Taipeh bei Nacht – „Au revoir, Taipeh“ will der liebesnärrische Nachtschwärmer in Arvin Chens Romantikkomödie sagen

Nudelküche: Kai (Jack Yao) arbeitet in der seiner Eltern, tagsüber, denn nachts lernt er in dem Buchgeschäft, in dem Susie (Amber Kuo) Nachtschicht hat, Französisch, weil er verliebt ist. Nicht in Susie, sondern seine französische Freundin, die im Taxi zum Flughafen fährt, um nach Paris zurückzukehren. „Au revoir, Taipeh“ und au revoir, Kai, letztes wenig später am Handy, bevor er noch später zur Spätschicht in die Nudelküche muss, wo es so lecker schmeckt, dass der Unterweltboss Bruder Bao (Frankie Gao) dort allabendlich Nudeln isst, die ihm Kai mit gebrochenem Herzen serviert. Was Bruder Baos Mitleid weckt, denn taiwanesische Gangster wissen bei Chen mehr über die Liebe, darum schenkt Bruder Bao Kai ein Flugticket. Ein Päckchen soll er nebenbei unbedingt mitnehmen, was dem bedenkenlosen Kai gestohlen wird, als er mit seinem Kumpel Hong (Joseph Ko), der am liebsten in Nudelküchen isst und für eine Nudelküche ausliefert, unterwegs ist, um zum Abschied in einer Nudelküche zu essen auf dem Nachtmarkt.

Nachtmark: Kai wird hier das Päckchen geraubt von einem der vier orange gekleideten Gang-Mitglieder, deren Anführer Bruder Baos Neffe ist und von den beiden übereifrigen Polizisten verfolgt wird, wie die restliche Gang und Hong, den sie gekidnappt haben, obwohl Kai das Päckchen hat, weshalb die Polizisten ihn verfolgen und Susie, der er auf dem Nachtmarkt begegnete, als sie gerade in einer Nudelküche gegessen hatte. Obwohl das Hongs Idee war, obwohl der in eine Verkäuferin verliebt ist, mit der er í­n der Nachtschicht arbeitet, wenn er nicht Nudeln ausliefert, die in jener Nacht die orange Gang isst, die ihn gekidnappt hat im Neonlicht.

Neonlicht: Das über Taiwans Hauptstadt, zu der Kai „Au revoir, Taipeh“ sagen will, funkelt aus den Lampions, unter denen eine Nachttanzgruppe und Kai und Susie auf ihrer Flucht tanzen, Liebeshotels, in einem von denen Susie und Kai auf die orange Gang treffen, Karaoke-Bars in einer von denen Bruder Bao von einem Mädchen in Paris erzählt, in das er verliebt ist, weshalb er an die Liebe glaubt, was unvermeidlich ist in Arvin Chens zärtlichen Tragikkomödie, die Tänzer und Traumtänzer im Takt ihrer mitreißenden Handlung zu einem magischen Rausch vereint in einem bunten, bizarren, brillanten Bilderrausch. Die skurril-romantische Nachtmusik, die schimmert wie die unzähligen Lichter Taipehs, nicht Schmetterlinge im Bauch, sondern Glühwürmchen im Herzen schwärmen lässt, flüchtig wie ein Mondstrahl, doch von bezauberndem Glanz vereint gleich drei großartige Debüts. Das von Regisseur und Autor Arvin Chen, der berührende und humorvollen-fragilen Amber Kuo, und dem mitleiderregend traurigen und unwissend vom Glück beschenkten Jack Kuo.

Letzter ist der tragisch-komische Held im der geglückten Mischung aus Gangsterfilm, Tragikkomödie und Romanze, Kai, der zu Beginn sehnsüchtig seufzt: „Taipeh est tres triste. Tres, tres, trist.“ Nein, es ist die Stadt der Liebe dank Chen: „Au, revoir, Taipeh“? Ne jamais. Au revoir, tristesse. Bonjour, tendresse!

Titel: Au revoir, Taipeh – Yi Ye Tai Bei

Land/ Jahr: Taiwan, USA 2009

Genre: Liebeskomödie

Kinostart: 25. November 2010

Regie und Drehbuch: Arvin Chen

Darsteller: Jack Yao, Amber Kuo, Joseph Chang, Lawrence Ko, Frankie Gao, Peggy Zeng Pei-Yu, Chaing Kang-Che, Vera Yan, Zeng Zi-Yian

Kamera: Michael Fimognari

Musik: Wen Hsu

Schnitt: Justin Guerrieri

Laufzeit: 85 Minuten

Verleih: Arsenal Filmverleih

www.arsenalfilm.de

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