Neue Kritik am FPÖ-Historikerbericht: Nächster Mitautor geht auf Distanz – Moshe Zimmermann: Daran arbeiteten „nicht die Leuchttürme der österreichischen Historikerzunft“

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Stop! Quelle: Pixabay, Foto: ArtTower

Wien, Österreich (Weltexpress). Die Kritik am derzeit nur als Kurzzusammenfassung vorliegenden FPÖ-Historikerbericht reißt nicht ab. In einem heute Abend veröffentlichten Gastkommentar für den „Standard“ beklagt Koautor Michael Wladika, dass sein Beitrag „aus dem Zusammenhang gerissen und verkürzt wiedergegeben“ worden sei.

Der Historiker und Jurist beschäftigte sich mit personellen Überschneidungen zur NSDAP. Sein unfertiger Bericht sei „von zwei Personen im Umfeld der FPÖ für den sogenannten ‚Rohbericht‘ auf zwei Seiten gekürzt“ worden, schreibt Wladika. „Dies geschah ohne mein Zutun, wobei die Herangehensweise mehr als ‚unglücklich‘ zu bezeichnen ist.“ Auch Koautor Kurt Scholz ging bereits auf Distanz zum veröffentlichten Papier.

Israelischer Forscher sieht Alibiaktion

Der israelische Historiker Moshe Zimmermann äußerte sich unterdessen kritisch zu der Zusammenfassung. Er vermisse prominente Historiker aus Deutschland und Österreich unter den Autoren, sagte er dem „Standard“ (Montag-Ausgabe). Die Hoffnung auf ein Absegnen durch einen israelischen Experten wertet er als Alibiidee.

„Wenn man es ernst meint, muss man gute Leute holen, denen man hinterher nicht vorwerfen kann, dass sie nicht professionell genug gearbeitet haben“, sagte er. Richtig wäre aus Zimmermanns Sicht, eine internationale Kommission mit Experten für NS-Geschichte und die Nachkriegszeit zu befassen. Die genannten Namen aus Österreich bezeichnete er als „nicht die Leuchttürme der österreichischen Historikerzunft“.

Mitarbeiter mit Verbindungen zu Küssel

Zu Mordechai „Motti“ Kedar, dessen Name in diesem Zusammenhang genannt wurde, meinte Zimmermann: „Er ist so weit rechts, das er meines Erachtens in der Lage wäre, mit der FPÖ gemeinsame Sache zu machen. Das ist ja eine Tendenz in Israel, mit den Rechtspopulisten in Europa zusammenzuarbeiten, weil diese die israelische Regierung unterstützen.“

Unterdessen wies die Organisation SOS Mitmensch darauf hin, dass der Nachname eines FPÖ-Mitarbeiters mit früheren Verbindungen zu Neonazi Gottfried Küssel in den Metadaten des Berichts herauszulesen sei. Im FPÖ-Klub wertete man den Vorwurf, der Mann habe am Bericht mitgearbeitet, auf APA-Anfrage als „lächerlich“. Die Mitarbeit habe sich darauf beschränkt, das Word-Dokument für die Präsentation in eine PDF-Datei umzuwandeln.

Anmerkungen:

Quelle: orf.at und Agenturen

Siehe auch den Beitrag Wen wundert’s – Der Berg kreißte und … der Historikerbericht der FPÖ von Charles E. Ritterband.

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