Stringenter Sound und gereifte Grooves – Booka Shade: „More“

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„Das Album heißt ‚More!‘ aus gutem Grund. ‚Mehr‘ im Sinne einer noch ausgeklügelteren Produktion, einer noch vielschichtigeren Atmosphäre und noch mehr Emotionen“, erklären die beiden ursprünglichen Frankfurter Walter Merziger und Arno Kammermeier. "Wir wollten dieses Album so dynamisch wie nur möglich gestalten, mit zündenden Grooves und den für ‚Booka Shade‘ typischen Melodien sowie dem gewissen Nervenkitzel, den wir lieben.“

Hut ab, gelungen. Das neue Album ist insgesamt wesentlich stringenter und gereifter als der Vorgänger "The Sun and the Neon Light“, auf dem sie ständig zwischen Song und Dance-Track hin und her gewandert sind. Auch wenn der Opener „Havanna Sex Dwarf“ etwas sehr bemüht und steril daher kommt, wird mit der gleich darauf folgenden Single-Auskoppelung „Donut“ wieder ein äußerst smart und charmant produzierter Ohrwurm-Clubkracher a`la „Mandarine Girl“ oder „Body Language“ geliefert. Nach „The Door“, einer von dem Azzido-da Bass Klassiker „Dooms Night“ inspirierten Retro-Break-Nummer, kommt „Teenage Spaceman“ im typisch melodiösen Booka Shade Style. Das Stück "Divine" glänzt mit Vocals von Dieter Meier, dem Sänger der Schweizer Electronikpioniere Yello.

Das wirklich wunderschöne „Scaramanga“ liefert mit seinen Trance-Flächen perfektes Ibiza-Feeling zum wegträumen. Mein persönliches Highlight der Platte ist allerdings der Ohrwurm und Single-Auskoppelung „Bad Love“, mit dem New Yorker Maler/Dichter/Sänger Chelonis R. Jones, einem der extravagantesten Künstler auf dem Hauslabel Get Physical Records. Und für alle „Wie-schon-vorbei?“-Nörgler folgt als Bonus Track noch „Das letzte Mal“, ein orchestral unterlegter 303-Elektro-Track mit Michi Beck von den Fantastischen Vier am Mikrofon.

Fazit: Nachdem sich Booka Shade nach ihrem weltweit gefeierten 2006er „Movements“ Album auf ihrem letzten Album etwas verloren haben, beweisen sie uns nun mit „More“, dass sie ihr Talent, intelligenten und Pop-affinen Techno mit großen Hymnen zu schreiben nicht verlernt haben und immer noch die Vollprofis sind, die an jedem Sound solange feilen, bis er perfekt klingt. Auf den zwölf fast durchweg tanzbaren Tracks gibt es kaum Ausfälle, insgesamt also sehr empfehlenswert.

Booka Shade „More / Get Physical Records / Cooperative Music

Zum reinhören geht’s hier lang: http://www.myspace.com/bookashade

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