Oh A. Nahles, oje! – SPD auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit im Bund und auch in Bayern

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Andrea Nahles
Andrea Nahles, SPD © 2017, Deutscher Bundestag, Foto: Achim Melde

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Da kann Andrea Nahles (SPD) auf Rednerbühnen oder bei Parteitagen toben wie sie will, der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Unfähigkeit bescheinigen oder Horst Seehofer (CSU) verteufeln, es hilft nichts, nicht einmal mehr ein „Ätschi“ und „Bätschi“ will den Niedergang der Sozen aufhalten. Die SPD stürz ab ins Bodenlose. Laut letzter Umfrage erreicht die Partei der Genossen auf Bundesebene gerade noch 15 Prozent. Wäre heute Bundestagswahl, sie wären nicht einmal ansatzweise ein Gesprächspartner für eine Regierungsbildung. Für die SPD ist das Ergebnis der aktuellen Sonntagsfrage von Infratest Dimpa für die „Welt“ das ein Allzeit-Tiefstwert. Der Weg der SPD ist der in die Bedeutungslosigkeit.

Um im Jargon von A. Nahles zu bleiben, bekommen dieses Mal die SPD-Spitzen eins in die Fresse, und zwar gewaltig. Laut einer repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts GMS darf sich der rote Klüngel eines Allzeittiefs erfreuen, das nur noch in Bayern unterboten werden dürfte. Der Proporz des Mittelmaßes führt fast immer zum Zerfall einer Partei, den man übrigens auch bei der CDU und der CSU beobachten darf. Von außen betrachtet, wundert sich niemand mehr über den inneren und äußeren Zerfall der SPD, denn noch nie zuvor haben deren aktive Mitglieder dermaßen viele Polit-Nullen an die Front geschickt, wie in den letzten drei Jahren. Man muss angesichts der roten Führungsauswahl den Eindruck gewinnen, dass die Sozialdemokraten eine besonders masochistische Lust empfinden, Looser zu rekrutieren, um sie gleich nach der Inthronisierung zu verfeuern.

Landtagswahl in Bayern

In Bayern deutet sich maximales Ungemach an. Für die Landtagswahl am Wochenende prognostizieren die Demoskopen für die Sozen 10 Prozent, ein Wert, der die Partei nicht nur zur Lachnummer macht, sondern Andrea Nahles den Kopf kosten könnte. Wie es aussieht, werden die Genossen in Bayern keine Rolle mehr spielen, weder als Koalitionspartner noch als Mehrheitsbeschaffer. Nein, die Etablierten haben ausgespielt. Neue Player sind nachgerückt und lehren die saturierten Köpfe, die sich seit Jahren an ihre Ministerstühle klammern, das Fürchten.

Die AfD allerdings hat gute Chancen, Markus Söder (CSU) mehr als nur Kopfzerbrechen zu bereiten. Mit mehr als 18 Prozent werden die „Rechts-Intellektuellen“ den Ministerpräsidenten dazu zwingen, sich Mehrheiten in ungeliebten Lagern zu sichern, um überhaupt am Ruder bleiben zu können. Ich erspare mir die theoretischen Rechenspielchen mit der Bayernpartei, den Freien Wählern oder den Bündnisgrünen. Letztere sind die Einzigen, die Söder retten können, denn die FDP dürfte zittern, womöglich erneut an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern wie die Linkspartei.

Knapp über 30 Prozent wird’s für die CSU wohl noch geben. 33 Prozent werden aktuell vorhergesagt. Zusammen mit der SPD sind das 43 Prozent, das reicht für zwei Oppositionen – bestenfalls. Wäre ich ketzerisch, würde ich die Prognose wagen, dass CSU und AfD mit 51 Prozent regierungsfähig wären und einen Ministerpräsidenten aus ihren Reihen stellen könnten. Aber so weit möchte ich natürlich nicht gehen. Die Bündnisgrünen müssten deshalb die 17 Prozent überspringen, damit die CSU-Bosse mit knirschendem Gebiss und größtmöglicher innerer Überwindung den Bund fürs Leben mit der ungeliebten Braut eingehen. Selbstredend darf der Wähler dann auch ein Lächeln der Beteiligten erwarten, die sich vermutlich vor dem Standesamt ihre ewige Treue versichern. Es wird, so meine Prognose, dem Wähler die größtmögliche Farce vorgespielt, die in der Politik möglich ist.

Theoretisch könnten in Bayern vier Parteien der CSU ein Bein stellen, was natürlich voraussetzt, dass die AfD für die Bündnisgrünen, die SPD und die Bayernpartei hoffähig würde. Hach ja, man darf gespannt sein, wie das Kasperltheater auf die Spitze getrieben wird.

Anmerkung:

Vostehender Beitrag von Claudio Michele Mancini wurde unter dem Titel „SPD kurz vor der Bedeutungslosigkeit“ im Scharfblick am 11.10.2018 erstveröffentlicht.

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