Mehr Kohle für die Konsumenten – Binnennachfrage in der Bundesrepublik stärken

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Frachtschiffe im Hamburger Hafen.
Containerschiffe im Hamburger Hafen. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Ob es am Klang des Gütesiegels Made in Germany liegt, das sei dahingestellt. Wie immer wird es an der günstigen Gemengelage aus Tausch- und Gebrauchswert sowie Preis liegen und weiteren weniger wichtigen Faktoren, die jedoch nicht unbedeutend sind. Auf jeden Fall Exportieren Unternehmen aus der Bundesrepublik Deutschland weiter wie die Weltmeister.

Die Handelsüberschüsse hierzulande steigen und steigen. Kein Wunder das sich im Wirtschaftswunderland German Angst vor einem Ende der Bergfahrt breitmacht. Handelskonflikte wachsen sich zu Handelskriegen aus und diese fallen bekanntlich nicht vom Himmel. Und auch die Handels- und heißen Krieger werden nicht von unsichtbaren Händen über das Schlachtfeld an die Hauptkampflinie gezogen.

Nicht nur innerhalb der Europäischen Union (EU) wollen die Kleinen vom Kuchen des Übergewichtigen Krümel. Allen voran bitten und betteln die Franzosen, Italiener, aber auch die Griechen. Sie nennen Betteln Verhandeln und Krümel Ausgleichszahlungen. Auch in Übersee und dort vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ist die Gier groß, wenn es um Germany geht.

Der Urinsteingelbgefärbte mit der orangenfarbenen Pelle legt es nach dem Motto „America First“ darauf an. Nach protektionistischer Gesinnung baut er Handelsbarriere auf.

Dass die EU nun bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf Beschwerde gegen die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium einlegt, das war nur eine Frage der Zeit.

Reize und Reaktionen lösen aber nicht Ursachen, die hinter Handelskonflikte, die zu Handelskriegen mutieren, stehen, auch die WTO nicht.

Wie das politische Berlin auf den Handelskrieg reagieren wird, das ist ist abzusehen. Mit Aussitzen oder Reißaus nehmen wird die Merkel-Regierung dieses Mal nämlich nicht weit kommen. Spätestens nach dem Brexit werden die Handelsüberschüsse in die Höhe schnellen. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr senkte allein das Handelsdefizit der Briten den EU-weiten Überschuss um 176 Milliarden auf 23 Milliarden Euro. Spätestens wenn London aussteigt, klingeln in Brüssel und Berlin die Alarmglocken.

Die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD dürfte gut beraten sein, langsam aber sicher Druck aus dem Kessel zu nehmen. Sie wird wohl die Lösung in einer Steigerung der Importe zum Ausgleich der hohen Exporte suchen.

Schließlich kann es dem Staat des Kapitals nicht darum gehen, die Exporte zu senken, sondern Importe in entsprechender Höhe zu generieren.

Wie soll das anders funktionieren als den Konsumenten in der Bundesrepublik das dafür nötige Geld zu geben, um die Binnennachfrage zu stärken? Mehr Kohle für Konsumenten, übersetzt heißt das mehr Lohn für Arbeit. Und während der Arbeitslohn stark erhöht werden muss, wird die Arbeitszeit stark gesenkt werden müssen.

Mehr Arbeitslohn bei weniger Arbeitszeit, diesen Erfolg werden sich die regierenden Parteien ans Revers heften und damit die nächste Wahl gewinnen. Vorwärts immer.

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