Preußische Küche im Nikolaiviertel – Das Restaurant „Zur Gerichtslaube“ legt Wert auf Qualität und Tradition

Gelegen im historischen Nikolai-Viertel: Das Gasthaus "Zur Gerichtslaube"

„Wir haben uns von Anfang an entschlossen, unsere Küche an den Traditionen Berlins und Brandenburgs zu orientieren“ verrät uns Geschäftsführer Reiner Stabernak im Gespräch. „Regionale Produkte verarbeiten wir nach traditionellen Rezepten, wobei die Frische und Güte der Ware den Ausschlag gibt. Im Gegensatz zur verbreiteten Convenience-Gastronomie kommt bei uns nur Frisches in den Topf, größtenteils in Bio-Qualität“.

Gewachsen in Jahrhunderten: Die preußische Küche

Die preußische Küche ist bestimmt durch protestantische Schlichtheit und den Einfluss der im Laufe der Jahrhunderte zahlreich eingewanderten Schlesier, Böhmen, Pommern, Mecklenburger und nicht zuletzt den Hugenotten. Die Gerichte sind eher deftig und reichhaltig als raffiniert und verspielt. Was nichts Schlechtes heißen soll, im Gegenteil.

Ein gutes Beispiel dafür ist die „Große Berliner Bratwurst“ die wir bei unserem Besuch probieren. Sie wird bei einem Privatschlachter von Hand hergestellt, mit einem großen Anteil Muskelfleisch ist schon ihre Konsistenz ganz anders als der zerkutterte Industriebrät von der Stange. Sie kommt rostgebraten als Männerportion mit 150 Gramm auf den Teller, wird mit naturbelassenem Sauerkraut, Rotweinsoße und Kräuterkartoffeln serviert und kostet 9€ 50.

Ebenfalls überzeugt hat uns der Kasslerrückenbraten nach Originalrezept des gleichnamigen Berliner Fleischermeisters Cassel. Der Braten ist umhüllt von einer Pumpernickelkruste und gefüllt mit Backpflaumen. Salzig und süß harmonieren prächtig miteinander, die Beilagen sind wie bei der Bratwurst, die Portion für 13 € 90 angemessen groß.

Wein und Bier aus der Region

Getrunken haben wir dazu ein frisch gezapftes „Schöffen Pils“, privat gebraut, naturtrüb, ein angenehm herber Begleiter zum Mahl. Auch ein ebenfalls privat gebrautes „Berliner Schwarzbier“ ist zu Deftigem empfehlenswert, das probieren wir aber erst beim nächsten Mal.

Weintrinker finden in der „Gerichtslaube“ neben den vielen gängigen Sorten auch eine Rarität vor: Wein aus Werder bei Berlin, gewachsen auf den Sandhügeln der Mark Brandenburg am Ufer der Havel. So etwas bekommt man nicht überall und alle Tage. Allerdings gibt es ihn nicht offen, der Neugierige muss eine Flasche bestellen, was ohne Zweifel zu empfehlen ist. Wir probierten einen „Werderaner Wachtelberg“ und fanden ihn mild und aufgrund des Sandbodens mit wenig Säure ausgestattet. Ein spritziger, leichter Weißwein aus dem nördlichsten Weinbaugebiet Deutschlands. Sehr gut.

Neben í  la carte Gerichten ist es möglich, sich selbst ein Menü selbst zusammenzustellen, oder man hat Glück und es ist gerade Saison für Spargel, Pfifferlinge oder Wild, die dann einen besonderen Schwerpunkt der Küche sind. Eine weitere Attraktion des Restaurants sind organisierte Schifffahrten mit kalt/warmem Büffet, die bei feierlichen Anlässen wie Jubiläen oder besonders runden Geburtstagen auf Wunsch durch ein professionelles Feuerwerk ergänzt werden können.

Rustikale Gemütlichkeit und soziale Kompetenz

Insgesamt hat es uns in der „Gerichtslaube“ wirklich gefallen. Der Service und die Küche sind sehr gut, was wahrscheinlich auch daran liegt, das hier alle Mitarbeiter menschenwürdig bezahlt werden und auch von ihrer Arbeit leben können. Zusammen mit der einwandfreien Produktqualität, kann man also von ehrlicher Gastronomie sprechen. „Ich möchte ein gutes Produkt an meine Kunden weitergeben, dafür brauche ich engagierte Mitarbeiter und gute Rohstoffe. Denn: Nur zufriedene Kunden kommen wieder “, sagt Reiner Stabernak zum Schluss. Wir waren zufrieden und gehen bestimmt bald mal wieder hin.

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Gaststätte „Zur Gerichtslaube“
Poststr. 28
10178 Berlin
Öffnungszeiten: 11:30-24 Uhr

Reservierung: 030 / 241 56 97

Email:info@gerichtslaube.de

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