in dem jeder noch so zarte Zweig eine hohe weiße Haube trägt. Es geht hufklappernd durch gewundene Dorfgassen, vorbei an traditionellen Bauernhöfen und der Talstation der Gondel zum Unterberghorn, die ins Familienskigebiet Hochkössen mit 50 Kilometern Pisten führt.

In der Gaststube des alten Lucknerhofs, auf 680 Metern Seehöhe, ein gutes Stück oberhalb des Ortes gelegen, wird Rast gemacht. Während Kutscher und Fahrgäste sich am traditionellen Kachelofen mit einem Becher Glühwein wärmen, bricht die Dämmerung des Winterabends herein. Unter dem nunmehr klaren Himmel schimmert das erleuchtete Kössen in der weiten, von bewaldeten Kuppen gesäumten Talsenke wie eine Perle in der Muschel.

Die Lieblichkeit der Natur lockt das ganze Jahr über Urlauber an und wer einmal da war, kommt immer wieder. Jeder Einwohner profitiert vom Tourismus. Vollerwerbsbauern gibt es kaum noch. Auch Georg Mühlberger hat unter dem uralten Dach des „Salitererhof“ am Rande Kössens Appartements ausgebaut und hält seine fünf Kühe vor allem zur Freude der Feriengäste. Privatzimmer, Pensionen, Gasthöfe, Hotels und einen Campingplatz, der sogar im Winter geöffnet hat – im Kaiserwinkl gibt es Unterkünfte für jeden Anspruch und Geldbeutel.

Erfolgsgarant der Region sind die abwechslungsreichen Wintersportmöglichkeiten, insbesondere die des Langlaufs. 140 Kilometer Loipen führen in unterschiedlich langen, mit einander vernetzten und bestens ausgeschilderten Rundparcours durch traumhafte Landschaft. Die Gemeinde lässt sich das eine Menge kosten: Rund 150 000 Euro werden in Kössen pro Saison investiert, um die meist zweispurigen Loipen von früh bis spät optimal zu präparieren. Rund 300 Grundbesitzer sind für die Querung ihrer Grundstücke zu entschädigen. Dazu müssen alljährlich im Herbst Zäune gelegt und im Frühjahr wieder aufgebaut werden.

Schneeschuhwandern braucht solchen Aufwand nicht und wird ständig populärer. In gleichmäßigem Schritt geht es auf ausgewiesenen Wegen oder auch einfach querfeldein durch die endlose weite Pracht. Ein sanft ansteigender Weg führt in knapp zwei Stunden zur 1140 Meter hoch gelegenen Taubenseehütte, wo Rudi Scheucher Wanderer winters wie sommers mit köstlicher Gerstlsuppe, delikatem Leberkäse und himmlischen Kaiserschmarrn stärkt. Man schmeckt, dass er einst auf Sylt in einem Sterne-Restaurant gewirkt hat. Der Haubenkoch aus der Steiermark hat den Wechsel vom Westerländer Gourmettempel in die mehr als 100 Jahre alte Jausenstation noch nie bereut. Täglich genießt er den fantastischen Ausblick auf Hohe Tauern, Kitzbühler und Zillertaler Alpen, den Zahmen und den Wilden Kaiser neu. Auch Österreichern geht eben nichts über diesen kaiserlichen Winkel Tirols.

Infos: Tourismusverband Kaiserwinkl, Telefon 00 43/50 11 00. www.kaiserwinkl.com

Salitererhof Kössen, Klobensteiner Straße 41, Telfon 00 43/53 75 65 19.

Taubenseehütte Familie Scheucher, Kössen, Moserbergweg 43, Telefon 00 43/53 75 66 63. Montag Ruhetag.

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