Nie wieder Stalingrad

Mutter-Heimat-Statue auf dem Mamajew-Hügel über der Wolga im südrussischen Wolgograd, das bis 1961 Stalingrad genannt wurde. Die kolossale Statue wurde zum Gedenken an den Sieg der sowjetischen Streitkräfte im Großen Vaterländischen Krieg errichtet. Quelle: Pixabay, Foto: Alexfas

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Moskau bereitet sich auf Monate des Gedenkens vor. Traditionell sind es die Feierlichkeiten anläßlich des 9. Mai 1945. In diesem Jahr gibt es einen weiteren Anlaß. Dieser ist mit dem Datum des 22. Juni 1941 verbunden. Es ist der Tag, an dem vor achtzig Jahren das damalige Deutsche Reich der damaligen Sowjetunion den Krieg erklärte und einmarschierte. Die mit diesem Krieg verbundenen Folgen übersteigen bis heute jedes menschliche Vorstellungsvermögen.

Gleichsam in der Einstimmung zum Gedenken an das, was Menschen anderen Menschen angetan haben, aber nie im Leben hätten antun dürfen, haben sich in diesen Tagen zwei prominente deutsche Politiker zu den Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland im „Spiegel“, abgedruckt bei „Spiegel-online“ geäußert. Es handelte sich um den Grünen-Frontmann und ehemaligen Außenminister, Herrn Josef Fischer und für die Freien Demokraten Alexander Graf Lambsdorff. Ihre Botschaft war klar und eindeutig. Danach müsse man heute Rußland da treffen, wo es wirklich weh tue. Dieser Satz, gesprochen von zwei verantwortlichen Politikern aus Deutschland, kann nur Empörung und Abscheu hervorrufen. Dabei ist gerade der ehemalige Außenminister Fischer (Grüne) derjenige, der durch den auch von ihm zu verantwortenden und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Deutschlands, im Verbund mit der NATO, für Deutschland das Kriegführen wieder auf die Stufe des 1. September 1939 gestellt und den einzigen zivilatorischen Fortschritt des Zweiten Weltkrieges in der Form der Charta der Vereinten Nationen und dabei des Gewaltmonopols in der Luft und auf dem Boden regelrecht zerschossen hat.

In Zusammenhang mit diesem Postulat für das deutsche Vorgehen gegen Rußland fällt einem nur der frühe Satz von Konrad Adenauer ein, nach dem die Hand verdorren möge, die wieder ein Gewehr halten würde.   Dabei handelt es sich nicht um Ausreißer-Stimmen, was die Partei die „Grünen“ und/oder die FDP anbetrifft. Die einen haben sich nicht von der schäbigen Äußerung des Grafen Lambsdorff distanziert. Die anderen freuen sich über ihre Spitzenkandidatin, Frau Baerbock, die Rußland einzukreisen gedenkt und dem europäischen Friedensprojekt in Form der Ostsee-Pipeline umgehend die politische Unterstützung entziehen will. Das soll künftige deutsche Politik einem europäischen Nachbarvolk gegenüber sein, das bis heute an den Folgen des Zweiten Weltkrieges leidet und 1871 und 1989/1990 zu Deutschland stand?